Die Leitsätze für ein glückliches und erfolgreiches Leben

Stoppok entdeckt heute die Wahrheit in der Bibel.
Stoppok entdeckt heute die Wahrheit in der Bibel.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Es gibt Worte, die einem bei Zweifeln den Weg weisen und den Blick fürs Wesentliche schärfen. Wir haben Menschen nach ihren Erfolgssätzen gefragt.

Essen.. Manche Sätze gehen einem nie mehr aus dem Kopf. Sie sind treue Begleiter und gute Ratgeber:

„In der Bibel steckt die Wahrheit.“

Stefan Stoppok (59), Rockmusiker aus Essen

Da ich aus einer katholischen Familie stamme, war ich von klein an sehr vertraut mit der Bibel. Das meiste daraus ergab für mich damals aber keinen Sinn, zumal sich kaum etwas von den Weisheiten in dem Verhalten der Leute aus der Gemeinde widerspiegelte. Als Jugendlicher trat ich aus der Kirche aus, weil ich diese Widersprüche nicht mehr ertragen konnte. Die Bibel begleitete mich aber weiter, weil im Laufe meines Lebens mir immer wieder Sätze aus dem neuen Testament in den Sinn kamen. Fast bei jeder größeren Erfahrung und daraus resultierenden Erkenntnis fiel mir ein passender Satz aus der Bibel ein, der erst jetzt für mich verständlich wurde und ich mir jedes Mal dachte: „Ach so war das gemeint!“

BDI-Präsident Ulrich Grillo

„Die meisten Fehler machen Unternehmen, wenn es ihnen gut geht, und nicht, wenn es ihnen schlecht geht.“

Ulrich Grillo (55), Duisburger Unternehmer und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI)

Dieser Satz stammt von dem ehemaligen Deutsche Bank-Chef Alfred Herrhausen, und ich habe ihn das erste Mal gehört während meiner Ausbildung bei der Deutschen Bank.

Für mich war Herrhausen eine beeindruckende Persönlichkeit, seine Geradlinigkeit und Integrität habe ich mir zum Vorbild genommen. Seit dem Jahr 2001, als ich in den Vorstand der Grillo-Werke eintrat, wurde mir dieser Satz zu einem echten Leitmotiv für mein unternehmerisches und mein persönliches Handeln.

Salopp gesagt: Wenn es rund läuft, kommt man auf dumme Ideen. Das bringt auf den Punkt, worum es beim Wirtschaften gehen muss: Verantwortung, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit. Mir hat dieser Satz schon bei so mancher schwierigen Entscheidung geholfen.

Gasballon-Weltmeister Wilhelm Eimers

„Wir sind nicht die Besten, aber die Lustigsten.“

Wilhelm Eimers (65) Duisburg, viermaliger Weltmeister im Gasballon-Fahren

Seit über 40 Jahren begleitet mich dieser Satz. Jedes Mal, wenn ich in meinen Ballon steige, um Richtung Himmel abzuheben, beschwöre ich zusammen mit meiner Crew die gut gelaunte Bodenständigkeit. Mit dieser Einstellung haben wir viermal den Weltmeister-Titel gewonnen, mit 92,11 Stunden in der Luft halte ich den Weltrekord. Wenn ich in den Gasballon steige, will ich natürlich auch als Sieger landen. Aber beim Ballonfahren ist man abhängig von Wetter, Wind und einer Portion Glück. Erfolg ist nicht vorhersehbar. Wenn wir also mal nicht gewinnen, wollen wir wenigstens die lustigste Truppe sein.

Autorin Cornelia Funke

„Man sollte ab und zu etwas Großes im Leben verändern – und etwas tun, wovor man sich fürchtet.“

Cornelia Funke (56) Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, wie „Tintenwelt-Trilogie“, „Wilde Hühner“ und die Reihe „Reckless“, aus Dorsten. Sie lebt heute in Los Angeles.

Immer wenn ich den Mut hatte, mein Leben grundsätzlich zu verändern oder etwas Neues zu versuchen, auch wenn mir das schlaflose Nächte bescherte, wurde mein Leben so viel reicher und abenteuerlicher. Als hätte ich mich getraut, Türen zu öffnen, die nur darauf gewartet hatten, dass ich hindurchgehe. Und jede Tür macht einen ein bisschen größer und stärker.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin

„Weiter, immer weiter, wir schaffen das schon.“

Garrelt Duin (47) Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW

Mit der Muttermilch habe ich diesen Satz eingesogen. Meine Eltern brachten mir früh bei, unverzagt aufzustehen, wenn ich hingefallen war. Nicht hadern, nicht jammern, die Zähne zusammenbeißen.

Erst später ist mir bewusst geworden, dass es nicht nur ein Gebot, nicht nur ein Imperativ war, dieses „Weiter, immer weiter“. Sie sagten ja noch mehr: „Wir schaffen das schon.“ Was nichts anderes heißt als „Junge, Du bist nicht allein“.

Ich habe im Leben viel Glück gehabt. Aber es ähnelt einem Ultra-Marathon, bei dem man immer mal wieder aus dem Tritt kommt oder gar auf die Nase fällt. Das beginnt in der Schule. Auch ein Studium ist kein Zuckerschlecken. Der Beruf geizt nicht mit Nackenschlägen, schon gar nicht in der Politik. Ich war vor Jahren schon mal drauf und dran, die Brocken hinzuwerfen. Aber im Geiste hörte ich auf meine Eltern. Und Gott sei Dank war ich nicht allein.

