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Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision

20.10.2012 | 13:39 Uhr
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
Foto: Archiv/Dirk Bauer, WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Die Grünen in NRW wollen die Regelungen für Maklercourtagen ändern. Provisionen würden mittlerweile zu einer unzumutbaren Belastung für Wohnungssuchende, sagt Grünen-Wohnungsexpertin Schneckenburger. Die Grünen wollen erreichen, dass Makler künftig vom 'Besteller' bezahlt werden.

Das Leben als Wohnungssuchender in NRW-Großstädten kann alles andere als einfach sein: In der Regel bewerben sich Dutzende Interessenten auf eine der heiß begehrten Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment. Ist man trotz des Andrangs am Ende doch der Glückspilz und erhält den Zuschlag für die Wohnung, wird die Freude beim Blick auf das Konto schnell wieder getrübt. Hat sich nämlich ein Makler um die Vermittlung gekümmert, stellt der gewöhnlich dem künftigen Mieter seine Tätigkeit in Rechnung. Der Vermieter, dem die Arbeit durch den Makler eigentlich abgenommen wird, ist fein raus.

Gegen diese Entwicklung soll nun angegangen werden. "Inzwischen ist es so, dass gerade in den Regionen wie Köln, Düsseldorf oder Münster die Maklerprovisionen zu einer unzumutbaren finanziellen Belastung für die Wohnungssuchenden werden", sagt die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Daniela Schneckenburger.

Zahlung der Makler-Courtage nach dem Bestellerprinzip?

Denkbar wäre, die Zahlung der Maklercourtage künftig nach dem Bestellerprinzip zu regeln. "Wer die Musik bestellt, zahlt sie dann auch", fordert Schneckenburger. Lässt ein Eigentümer seine Wohnung durch einen Makler vermieten, muss der dann auch die Kosten übernehmen. "Für Mieter ist es ganz egal, ob ihnen ein Vermieter, eine Wohnungsgesellschaft oder ein Makler eine Wohnung vermittelt - aus ihrer Sicht zählt nur das Ergebnis", sagte die Grünen-Politikerin.

Eine gesetzliche Verankerung des Bestellerprinzips könnte nach Einschätzung von Schneckenburger die Mieter im Land entlasten. Schon jetzt stellten Maklercourtagen "erhebliche Mehrbelastungen für Beschäftigte" dar und wirkten als zusätzlicher Preissteigerungsfaktor. Zudem gebe es bei den Provisionen noch eine weitere Ungerechtigkeit: "Da sie sich an den Mietpreisen orientieren, steigen sie im Übrigen mit den steigenden Mietpreisen mit – an der Leistung der Makler hat sich jedoch nichts verändert." Nach geltendem Recht kann der Makler zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer als Provision fordern.

Mit ihren Forderungen stehen die NRW-Grünen nicht alleine da. In Hamburg will die dortige SPD-Regierung einen Gesetzentwurf in den Bundesrat einbringen. Dies ist nötig, weil das Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung ein Bundesgesetz ist. Ein ähnliches Vorgehen befürwortet auch Schneckenburger. "NRW könnte durch eine entsprechende Bundesratsinitiative Einfluss auf den Bund nehmen", fordert die Grünenpolitikerin.

Ministerium will über Bestellerprinzip nachdenken

Im SPD-geführten Wohnungsbauministerium in Düsseldorf wird das Thema Bestellerprinzip mit Interesse verfolgt. Gerade für Menschen mit einem kleinen Einkommen wäre es "hilfreich", wenn die Provision nicht mehr "einfach auf zukünftige Mieter abgewälzt werden kann", heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums. Menschen mit einem geringen Verdienst könnten sich diese Extraausgaben oftmals nicht leisten. "Insofern ist es überlegenswert, ob nicht derjenige, der den Makler beauftragt, auch die Kosten tragen soll." Allerdings müsse sichergestellt werden, dass "missbräuchliche Umgehungsmöglichkeiten" ausgeschlossen werden können.

Diese Forderung hat auch der Immobilienverband Deutschland (IVD). Zwar steht der Maklerverband dem Bestellerprinzip grundsätzlich offen gegenüber. Allerdings könne die kurzzeitige Entlastung langfristig wieder zu einer Belastung für die Mieter führen, sagt der Vorsitzende für des IVD West, Ralf Pass. "Was man auf den Mieter umlegen kann, das legt man als Vermieter doch auf den Mieter um." Folglich müsse ausgeschlossen werden, dass die Maklercourtage in die Miete eingerechnet wird. Zudem bestehe die Gefahr, dass Vermieter verstärkt auf langfristige Zeitmietverträge setzen, um häufige Mieterwechsel und damit verbundene Kosten zu unterbinden.

