Das Karussell-Menue dreht sich wieder im Ruhrgebiet

Was wir bereits wissen
Sich treu bleiben und trotzdem nicht auf der Stelle treten: eine gastronomische Institution verbindet die zwei Tugenden vorbildlich: das Menue-Karussell.

Ruhrgebiet.. Und falls Sie nicht zu den Treuen gehören, die sich den 1. Februar ohnehin längst im Kalender eingekringelt haben: Ab Sonntag rotiert von Dortmund bis Gladbeck, von Bochum bis Gelsenkirchen wieder das Menue-Karussell.

Wenn Sie noch nie dabei waren, hier das Konzept: Die gehobene Gastronomie bittet zwei Monate lang zum Festpreis zu Tisch. Viergängig samt Wein, Wasser, Bier. Zu haben ist das je nach Rang und Kalkulation zwischen 39 und 49 Euro – nur die Spitze, etwa Börn Freitags „Goldener Anker“ oder Michael Dyllongs „Palmgarden“ schert nach oben aus.

Ist das teuer? Nein. Der Gast macht erfahrungsgemäß einen ziemlich guten Schnitt. Den Gastgebern ist ja bewusst: Bietet man einen richtig guten Abend, kehrt der Gast auch wieder, wenn der rotierende Rummelplatz ruht. Schon die vier, nach Regionen konzipierten Programmhefte (Bezug siehe unten) sind äußerst schmackhafte Lektüre. Am Bochumer Strätlingshof begleitet Riojasauce die Bäckchen vom Iberico, Halterns Tannenhäuschen umgarnt den Seeteufel mit einem Zucchini-Mantel zu Grapefruit-Risotto. Thilo Bullerkotte lockt mit niedertemperierten Ochsenwürfeln vom Charolaise nach Marl, und ein so rasant süßes Finale, wie es das Dortmunder „Rödels“ mit seiner Marzipan-Zitronengras-Mousse verspricht, kriegt man auch im kulinarischen Westfalen nicht alle Tage.

Dass man nicht aufhört, dass Ganze immer noch mehr Richtung Kundengeschmack zu drehen, zeigt sich in einem neuen Angebot: Immer mehr Teilnehmer bieten auch ein komplett vegetarisches Karussell-Menue, etwa die Vesttafel in Recklinghausen und Johannes Lensings Bottroper „Maschinenhaus“ – beides sehr empfehlenswerte Adressen.

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