Katzenminze als prächtig blühender Lückenfüller

Die Katzenminze
Die Katzenminze
Foto: Jens Dirksen
Was wir bereits wissen
Wer sich im Vorgarten schon an so mancher Pflanzenart versucht hat und nicht zufrieden ist, sollte die Katzenminze austesten. Die wirkt Wunder.

Gelegentlich habe ich es schon erwähnt: Der Rittersporn hat mich Demut gelehrt. Eigentlich hatte ich den für einen kräftig blauvioletten Tupfer im Vorgarten vorgesehen. Aber nachdem er sich Jahr um Jahr, kaum verblüht, gleich vom Irdendasein verabschiedet hatte und auch meine entschlossenen Bodenverbesserungsmaßnahmen nichts daran änderten, gab ich auf. Pflanzen ungeachtet der Qualität des Bodens, ungeachtet der Sonnenverhältnisse am Standort anzusiedeln, ist ziemlich zwecklos. Und in unserem Vorgarten muss irgendwann einmal ein Sandkasten entsorgt worden sein, in den die Kinder haufenweise kleine Kiesel hineingeworfen haben müssen. Da wachsen eigentlich nur Pflanzen, die auch Trockenmauern und Wüsteneien besiedeln.

Also hauptsächlich Lavendel und Salbei. Aber weil der Salbei bei uns hauptsächlich im Mai blüht und der Lavendel selten vor Juli, bin ich als Zwischenlösung auf die Katzenminze gekommen, die bei uns gerade in einer wahren Wolke aus Blüten die weißen „Schneewittchen“-Rosen umtanzt. Wir haben eine graulaubige Katzenminze , die sich nach zwei, drei eher bescheidenen Anfangsjahren so richtig in Form geblüht hat. Die Katzenminze, die am intensivsten duftet und auch als Heilkraut beruhigend wirken soll, hat allerdings eher unscheinbar weiße bis blassrosa Blüten. Es gibt die Katzenminze auch mit saftiggrünem Laub. Aber die braucht eher feuchtere Erde – und ich hatte Sorge, dass sie ihrem Namen alle Ehre machen könnte. Denn die Katzenminze heißt ja so, weil sie Katzen rattendoll machen kann (Ratten dagegen soll sie vertreiben helfen) – und zwar so sehr, dass sie sich in der Pflanze wälzen. Vielleicht auch, weil sie anziehend auf andere Katzen wirken wollen, eine Art Eau de Toilette für Stubentiger. Nun ist unser Kater allerdings 17 Jahre alt, da sind auch ganz andere Triebe als der Drang, sich in der Katzenminze zu wälzen, erheblich zurückgegangen.

Rätselhafter Weise springt ohnehin nur jede zweite Katze auf die Minze an. Dahinter steckt eine Vermehrungsstrategie: Im Fell der Katzen soll Samen hängenbleiben, damit sie ihn ein paar Meter weitertragen. Man kann diese Staude allerdings auch einfach teilen; zumal sich nach der Blüte ein Rückschnitt empfiehlt – dann gibt’s im Herbst noch mal eine Blüte.