Einen Einbruch der Aufträge an Makler befürchtet der Immobilienverband nicht. Dass eigentliche Problem liege an ganz anderer Stelle. "Diejenigen, die jetzt hier etwas regeln wollen, müssten eigentlich etwas ganz anderes regeln - nämlich dafür Sorge tragen, dass ausreichend Wohnraum zur Verfügung steht", fordert Pass. Erst wenn es genug bezahlbare Wohnungen in den Großstädten gebe, könne von einer wirklichen Entlastung die Rede sein. (dapd)



Kommentare
24.10.2012
09:01
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von kadiya26 | #25

Richtig Broncezeit, wenn Sie einen Makler beauftragen, sollten Sie den auch bezahlen. Wenn aber jemand anders den Makler bestellt - möchten Sie den dann immer noch bezahlen?

Ich hab mich noch nie für eine Wohnung beworben, die nicht vom Vermieter sondern über einen Makler angeboten wurde. Das dauert zwar etwas länger, die Auswahl ist auch nicht wirklich gross, aber bisher hat es immer noch geklappt.
Einem Vermieter, der zu faul ist, mir mal selber die Tür zu öffnen und die Wohnung zu zeigen, trau ich nicht über den Weg. Der ist im Zweifelsfall auch bei einem Wasserrohrbruch nicht erreichbar.

23.10.2012
18:11
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von Broncezeit | #24

Wenn ich eine Wohnung suche habe ich eine bestimmte Vorstellung von Lage, Ausstattung und Größe einer Wohnung.
Ich lese nicht jeden Tag die Zeitung und hoffe auf einen Zufallstreffer sondern gehe zu einem Makler der gebündelt Wohnungen anbietet.
Das ist eine Dienstleistung die ich für mich in Anspruch nehme um möglichst schnell und unkompliziert an eine Wohnung zu kommen. Dafür zahle ich gerne zwei Monatsmieten.

23.10.2012
12:08
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von Juelicher | #23

@Haschpapa
Wie wollen Sie denn mit 99 Euro (!) pro Fall, wie Sie es vorschlagen, eine Anwaltskanzlei (ebenso Maklerbüro) wirtschaftlich betreiben, also mitsamt des ganzen Unkostenapparates (Fachangestellte, Kosten für Geschäftsräume, Versicherungen, Fahrten etc.)
Sie haben wohl zuviel gehascht, Haschpapa!

1 Antwort
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von a_ha | #23-1

Es gibt keine Unkosten.
Nur Kosten.
Aber eine Beziehung zum Erfolg dürfte gern bestehen. Über ein reines Abwickeln hinaus.

23.10.2012
08:26
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von Haschpapa | #22

warum nur die Makler?

was ist mit den gierigen Juristen, die Kohle verlangen,
ohne etwas geleistet zu haben.
Selbst bei einem verlorenen Prozess verlangen die Gierjuristen
Bezahlung für ihre Schlechterfüllung....

99 Euro pro Fall sind mehr als genug !!!

Fixsummen statt prozentuale Provisionen für Makler und Juristen!

22.10.2012
18:16
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von d-tail | #21

Wenn ICH als Mieter zu einem Makler gehe, und sage: "Ich habe die und die und die Anforderungen an eine Wohnung - machen se mal" dann habe ich auch kein Problem damit, den Makler selbst zu bezahlen.

Leider ist es genau umgekehrt und bei stark angefragten Exponaten kommt der VERmieter genau eben seiner definierten Pflicht nicht selbst nach - nämlich zu VERmieten. Wenn aber ein Vermieter seiner definierten Pflicht nicht nachkommen möchte, warum soll ich als Mietinteressent dann ne Maklerprovision abdrücken? Entweder der VERmieter kommt seine definierten Pflicht selbst nach oder dann muss er halt auch den Makler (als Dienstleister) zahlen.

22.10.2012
14:43
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von a_ha | #20

Sie wollen offensichtlich nicht den Maklern an die Provision, sie wollen an die Eigentümer. Wer an die Makler ran will, muss die Provision begrenzen und von nachgewiesenen Leistungen abhängig machen. Alles andere ist pipifax.

