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Zuwanderungsstrom lässt Arbeitslosenzahl in NRW wachsen

30.07.2015 | 19:26 Uhr
Zuwanderungsstrom lässt Arbeitslosenzahl in NRW wachsen
Flüchtlinge im sauerländischen Rüthen: Nur wenige dürfen in Deutschland sofort eine Arbeit aufnehmen.Foto: Matthias Graben

Essen.   Der Zuwanderungsstrom lässt die Zahl der Arbeitslosen wachsen. Vor allem syrische Bürgerkriegs-Flüchtlinge tauchen vermehrt in der Statistik auf.

Der unverminderte Strom an Flüchtlingen schlägt sich nun auch in den Arbeitslosenzahlen nieder. Der im Juli übliche Anstieg sei in diesem Jahr durch die Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern verstärkt worden, erklärte am Donnerstag die Bundesagentur für Arbeit in NRW.

So sei die Zahl ausländischer Arbeitsloser zum Vormonat um 3700 auf 189.000 gestiegen. Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt aber robust: Mit insgesamt 760.000 Arbeitslosen waren im Juli in NRW zwar rund 17.000 mehr Menschen ohne Arbeit als im Juni, allerdings 17.000 weniger als vor einem Jahr.

Dabei erklärt sich der im Juli saisontypische Anstieg zum Großteil aus der um mehr als 9000 gewachsenen Zahl an jugendlichen Arbeitslosen. Das ergibt sich jedes Jahr um diese Zeit, weil viele die Schule, die Ausbildung oder das Studium beendet haben. Die meisten dieser jungen Menschen sind nur vorübergehend arbeitslos, weshalb die Arbeitslosenzahl in den Folgemonaten wieder entsprechend sinken dürfte.

100.000 arbeitssuchende Asylbewerber in 2015

Mit den Flüchtlingsströmen kommt aber ein neues Problem auf die Bundesagentur für Arbeit zu. Ihr Chef Frank-Jürgen Weise rechnet bundesweit mit 100.000 arbeitssuchenden Asylbewerbern in 2015. Zugleich betonte er, gerade die gut ausgebildeten Flüchtlinge seien auch eine Chance für Deutschland.

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Arbeitslosenzahl im Juli auf 2,773 Millionen gestiegen

2,773 Millionen Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet - das sind rund 61.000 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl aber.

Das sieht auch die Regionaldirektion NRW so. Chefin Christiane Schönefeld schickt Talentscouts los, um die Qualifikationen der Zuwanderer zu prüfen. „Wir sind gut aufgestellt, um die Fachkräfte unter den Zuwanderern möglichst schnell für den Arbeitsmarkt zu erschließen.“

Aktuell tauchen besonders viele Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien in der Statistik auf. Sie dürfen als Schutzbedürftige oder Kontingentflüchtlinge sofort eine Arbeit aufnehmen. Gelingt dies nicht, gelten sie als arbeitslos – aktuell sind dies 9297 Syrer und damit fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Besonders unter den Syrern sind viele gut ausgebildete Menschen, mehr als 20 Prozent haben eine Hochschule oder Uni besucht.

Asylbewerber sind ansonsten drei Monate gesperrt und dürfen auch danach nur arbeiten, wenn eine „Vorrangprüfung“ ergeben hat, dass für eine Stelle kein deutscher Bewerber zur Verfügung steht.

Stefan Schulte

Kommentare
01.08.2015
14:20
Talentscouts
von mabank | #3

"Chefin Christiane Schönefeld schickt Talentscouts los"
Ja, da kommen die Profiteure aus ihren Löchern gekrochen.
Das sind diejenigen, die permanent...
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Zuwanderungsstrom lässt Arbeitslosenzahl in NRW wachsen
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/zuwanderungsstrom-laesst-arbeitslosenzahl-wachsen-id10936593.html
2015-07-30 19:26
Asylbewerber, Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit, Arbeitslose,
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