Die unterirdischen Metromonster im eigenen Garten

Ab in den Untergrund...
Ab in den Untergrund...
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Wussten Sie, dass die Linien der Metro in Paris so merkwürdige Wege nehmen, weil sie dem Straßenverlauf zu ihrer Bauzeit, vor mehr als einem Jahrhundert folgen?

Niederrhein.. Das liegt daran, dass es viel zu teuer gewesen wäre (und viel zu lange gedauert hätte), so viele Privatbesitzer von Gebäuden zu entschädigen (oder zu enteignen) – und man deshalb lieber die Straßen aufgerissen hat, um das unterirdische Schienennetz zu verlegen.

Jetzt mögen Sie sich fragen, wie sich derart metropolitane Einrichtungen voller Lärm, Hektik und Unvernunft in unser ländlich-sittliches Zeitungsfleckchen für Kraut und Rüben verirren konnte. Aber ich finde die Parallele offensichtlich. Wenn man sich nämlich überlegt, nach welchen Grundsätzen die Untergrundbahnen in unseren Gärten angelegt werden, stößt man auf ähnliche Seltsamkeiten und sieht sich mit großen Haufen Unvernunft und feinkrümeliger Erde konfrontiert.

Die Natur ist auch unterirdisch aus dem Winterschlaf erwacht

Richtig, wir sind beim Maulwurf. Der Frühling dehnt sich ja nicht nur mit überirdisch schönen Blütenprachtfeuerwerken aus, auch unterirdisch ist die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Und wenn man anhand der Abraumhalden zu ergründen versucht, welchem Plan unser persönliches Exemplar Talpa europaea folgt, steht man vor ähnlichen Rätseln wie dem skurrilen U-Bahn-Netz mancher Großstadt.

Bestienhafte Wesen mit Pelz

Es ist übrigens ein verbreitetes Verhaltensmuster von Gärtnern, den Besuch eines Maulwurfs höchst persönlich zu nehmen. Schilderungen von Vertreibungsversuchen klingen sehr schnell wie Berichte von Duellen, in denen sich der bepelzte Gegner des Gärtners zu einem bestienhaften Wesen auswächst, mit geradezu infernalisch bösen Charakterzügen, neben denen sich ein vorbeidonnerndes Metromonster gradezu liebreizend ausnimmt.

Vielleicht erinnern Sie sich, wie ich einen Kollegen davon abhalten konnte, die aus Afghanistan heimkehrenden Luftwaffeneinheiten in seinen Garten umzuleiten und die Hügel wegbomben zu lassen, nachdem alle anderen Versuche gescheitert waren. Wie das ausging – und von einem weiteren tragödienhaften Fall mit komischen Zügen kann ich Ihnen aber erst beim nächsten Mal berichten, weil die Kolumne hier leider wieder zu Ende ist.