Warum Taylor Swift ohne Mann glücklicher lebt

Taylor Swift lässt den leeren Platz an ihrer Seite vorerst unbesetzt.
Taylor Swift lässt den leeren Platz an ihrer Seite vorerst unbesetzt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Wir sprachen mit der 25-jährigen Sängerin Taylor Swift, die auf dem Weg vom Country-Superstar zum globalen Popstar ist, über Liebe und Mobbing.

Essen.. Taylor Swift hat bereits sieben Grammy-Awards gewonnen, wurde zweimal mit der Auszeichnung „Billboard Woman Of The Year“ ausgezeichnet und hat im Verlauf ihrer Karriere über 30 Millionen Alben sowie mehr als 80 Millionen Download-Tracks verkauft. Mit ihrem Album „1989“ ist das 25-jährige Multitalent auf dem Weg vom Country-Superstar zum globalen Popstar. Charmant und entspannt begrüßt uns Swift in Hamburg zum Interview. Aber sie ist mehr als hübsch . . .

Mrs. Swift, im Lied „Shake It Off“ singen Sie darüber, dass die Öffentlichkeit denkt, Sie würden zu viele Typen daten und könnten keinen davon halten. Wie viel Wahrheit steckt in den Zeilen?

Taylor Swift: Gar keine, zumindest nicht in jüngster Zeit. Denn ich gehe gerade durch eine Phase in meinem Leben, wo ich mich überhaupt nicht danach fühle, mich mit Männern zu verabreden. Es ist anderthalb Jahre her, dass ich einen Typen gedatet habe. Und ich schwöre ihnen, diese anderthalb Jahre waren die glücklichsten meines Lebens!

Wirklich?

Swift: Ja, weil es keine Dramen gab! Momentan sind die einzigen Prioritäten meine eigenen. Ich lebe mein Leben nach meinen Vorstellungen. Ich glaube, dass es für eine Frau in den Zwanzigern sehr wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, um herauszufinden, wer sie eigentlich ist. Dafür muss man auch mal allein sein! Wenn du ständig von einer Beziehung in die nächste stolperst, wird es schwierig, dir über dich selbst klar zu werden.

Angebote hat eine Frau wie Sie vermutlich genügend, oder?

Country-Star Swift: Natürlich! Aber es würde momentan bei mir sowieso nicht funktionieren mit einer Beziehung.

Brauchen Sie also keinen Mann mehr?

Swift: Ich brauche vor allem von einem Mann keine Bestätigung mehr, dass ich das Richtige tue. Das war vor ein paar Jahren noch anders.

Das klingt jetzt fast feministisch.

Swift: Aber nicht auf die Art, dass ich Männern gegenüber feindlich eingestellt wäre! So ist das nun auch wieder nicht. Ich habe einfach Lehren aus meinen Erfahrungen gezogen.

Ihr neuer Song „Blank Space“ suggeriert, Sie hätten den Glauben an die wahre Liebe komplett verloren und wären nur noch auf kurze Flirts aus. Oder ist das Ironie, wenn Sie singen: „I can make the bad guy good for a weekend“?

Swift: Teils, teils. Ich habe mich gefragt: „Was wäre, wenn ich so wäre, wie die Medien behaupten?“ Dann wäre das das Lied, das ich schreiben würde. Aus der Perspektive ist es entstanden. Es ist mein Lieblingssong, weil er so witzig, dreist und mutig ist. Er betrachtet die Liebe aus einem zynischen Blickwinkel. Das ist neu für mich.

Inwiefern?

Spotify Swift: Früher stellte ich Liebe und Romantik über alles, es war das ultimative Ziel im Leben! Auf meinem zweiten Album gab es den Titel „Love Story“. Da ging es um eine fantastische Liebesgeschichte, um den Wunsch, glücklich mit jemandem zusammen zu sein und wie Prinz und Prinzessin zu leben. Es liegen sieben Jahre dazwischen. Die Art, wie man Liebe mit 17 betrachtet und mit 24 ist unterschiedlich. Heute schreibe ich Lieder darüber, dass Männer in der Liebe gequält werden wollen! (lacht)

Das Popstarsein scheint trotzdem keine einsame Reise für Sie zu sein.

Swift: Nein, überhaupt nicht. Du hast die Wahl: Entweder kannst du dich abkanzeln und niemandem trauen. Es gibt viele Künstler, die das tun! Oder du versuchst, vorbehaltlos auf Menschen zuzugehen. So bin ich! Ich mag es, Leuten zu vertrauen und Freunde zu haben, denen ich alles erzähle. Ich brauche sie sogar, um Spaß im Leben zu haben. Auch da haben sich meine Prioritäten in den letzten anderthalb Jahren verändert: Meine Freundinnen, meine Familie und meine Musik stehen an erster Stelle.

Auch für Ihre Fans sind Sie so was wie eine Freundin: Jüngst haben Sie einen aufmunternden Brief an ein Mädchen geschrieben, das gemobbt wurde!

Swift: Weil ich in der Mittelstufe genau das Gleiche erlebt habe! Mich hat man schikaniert, weil ich andere Interessen hatte als alle anderen. Wenn die Schule aus war, schrieb ich Songs, trat bei Country-Messen, Karaoke-Wettbewerben und Talent-Shows auf. Meine Mitschüler feierten Partys und luden mich nicht ein. Und plötzlich war ich die nervige Tussi, die sich für was Besonderes hält, aber es natürlich nie zu etwas bringen wird; die das Haar furchtbar trägt und schlimme Klamotten anhat. Ich war damals unglaublich frustriert!

Aber Ihr Glaube an sich selbst war stärker?

Swift: Absolut. Ab einem gewissen Punkt sagte ich mir: „Die wissen es einfach nicht besser.“ Ich ließ sie keine Macht über meine Gedanken haben und stellte mich nicht mehr in Frage. Ich würde mir wünschen, dass alle Frauen dieses stille Selbstbewusstsein in sich trügen und Geduld haben, dass sich die Dinge zum Guten wenden. Denn Menschen werden heutzutage für alles Mögliche gemobbt: Du bist zu sehr dies. Du bist nicht genug das. Deshalb ist meine Botschaft: Wenn jemand dich verhöhnt für das, was du bist, sei noch mehr du selbst als sowieso schon und habe Spaß im Leben. Das ist in einer solchen Situation wohl die süßeste Revanche.

Heißt das auch, dass Sie in Ihren Songs keine Ex-Liebhaber mehr runtermachen werden? Das trägt man Ihnen ja gerne nach.

Swift: Das kann ich nicht versprechen. Auf dieser Platte mache ich jedenfalls niemanden runter. Aber ich finde es interessant, wenn Leute es so hinstellen, als würde ich Songs schreiben, in denen ich mit meinen Ex-Lovern abrechne. Ich habe Songs über eine Trennung geschrieben, beide Personen in der Beziehung wurden verletzt, und ich erzähle meine Seite der Geschichte. Und dann liest du in der Presse: „Taylor disst ihren Ex!“ Das hört sich an, als wäre es ein Boxkampf oder so. Ich bin Songwriterin und schreibe Lieder darüber, was in meinem Leben passiert. Und meine Ex-Liebhaber dürfen sich ermutigt fühlen, das auch zu tun.

  • Taylor Swift live: 19. und 20. Juni in Köln, Arena. Karten gibt es in den Ticketshops dieser Zeitung und unter www.ruhrticket.de