Das "Smart Home" bietet das Wohnen der Zukunft
15.01.2013 | 08:45 Uhr 2013-01-15T08:45:00+0100
Berlin. Haus schnappt Einbrecher - diese Schlagzeile liest man immer mal wieder. Schlaue Technik registriert während des Urlaubs der Bewohner, dass jemand die Tür öffnet und alarmiert den Bewohner auf dem Handy. "Smart Homes" können aber noch viel mehr. Vor allem Energie sparen.
Im Keller brummt die Heizung plötzlich, am Hauseingang geht das Licht an. Und im Wohnzimmer fahren die Rollos runter - wie von Geisterhand. Hier wird kein Horrorhaus beschrieben, sondern für viele der Traum vom modernen Wohnen . Ein Haus, das sich selbst steuert, Raumklima und Wärme reguliert und Einbrecher in die Flucht jagt. Das "Smart Home", das schlaue Haus kann das alles.
So funktioniert es: Einzelne Elektrogeräte, etwa der Motor im Fensterrollo und die Lichttechnik, sind computerprogrammiert und vernetzt. Sie werden auf bestimmte Uhrzeiten und gewünschte Raumbedingungen programmiert. Alternativ haben die Bewohner aber noch die Schalter am Gerät oder an der Wand zum Steuern.
Dass die Technik zusammenkommt, sichert ein gemeinsames System
. Es nennt sich LCN, Homematic oder KNX. Hinter letzterem verbirgt sich ein weltweiter Standard für Geräte. "Rund 300 Hersteller wie Siemens oder Cisco unterstützen diesen", erläutert Ralf Engels vom Automationsanbieter Gira. "Aber auch der deutsche Mittelstand ist dabei, viele Schalterhersteller etwa." Es ist, als würden die Geräte eine gemeinsame Sprachen sprechen. Der Verbraucher braucht nur eine Betriebssoftware, die das Gesprochene zusammenbringt.
Der Markt wächst stetig
Das kann so aussehen: Ein Sensor am Fenster registriert starke Sonneneinstrahlung, er leitet diese Information weiter, die Steuerung der Heizung vernimmt sie, reagiert darauf und stellt die Temperatur niedriger. Zugleich fahren die Jalousien herunter. Grundsätzlich bedeutet Smart Home aber, dass das Haus schon weiß, was der Verbraucher will. Es gibt Grundeinstellungen. "Man möchte etwa 22 Grad um 7.00 Uhr im Bad und dann abends um 22.00 Uhr wieder. Das heißt, den Rest des Tages kann die Temperatur automatisch gesenkt werden", sagt Sebastian Domin vom Anbieter P2 Medientechnik & Gebäudeautomation.
Der Markt wächst an Ideen und Produkten, die immer mehr möglich machen. Etwa einen Paniktaster am Bett. Wer ein Geräusch hört und einen Einbrecher vermutet, kann mit einem Knopf das komplette Haus erleuchten.
Dass immer mehr Hausbesitzer sich für die schlaue Technik interessieren, liegt auch an der Energiewende. "Denn einer der großen Vorteile des vernetzten Zuhauses sind Ersparnisse bei Strom und Heizungsenergie", sagt Uwe Rohrbach vom Anbieter Bus-Profi Gebäudeleittechnik. "Eine gute Dämmung reicht irgendwann nicht mehr - man kann das Haus nicht noch dicker einpacken", ergänzt Gira-Vertreter Engels. "Der nächste Schritt geht über das Nutzungsverhalten."
Vernetzt werden die Geräte über Leitungen - in einem Neubau ist es kein Problem, genug davon zu integrieren. Im Altbau, der nicht von Grund auf saniert wird, sind Funksignale eine gute Alternative, erläutert Domin. Auch über das häusliche Stromnetz können Signale gesendet werden - Powerline nennt sich die Technologie.
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14:21
Da muss ich meinen Vorrednern leider teilweise widersprechen. Es gibt heute Lösungen für Neu- und Altbauten, die sicher sind und auch relativ einfach in die vorhandene Haustechnik integriert werden kann. Wer zB eine Fussbodenheizung mit Wandthermostat hat kann zB Controme http://www.energie-experten.org/startseite/top-thema/news/smartes-heizen-mit-intelligentem-heizmanager-3999.html oder tado http://www.heizungsfinder.de/blog/intelligente-heizsteuerung-tado-smart-und-schon nutzen. Das sind einfache Smartphone-Apps mit denen sich das Heizverhalten optimieren lässt. Controme bietet zB sogar die Intergration der Wettervorhersage, sodass sich automatisch die Heizung rauf oder runterregelt ohne eigene Temperaturfühler anbringen zu müssen. Ist auf jeden Fall ein spannender Markt. Bin gespannt was uns in den kommenden Jahren noch für Lösungen geboten werden.
11:51
Insbesondere für einen Neubau erscheint eine derartige technische Ausrüstung oberflächlich betrachtet sicherlich Sinn zu machen, falls das Geld dafür vorhanden ist.
Das Problem dieser High-Tech-Ausstattungen sind allerdings die enormen Folgekosten, die sich aus Wartung u. Instandhaltung solch aufwendiger technischer Lösungen ergeben. An vielen Punkten müssen Motor-, Regelungs- u. Steuerelemente eingesetzt werden. Da die Qualität heutiger Technik bekanntermaßen immer mehr nachlässt, weil die Hersteller gezielt auf eine zunehmende Kurzlebigkeit ihrer Produkte setzen, hat man unter dem Strich mehr Aufwand u. Ärger als Nutzen.
Außerdem werden unnötig neue Bedürfnisse geschaffen, an die vorher niemand gedacht hat. Wir werden zunehmend zu Sklaven von Konsum u. Technik.
11:04
und wie alles digitale, was auf dem Markt kommt, wird es auch gehackt werden. Und dann viel Spass mit regelmäßigen Sicherheits-Updates. Ist nur eine Frage der Zeit.