Bei Rösgen in Duisburg gibt es mehr als nur Steaks

Was wir bereits wissen
Exotische Kulinarik meiner Kindheit? Das war die Küche des Balkans. Die Deutschen strömten an die Tische des Lustigen Bosnjak. Sie liebten die Grillteller, deren Verdaulichkeit ein süßer Pflaumenschnaps als Gabe des Hauses begünstigen sollte. Eine Reise in die Vergangenheit.

Duisburg..  Lang ist’s her. Geblieben sind wenige. Einerseits wuchs die Konkurrenz von Palermo bis Peking. Andererseits wurde man anspruchsvoller, und es war ja nicht immer die reine Raffinesse, die sich im Djuvec-Reis verbarg. Hinzu kam, dass die Serbische Bohnensuppe irgendwann nicht nur wegen der Hülsenfrüchte schwer im Magen lag.

Eine Adresse wie Haus Rösgen in Duisburg schafft es offenbar auch 2014, mit Klassikern wie den familienfreundlich kalkulierten Cevapcici (9,90 €) und „Platte Adria“ (2 Pers., 31,90 €) im Geschäft zu bleiben. Das Restaurant mit Wintergartencharakter im Foyer zeigte sich an einem ganz normalen Wochentag gut gefüllt: eindeutig Stammgäste. Das Gourmet-Segment bedient ein „All-Steaks“-Konzept, das beim Filet vom US-Beef 40 € für 300g bedeutet. Uns reichen 200 (Lady’s Cut, aber egal, 30 €). Das Fleisch, hochtemperiert gebraten, ist hinreißend: außen fast karamellisiert, hocharomatisch, innen wie Butter.

Rundherum gibt es Licht wie Schatten. Unsere Cola-light hatte null Kohlensäure, die Tomatensuppe (4,30€) zeigt zwar fruchtige Süße, aber kaum Bouillonkraft. Sehr respektabel die knusprigen Bratkartoffeln (3,50 €), wässrig und außer üppig Pfeffer nicht ernstzunehmen: eine hilflose Pfeffersauce (3,20 €). Vielleicht war der Test nicht repräsentativ? Rundherum sah man zufriedenes Publikum.

Haus Rösgen, Sternbuschweg 296, 47057 Duisburg, 0203-354250. haus-roesgen.de

Preise: Vor allem Balkangerichte extrem preisfair und üppig portioniert. Wochentags günstiger Mittagstisch.

Ambiente: Kein Ausbund großer Designkunst, aber doch ganz hübsch in der Gegenwart der Gastlichkeit angekommen.

Service: Grundsätzlich sicher und freundlich. Ein leicht routinierter Unterton („War’s in Ordnung?“) fiel uns auf.