Komikerin Lisa Feller

„Die Lösungen kommen mit den Problemen.“

Lisa Feller (38), Komikerin aus Düsseldorf. Die alleinerziehende Mutter tourt gerade mit ihrem neuen Programm „Guter Sex ist teuer“

Wenn man das Problem noch nicht hat, dann denkt man, das geht nicht. Und wenn das Problem da ist, findet man auch eine Lösung dafür.

Wie viele berufstätige Frauen habe ich eine ausgeklügelte Organisation. Alle Mütter können eben nichts besser als organisieren. Wo ist wann welches Kind? Wo ist der Kindersitz, damit die eine Babysitterin das Kind bringt und die andere es abholt. Und in welcher Tasche muss der Schlüssel deponiert, welches Kind muss zuerst von der Kita abgeholt werden? Man muss an sooo viel denken.

Ich bin inzwischen da, glaube ich, auch echt fit. Mir ist es nur ein einziges Mal vor Jahren passiert, dass meine Babysitterin mich anrief: „Wo ist denn das Auto?“ Und ich habe gesagt: „Oh, das ist gerade unter meinem Hintern auf der A1 Richtung Remscheid. Oh nein, du brauchst das Auto für die Kita!“ Und dann ist sie wirklich mit dem Fahrrad Kamikaze gefahren, eineinhalb Stunden hin und wieder zurück. Das war nicht die beste Lösung, aber am Ende war doch wieder alles gut.

Friedensforscher Jochen Hippler

„Langweilig ist noch nicht ernsthaft.“

Jochen Hippler, Politikwissenschaftler und Friedensforscher am Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen und Hobbyfotograf

Diesen Satz von Tucholsky habe ich als Student gelesen. Er hat mich beeindruckt, weil ich schon damals den Eindruck hatte, dass manche Leute oberflächliches und konventionelles Denken hinter einem Schwall hochtrabender, leerer Phrasen verbergen wollten. Auch in der Wissenschaft ist das ja nicht völlig unbekannt. Kreatives Denken ist aber spannend und aufregend. Und das sollte man nicht unter einer Schicht sprachlichen Schutts verstecken.

Gastronom Daniel Schiffer

„Et hätt noch emmer joot jejange.“

Daniel Schiffer (35). Der Gastronom leitet in Essen-Werden sein Restaurant „Schiffers“

Auch wenn es vielleicht platt wirkt, so hat mich als Rheinländer (genauer: Mönchengladbach, also Niederrhein) der dritte Paragraf des rheinischen Grundgesetzes zuverlässig durch mein bisheriges Leben geleitet.

Angefangen in der Zeit nach meinem Abitur, als ich nicht so recht wusste, welchen Weg ich einschlagen sollte. Ich entschied mich – ohne genau zu wissen warum – für ein Wirtschaftsstudium (BWL an der Uni Essen), zog ins Ruhrgebiet und fing an zu kellnern, um meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das Studium litt ein wenig unter der Arbeit und schnell war klar, dass das, was ich da neben meinem Studium machte, eigentlich das war, was mir richtig viel Spaß machte und mein Leben erfüllte. Als i-Tüpfelchen lernte ich hier in Essen meine wundervolle Lebensgefährtin Jule kennen. Ich entschied mich kurz vor Schluss (mir fehlte ein Referat zur Vollendung meines Studiums) auf mein Herz zu hören und den Weg in die Gastronomie zu 100 Prozent einzuschlagen. Ohne Garantie und Sicherheit. Frei nach dem Motto: „Et hätt noch emmer joot jejange.“

Nach zwei Jahren Restaurantleitung (VillaVue) stieß Jule auf ein interessantes Immobilienangebot in Werden, wo wir unseren Lebensmittelpunkt haben: Ein herunter- und in die Jahre gekommenes Häuschen suchte samt neuem Besitzer einen optimistischen Betreiber. Ich unterschrieb den Pachtvertrag für diese Baustelle, musste viel Kopfschütteln von Freunden und Familie einstecken, aber ich wusste, es wird schon gut werden. Und sechs Monate nach der Eröffnung des Schiffers kann ich nun wirklich sagen: „Et hätt noch emmer joot jejange.“

Museumsdirektor Walter Smerling

„Ideen haben ist gut. Gute Ideen umsetzen ist besser.“

Walter Smerling (56) Direktor des Museums Küppersmühle im Duisburger Innenhafen und Vorsitzender der Bonner Stiftung für Kunst und Kultur

Ich halte nichts davon, nur zu reden. Seit 29 Jahren arbeite ich mit dieser Devise, und wir haben in dieser Zeit 300 Kunst-Projekte in die Tat umgesetzt. Wie man gute Ideen erkennt? Sie sind haltbar, sie halten eine Prüfung aus. Dazu muss man eine Weile mit ihnen schwanger gehen und selbstkritisch sein. Und man braucht gute Kritiker als Freunde, mit denen man solche Ideen diskutieren kann. Wenn eine Idee lange für Diskussionen sorgt, hat man schon einen Indikator dafür, dass es eine gute Idee sein könnte.

Schauspielerin Beate Abraham

„Ich will! Das Wort ist mächtig
Spricht’s einer ernst und still.
Die Sterne reißt vom Himmel
Das eine Wort: Ich will!“

Beate Abraham, Schauspielerin („Lottokönige“ und „Stratmanns“), lebt seit 43 Jahren in Dortmund

Dieser Satz von Friedrich Halm hat mir mein Klassenlehrer in ein Buch geschrieben. Er hat sich mir tief eingebrannt. Dieser Satz fällt mir in schwierigen Situationen immer ein.