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Energiewende

Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen

06.04.2013 | 08:30 Uhr
Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen
Vorbildlich: Hier wurde eine schmucke Optik (aufeinander abgestimmte Fassadenfarben) mit energetischer Verbesserung (bessere Dämmung) verbunden – und das gleich übergreifend im ganzen Quartier.Foto: CAPAROL

Essen.  Viele ältere Immobilien sind nach wie vor wahre Energiefresser. Ein Bündnis aus Verbänden - unter anderem dem Deutschen Mieterbund und dem Bund Deutscher Architekten - fordert von der Politik eine neue Strategie für die Umsetzung der Energiewende in Wohnimmobilien.

Noch geht die Energiewende im Wohnungsbestand langsamer voran, als sich das die Bundesregierung wünscht. Jetzt erhält sie Unterstützung durch ein breites Bündnis aus Architekten, Verbraucher-, Umwelt- und Mieterschützern sowie verschiedenen Unternehmen. Die haben sich zur Aufgabe gemacht, dafür zu kämpfen, dass mehr Eigentümer energetische Sanierungen durchführen. Das liegt auch im Interesse des Kabinetts. Allerdings kritisiert das Bündnis den bisherigen Weg von Schwarz-Gelb – und hat einen eigenen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der für die Zukunft eine neue Strategie fordert. Der deutlichste Unterschied: Mieterbund, Nabu, Architektenkammer & Co. fordern bessere Anreize für Eigentümer anstelle eines Sanierungszwangs – wie das vor einiger Zeit auch Haus & Grund schon angemahnt hatte.

Zusätzliche Mittel als Anreiz

Dem Bündnis schwebt ein sozial differenziertes, mit ausreichend Geld ausgestattetes Fördersystem, das verschiedene Kriterien wie Sanierungsumfang, Nutzen für die Umwelt, mögliche Energiekostenersparnisse, Mieterschutz oder Nutzungsansprüche berücksichtigt. Hauseigentümer, die ihr Gebäude energetisch deutlich besser modernisieren, als die aktuell geltenden gesetzlichen Anforderungen das vorsehen, sollen zusätzliche Mittel erhalten. Soziale Härten sollen aufgefangen werden. Bessere Förderung soll dabei allerdings nicht bedeuten, dass nur die Eigentümer entlastet werden.

Reiner Wild, Vorstand des Deutschen Mieterbunds , wünscht sich eine Dreiteilung der Belastung. „Die Kosten der energetischen Gebäudesanierung müssen im vermieteten Wohnungsbestand künftig zu gleichen Teilen vom Staat, den Vermietern und den Mietern getragen werden. Dabei müssen die von den Mietern erzielbaren Energiekostenersparnisse stärker in die Rechnung einbezogen werden“, fordert er. Heute sei die Situation so, dass Mieter im Ergebnis den Anteil der Kosten tragen müssen, für die nicht der Staat aufkommt – und das auch dann, wenn die Energiekostenersparnis (also der finanzielle Nutzen für die Mieter) nur minimal ausfällt.

Vernetztes Beratungssystem

Neben dem Ausbau und der besseren Differenzierung der Förderung für Gebäude hat das Maßnahmenpaket des Bündnisses drei weitere zentrale Bausteine: ein vernetztes Beratungssystem für Kommunen und Eigentümer mit gut geschulten Beratern, mehr Transparenz bei der energetischen Bewertung von Gebäuden sowie die finanzielle Unterstützung quartiersbezogener Sanierungskonzepte.

Letzteres liegt Dr. Thomas Welter, Geschäftsführer beim Bund Deutscher Architekten besonders am Herzen. „Es ist einseitig und kurzsichtig, jeweils nur das einzelne Bauwerk energetisch zu optimieren“, argumentiert er. Deshalb müsste der Fokus der Förderung insbesondere auch auf Gesamtlösungen mit Blick auf ganze Quartiere gelegt werden. Denn das sei ein wichtiges Instrument für eine effiziente, qualitätsgesicherte und sozialverträgliche Modernisierung des Gebäudebestands, die – für Architekten auch nicht ohne Belang – auch den baukulturellen, architektonischen Anspruch umzusetzen nicht außer Acht lässt.

