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Ansprüche an die Möbel wandeln sich mit dem Aufwachsen der Kinder

19.12.2012 | 11:45 Uhr
Ansprüche an die Möbel wandeln sich mit dem Aufwachsen der Kinder
Babymöbel sollen wandlungsfähig sein. So ersparen Eltern später Umbauten, wenn das Kind aufwächst.Foto: Getty

Bad Honnef/München.  Mit der Geburt eines Kindes ändert sich das Wohnen grundlegend. Um später Umbauten zu vermeiden, soll das Kinderzimmer mit entsprechenden Möbeln rechtzeitig eingerichtet werden. Experten empfehlen Eltern, auf die Wandlungsfähigkeit der Babymöbel und Wickelkommoden zu achten.

Mit dem ersten Baby ändert sich nicht nur das Leben, sondern auch das Wohnen grundlegend. Darauf sollte man sich rechtzeitig vorbereiten, rät die Münchnerin Cora Bojahr, Erzieherin, Heilpädagogin und Innenarchitektin, die sich in auf die Gestaltung von Kinderzimmern spezialisiert hat: "Zum einen entwickelt sich ein Neugeborenes unwahrscheinlich schnell, das kann einen überrollen. Zum anderen knüpft auch schon ein Säugling Erwartungen an seine Umgebung."

Wer ihm einen Raum biete, an dem er sich entspannt auf Stillen, Schlafen oder Wickeln einlassen kann, der helfe ihm, auf der Welt anzukommen.

Umsichtiges Planen erspart Umbauten

Dies müsse beim Säugling noch nicht unbedingt das eigene Zimmer sein – wer es jedoch schon einrichte, sollte gleich weiter denken. "Das Krabbeln und sich an den Möbeln hochziehen kommt schnell. Auch Stauraum für Spielzeug braucht man eigentlich von Anfang an. Und schneller als man denkt, braucht das Kind ein großes Bett – wer langfristig plant, sollte den Platz dafür, eventuell auch schon für einen Mal- oder Schreibtisch, bereits einplanen."

Möbel, die mitwachsen

Aus Babymöbeln wachse das Kind rasch heraus. Wer Möbel länger nutzen möchte, solle daher auf ihre Wandlungsfähigkeit achten, rät Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef: "Kinderbetten zum Beispiel sind sehr wandlungsfähig. Wegbereiter war hier vor fast 80 Jahren das legendäre PAIDI-Bettchen, das in ein Juniorbett oder auch in ein Kindersofa umgebaut werden kann."

Gebrauchte Möbel
Auf Qualität und Zustand achten

Bad Honnef. Wer hochwertige Kindermöbel möchte, aber nicht viel Geld ausgeben kann oder will, dem bietet sich der Kauf von Gebrauchtmöbeln an. Ursula Geismann verrät, wie man sich vor vermeintlichen Schnäppchen schützt: kein Kauf aufgrund eines Fotos, immer vor Ort selbst anschauen; besser in regionalen Zeitungen als in bundesweiten Medien suchen; Gebrauchtmöbel auf ihre Funktionstauglichkeit testen, z. B. auf die Haltbarkeit der Scharniere und die Leichtläufigkeit der Schubladen; Qualitätssiegel wie DIN, das RAL-Gütesiegel für Möbel und das GS-Zeichen geben Sicherheit; Kastenmöbel nach hygienischen Gesichtspunkten untersuchen (sind die Möbel auch innen sauber?); Matratzen aus hygienischen Gründen grundsätzlich neu kaufen bzw. auswechseln. Quelle: Ursula Geismann, Verband der deutschen Möbelindustrie (dapd)

Auch Wickelkommoden seien heute Verwandlungskünstler, denn meist lasse sich der Wickelaufsatz abnehmen und das Möbel weiterhin als Kommode nutzen. Noch praktischer seien Modulsysteme, meint Bojahr: "Die Kommoden sind oft recht sperrig und stören in kleinen Kinderzimmern, wenn das Kind mehr Spielfläche braucht. Modelle, die man in zwei schmale Regale zerlegen kann, sind praktischer."

Überhaupt empfiehlt die Expertin Baukastensysteme, die sich mit dem Kind weiterentwickeln. Für die ganz Kleinen sollten die Möbel nicht zu hoch und offen sein, damit das Kind auf Spielzeug zugreifen kann. "Ganz wichtig ist die Standfestigkeit. Wenn das Kind anfängt zu laufen, wird es sich an den Möbeln hochziehen und zum Spielen daran festhalten. In dieser Phase liegt auf dem Einüben von Stehen und Laufen die absolute Priorität des Kindes, das müssen die Möbel mitmachen."

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