22.10.2012
12:03
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von ExWalsumer | #19

Endlich haben die grünen auch mal gute Ideen.
Es ist mir schon lange ein Dorn im Auge, warum ich als Mieter für einen Makler bezahlen soll, wenn der nix, aber auch wirklich garnix für mich macht sondern nur für den Vermieter arbeitet. Ich kann mir ja auch nicht aussuchen, das ich den Makler nehme, der mir am symphatischsten ist oder den günstigsten. Die Auswahl trifft der Vermieter. Dann soll er auch die Rehcnung dafür zahlen.
Ein schöner Maklertest als Mieter ist z.B. zu fragen womit Warmwasser gemacht wird. Einer von 20 können diese Frage auf anhieb beantworten. Der rest guckt oder fragt die Vormieter. Im schlimmsten fall können die die Frage vor Ort nicht klären.
Auch schön Sind bei Wohnungsinseranten im Internet Fotos von der Hausfront. Foto muss man ja haben, aber darauf zu erkennen, wie die Wohnung geschnitten ist usw. das ist egal! Teilweise werden auch Wohnungsinserenten von Privat von Makler angerufen. "Besichtigungen, Ineserate machen wir für sie. Kostet ihnen ja nix!"

5 Antworten
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von ExWalsumer | #19-1

Es gibt aber eine Ausnahme, wenn tatsächlich jemand, einen Makler beauftragt, die für ihn passende Wohnung zu suchen, das muß auch der Mieter dafür zahlen. Allerdigns zeigt meine Erfahrung, das die Makler dann entweder einen schönen Wohnungen zeigen, die viel zu teuer sind oder so dreist sind und einem Bruchbunden andrehen wollen, die sind dann aber im Budget.

Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von a_ha | #19-2

Ich bin auch kein Freund von Maklern. Aber manchmal sind sie nicht zu umgehen, insbesondere, wenn Wohnung und Wohnort weit auseinander liegen und die Nachfrage eher klein ist. Sollte das Problem einer Vermietung allein an der Provision scheitern, dann ist das eben so. Wer da schon rumzickt und an einer Lösung nicht interessiert ist, zickt auch danach. Und zieht bald wieder aus - die Provision zahlt ja der Vermieter.

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Name von Moderation entfernt | #19-3

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Name von Moderation entfernt | #19-4

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Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von ExWalsumer | #19-5

Oh, zwei gelöschte antworten. Hätte mich mal interressiert, was dort stand. Egal, war bestimmt wieder irgendwas politisches.

Zur Antwort von a_ha. Wie ich schon erwähnte, wenn man als Mieter einen Makler mit der Suche beauftragt, was gerade in ihrem Beispiel durchaus Sinn macht, würde ich auch sagen, das der Mieter dafür zahlen muss. Oder um es mit den Worten aus dem Bericht zu sagen. Dort hat der Mieter ide Musik bestellt. :)
Habe ich allerdings auch meine erfahrungen mit, aber das was mir angeboten wurde war nicht unbedingt in meinem Interresse. Entweder zu teuer oder weit weg von dem was ich gesucht habe. Und auch hier hatte man gemerkt, das die Makler eher für die Vermieter arbeiten.
Nach ca. 2 Jahren suche hab i ch dann tatsächlich meine derzeitige Wohnung gefunden, übers Internet, leider von einem Makler eingestellt. Auch in diesem Fall hat die Maklerin nur das getan, was sonst der Vermieter machen müsste. Bezahlen musste aber ich!

22.10.2012
10:09
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von neuduisburger | #18

Eine längst überfällige Maßnahme, die auch auf den Verkauf von Häusern und Wohnungen ausgedehnt gehört. Wer den Makler bestellt, hat diesen auch zu bezahlen. Dann müßten es etliche Schmarotzer auf dem Immobilienmarkt mal wieder mit geregelter Arbeit versuchen.

1 Antwort
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von d-tail | #18-1

Richtig. Ich habe das Gefühl, in einigen Regionen gibt es bald mehr Makler, wie es eigentlich tatsächlich zu vermietende Wohnungen gibt.

21.10.2012
14:00
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Name von Moderation entfernt | #17

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21.10.2012
12:58
Die NRW-Grünen wollen Maklern an die Provision
von OBnrw | #16

Eine Reform ist überfällig! Bei uns hat die schlecht vorbereitete Dame 10 Bilder gemacht, diese ins Internet gestellt und uns einmal die Wohnung aufgeschlossen. Fragen konnte sie viele nicht beantworten, sondern musste auf die Voreigentümer verweisen. Und für diese Leistung hat die Dame fast 4000 € kassiert. Das steht in keiner Relation!

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