Darf das Bündnis beim Thema Mieterschutz nicht auf Zustimmung durch Haus & Grund hoffen, liegt der Eigentümerverband mit ihm bei der Bedeutung quartiersbezogener Maßnahmen wieder auf einer Linie. Das zeigt die Beteiligung des Verbands und zahlreicher Ortsvereine an dem Pilotprojekt „Kooperationen im Quartier“ (KiQ).

Mehr Informationen zu den Forderungen und Partnern des Bündnisses unter www.dmb.de

Tobias Krell



Kommentare
06.04.2013
18:11
Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen
von wolfgang123 | #4

Hatte die KfW nicht gerade vorgerechnet, dass sich die energetische Sanierung niemals finanziell lohnen wird? Dadurch entstehen nur höhere Mieten und Altlasten, wenn aus dem eingebauten Styropor irgendwlche Biozide austreten. In 20 Jahren ist das Dämmmaterial dann Sondermüll.

Wäre es nicht viel sinnvoller, die Energieversorgung so zu sichern, dass die ökologisch und bezahlbar ist?

06.04.2013
15:11
Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen
von NRW1 | #3

Eigentum verpflichtet - So ein Grundsatz in unserem Rechtssystem. Augenscheinlich gilt dies für Eigentümer von Wohnraum nicht bzw. nur begrenzt. Zahlen doch die Mieter nach einer Sanierung den Kernanteil der "Sanierung"/Modernisierung.
Diese Sanierung kommt einer Aufwertung der Immobilie gleich. Zahlen sollen andere.
Hinzu kommt noch, dass sich eine Sanierung eigentlich gar nicht rechnet. Gewinner sind da dann doch wohl eher Hausbesitzer und Auftragsfirmen.

06.04.2013
13:01
Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen
von nocheindirk | #2

Ich habe im Rahmen einer Weiterbildung zum damaligen Energieberater im Jahr 2000 diverseste Rechnungen über Gebäudesanierungen durchgeführt. Die Fassadendämmung hatte damals in der Regel eine finazielle Amortisationszeit von 15 bis 20 Jahren. Damals war die Energie zwar noch billiger, aber die Kosten für die Sanierung auch. Deshalb wird es heute nicht anders sein. Dazu kommt das die heutigen Fassadendämmungen in ein paar Jahren ein ganz erheblichen Umweltproblem darstellen werden. Zum einen fallen dann nicht recyclebares Styropr in hunderttausenden kubikmetern an, zum anderen gelangt der Gips mit dem die Fassaden verputzt werden ins Grundwasser. Dazu gab es auh eine Analyse. Man sieht ja heut zu tage schon wie nach kurzer Zeit die Fassaden vom Regen ausgewaschen sind und gegebenfalls die Befestigungspunkt und Fugen sichtbar werden. Ich habe immer gelernt das man Gips niemals ständig der Feutchtigkleit aussetzen darf.

06.04.2013
11:59
Breite Allianz für die Förderung energetischer Sanierungen
von Juelicher | #1

Der Sinn der ganzen Privatgebäudesanierung ist insgesamt zweifelhaft, sofern man die enormen Kosten im Billionenbereich beachtet. Der Anteil des in Haushalten freigesetzten CO2 beträgt laut UBA nur rund 13 %.
Realistischer Spareffekt also nur 6 - 7 %!
Nachdem mit der von der KfW-Bank beauftragten Studie wieder einmal die mangelhafte Amortisationsfähigkeit von energetischen Sanierungen deutlich geworden ist, schlägt die Dämm- u. Energiesparlobby mit ihren Propagandamärchen zurück. Jeder der die Grundrechenarten beherrscht u. über ein wenig Hintergrundwissen verfügt, weiß dass sich die Summe aller energetischen Sanierungsmaßnahmen niemals auch nur annähernd rechnen können. Die Maßnahmen sind selbst einschl. der Subventionen - welche der Hausbesitzer oder Mieter als Steuerzahler sich quasi selbst finanziert - unwirtschaftlich. Ich kann nicht nachvollziehen, dass auch Mieterbund oder Verbraucherschützer offenbar nicht genug Kompetenz besitzen, solche Zusammenhänge zu überschauen.

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