Bei der Sparkasse boomt die Finanzierung von Immobilien

Besonders das Geschäft mit Immobilien boomt bei der Sparkasse.
Besonders das Geschäft mit Immobilien boomt bei der Sparkasse.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
Immer mehr Menschen investieren in Immobilien. So wuchs die Nachfrage nach Hauskredite bei der Sparkasse um 4,5 Prozent an. Besonders das Immobiliengeschäft boomt: Im ersten Halbjahr wurden Immobilienkredite von über 20 Milliarden Euro vergeben. Die eigenen vier Wände werden immer attraktiver.

Frankfurt.. Immer mehr Deutsche investieren in Immobilien und sorgen damit für gute Stimmung bei den Sparkassen. Dank der starken Nachfrage nach Hauskrediten kletterte das Volumen der neu zugesagten Darlehen im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent auf 64,1 Milliarden Euro, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Montag mitteilte. Auch das Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen läuft angesichts der stabilen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland rund.

Besonders ins Auge sticht jedoch das boomende Immobiliengeschäft. In den ersten sechs Monaten vergaben die 418 Sparkassen Immobilienkredite über gut 20 Milliarden Euro - das ist ein sattes Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Die eigenen vier Wände sind in der aktuellen Niedrigzinsphase noch begehrter geworden", sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. Die Zahl der Konsumentenkredite - beispielsweise für einen neuen Fernseher oder Urlaubsreisen - ging dagegen zurück. Unter dem Strich hätten die Sparkassen ihren Marktanteil bei Krediten an Privatpersonen jedoch auf rund 32 Prozent ausgebaut, erklärte der DSGV.

Längerfristige Finanzierungen

An Unternehmen und Selbständige haben die Sparkassen in der ersten Jahreshälfte gut 34 Milliarden Euro an neuen Krediten zugesagt, ein Plus von vier Prozent. Bei 80 Prozent der Zusagen handelte es sich um längerfristige Finanzierungen.

Zudem haben viele Unternehmen große Reserven. Ende Juni hatten Firmen und Gewerbetreibende Einlagen von 131 Milliarden Euro bei den Sparkassen geparkt. Die komfortable Finanzierungssituation für Unternehmen und Selbständige sei ein "gutes Signal für die größte Volkswirtschaft in Europa", sagte Sparkassen-Präsident Fahrenschon.

Geschäft mit Wertpapier erholt sich

Auch das Geschäft mit Wertpapieren, von denen viele Kunden seit der Finanzkrise die Finger lassen, erholt sich langsam. Der Wertpapierumsatz bei den Sparkassen stieg um 13 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Von den Werten von vor der Finanzkrise sind die Institute damit aber noch weit entfernt. Im ersten Halbjahr 2007 kamen die Sparkassen noch auf einen Wertpapierumsatz von 85 Milliarden Euro. Fahrenschon macht dafür auch die schärferen Vorschriften der Politik verantwortlich. "Die persönliche Beratung bei Wertpapieranlagen wurde nicht erleichtert, sondern mit Beratungsprotokollen, Beraterregistern und Produktinformationsblättern überfrachtet." Zum Ergebnis des ersten Halbjahres äußerte sich der DSGV nicht. 2012 hatten die Sparkassen insgesamt einen Vorsteuergewinn von 4,4 Milliarden Euro eingefahren. Allerdings macht vielen Instituten die Niedrig-Zins-Phase zunehmend zu schaffen. Viele hochverzinste Anlagen, in denen die Sparkassen ihr Geld angelegt haben, laufen sukzessive aus. (Reuters)