Beim heiligen St. Johannis, die Beeren sind los!

Die Beeren der schwarzen Johannisbeere sind Ende Juni, also in den nächsten Tagen, erntereif.
Die Beeren der schwarzen Johannisbeere sind Ende Juni, also in den nächsten Tagen, erntereif.
Foto: IMAGO
Wenn Sie selbst Kinder haben, werden sie den Trick schon kennen, wie man sie dazu bringt, Dinge zu essen, die sie nicht kennen oder gar verschmähen.

Niederrhein..  Man muss nur ein anderes Kind dazusetzen, das vormacht, wie lecker die Oliven oder die Bohnen schmecken können – und die Menge jener Oliven oder Bohnen so verknappen, dass sie zu einem begehrten Gut werden.

Letzten Samstag war ich das Kind. Ich sah eins unserer Grünleger-Hühner hüpfen. Nun ist Hüpfen nicht die bevorzugte Fortbewegungsart für Hühner, da musste also was los sein. Ich dachte an einen Mallorca-Urlaub auf einer traumhaft gelegenen Finca; mit Blick aufs Meer liefen auf der balearischen Ponderosa auch Hühner frei herum – und taten sich an den ersten Weintrauben gütlich, die von den wild herumstehenenden Reben herunterbaumelten.

Neugier auf das Hühnerhüpfen

Nun bin ich nicht so kühn, hierzulande mit Weintrauben im Juni zu rechnen. Aber das Hühnerhüpfen machte mich neugierig. Siehe da: Die schwarzen Johannisbeeren waren reif! Ohne das Huhn wäre mir das wohl erst nächste Woche aufgefallen – und dann wäre wahrscheinlich die Hälfte der Ernte schon verdorrt gewesen. Es ist nämlich seltsam, wie unterschiedlich schnell die schwarzen „Wimmelten“ reif werden, wie meine Oma die Johannisbeeren immer nannte. Glauben Sie mir, dass mir erst jetzt gerade, wo ich das Wort hinschreibe, aufgeht, warum die so heißen? Am 24. Juni, der ja das Ende der Spargelsaison markiert und die Hoch-Zeit des Glühwürmchenflugs, ist St. Johannis! Da, ungefähr, sind die Beeren reif.

Als Füllung für den Pfannkuchen

Bei uns verwandelten sie sich im Handumdrehn in eine Füllung für den Samstags-Pfannkuchen. Und weil nicht genug reife Johannisbeeren am Strauch waren, habe ich diese Füllung mit Boskoop-Äpfeln gestreckt; das hatte zur Folge, dass das Herbe der Beeren umarmt wurde von der Säure des Boskoops – lecker! Und: die schwarzen Johannisbeeren sind ja nicht so saftig wie die roten. Das hat den Vorteil, dass sie beim Braten nicht so schnell platzen wie die roten, die immer festbacken.

Die Handvoll schwarzer Beeren, die drei Tage später reif waren, habe ich dann dem Grünleger spendiert. Mit Hüpfen wäre er da im Leben nicht drangekommen...

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