Zweifel an Oppermanns Glaubwürdigkeit

Berlin..  Er ist der Mann fürs Grobe. Thomas Oppermann ist unersetzlich für die SPD. Er wird also nicht über die Edathy-Affäre stürzen. Aber ein paar Schrammen werden bleiben. Oppermann hatte seinen Auftritt am späten Donnerstagabend im Edathy-Untersuchungsausschuss minutiös vorbereitet. Der Jurist las lange von einem Papier ab, versuchte, die vielen Vorwürfe gegen ihn zu entkräften. Irene Mihalic, Obfrau der Grünen im Ausschuss, sagte dieser Zeitung: „Oppermann war nervös.“

Zeitpunkt ist kritisch

Die Vorwürfe sind heftig: Oppermann steht im Verdacht, die Unwahrheit gesagt zu haben. Es geht um den 17. Oktober 2013. An diesem Tag erfuhr SPD-Chef Sigmar Gabriel vom damaligen Innenminister Friedrich (CSU), dass Sebastian Edathy (SPD) Fotos von nackten Kindern aus dem Internet heruntergeladen hat. Gabriel gab das an Frank-Walter Steinmeier (SPD) und an Oppermann weiter. Kritisch ist der Zeitpunkt: Gabriel sagte zum Telefonat mit Oppermann: „Das kann nur auf dem Weg nach Hause im Auto gewesen sein.“ Also deutlich nach 15.59 Uhr, als Gabriel verkündete, dass die SPD eine große Koalition schmieden will. Später ruderte er zurück, schloss nicht aus, dass das Telefonat vielleicht doch schon früher stattgefunden hat.

Doch Oppermann, das ist rekonstruiert, hat schon um 15.29 Uhr beim damaligen BKA-Chef Ziercke angerufen, um sich den Verdacht gegen Edathy bestätigen zu lassen. Oppermann sagte aus: Gabriel habe ihn vor 15.29 Uhr angerufen. Stellt sich die Frage: hatte Oppermann seine Infos aus anderer Quelle? „Es ist denkbar, dass Oppermann von Michael Hartmann schon am 16. Oktober von dem Verdacht gegen Edathy erfuhr“, sagt Irene Mihalic.