Von Männern, Frauen und dem Petunien-Unterschied

Petunien
Petunien
Foto: Jens Dirksen
Männer und Frauen sind im Garten genauso verschieden wie im wirklichen Leben auch. Ich habe das neulich wieder recht drastisch zu spüren bekommen.

Niederrhein..  Wir haben vier Außen-Fensterbänke, die Wände ringsum bestehen aus alten, dunkelroten, manchmal fast ins Schwarzrote verwitterten Ziegelsteinen. Oben drüber rankt sich eine pinke „Leonardo da Vinci“-Rose, unten stehen Himbeeren und weiße und blassviolette Phlox, im Herbst stehen unter den Fenstern dann auch lila Astern.

Aber womit bestücken wir die Blumenkästen für die Fensterbänke? Wir haben ein jahrelanges Experimentieren hinter uns. Rote Eisbegonien hab ich mal ausprobiert, denn die sind nicht gleich beleidigt, wenn man zwei Tage mal das Gießen vergisst – die Fensterbänke befinden sich in bester Sonnenlage, sommers glüht es da von halb elf bis um fünf, und wegen der Mauer, die ums Eck geht, ist die Wand vor den häufigen Nord- und Westwinden geschützt. Und die alten Ziegelsteine sind von der Witterung so porös geworden, dass sie wunderbar die Wärme speichern.

Hortensien und andere Säufer kommen also gar nicht in Frage, Lavendel und Salbei ergäben zu viel Lila. Die Fleißigen Lieschen, deren Rot ins Orange hinüberlappte, waren farblich das pure Grausen.

Gestreift und gesprenkelt

So bin ich irgendwann auf die Petunie gekommen. Die blüht die ganze Sommersaison über, braucht zwar auch regelmäßig ein bisschen Wasser, verbrennt aber immerhin nicht gleich bei Sommersonnenwunschwetter. Und der Riesenvorteil der Petunien (wussten Sie, dass sich der Name vom Wort der brasilianischen Indianer für Tabak ableitet? Die Petunie ist ja ein Nachtschattengewächs, also mit Tomate und Kartoffel verwandt) ist, dass es sie in allen erdenklichen Farben gibt, sogar gestreift! Und gesprenkelt!

Erst gemeinsam zum Ziel

Ich hatte in der Gärtnerei eine, wie ich fand, wunderbare Petunie entdeckt, Grundfarbe weiß, außen leicht pupurviolett gesprenkelt und zum Blütenkelch hin immer violetter. So habe ich die Blume auch meiner Frau beschrieben. Das Ergebnis? Eine krause Nase, skeptische Blicke. Na gut, dann fahren wir eben zum Gärtner und suchen gemeinsam eine aus. Gesagt, getan. „DIE da, die wäre doch wunderbar“, zeigte meine Frau. Sie ahnen, wohin – und ich wusste wieder, dass Männer und Frauen vollkommen anders auf ein- und dieselbe Welt blicken.

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