Zulieferer bleiben optimistisch

Hannover/Hagen..  Wenn die Erwartungen der Zulieferindustrie ein Gradmesser für die allgemeine Konjunkturentwicklung sind, dann sieht es gar nicht schlecht für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr aus: Der Geschäftsklimaindex der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) jedenfalls steht auf „freundlich“. „In den letzten drei Monaten fiel die Erwartung nacheinander konstant optimistisch aus“, erklärte Dr. Theodor Tutmann, der Sprecher Initiative, gestern von der Hannover-Messe aus gegenüber unserer Zeitung.

Zweigeteiltes Bild

Gemeinsam mit dem Münchener Ifo-Institut wird der Index der ArGeZ, deren Sprecher in Hagen sitzt, ermittelt; dazu sind 600 Firmen der Zulieferindustrie befragt worden. Dabei ergibt sich allerdings ein zweigeteiltes Bild: Während die Unternehmen, die der Automotivsparte zuliefern, durchweg positiv gestimmt sind, fällt die Erwartung wie der Rückblick der Firmen, die dem allgemeinen Maschinenbau zuliefern, zurückhaltender aus. Für Tutmann ein Indiz dafür, dass „sich die Unternehmen im Maschinenbau bei Investitionen noch immer zurückhalten oder sie hinauszögern“. Der Grund laut Tutmann: „fehlende Planungssicherheit“. Insbesondere bei der Entwicklung der Strompreise in Deutschland, aber auch durch internationale Krisen und Konflikte, in der Ukraine und im Nahen Osten etwa, und deren Folgen für die Wirtschaft einer globalisierten Welt.

Unterm Strich erwarten die Zulieferer aber auch für das laufende Geschäftsjahr ein „leichtes Plus von ca. 2 Prozent“.

Damit läge das Ergebnis dann über dem Wert für 2014: Den Umsatz für das abgelaufene Jahr gibt Tutmann mit 218 Milliarden Euro an; macht einen Zuwachs von 1,1 Prozent. „Das Ergebnis ist getrieben vom Export“, ordnet Tutmann ein.

Verkürzte Zahlungsfrist

Positiv bewertet die ArGeZ die gesetzlich verkürzte Zahlungsfrist von 60 auf 30 Tagen und die Schutzstandards innerhalb der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) im Zulieferer-Abnehmer-Verhältnis. Kundenforderungen nach „totaler Kostentransparenz, bereits in vorvertraglicher Phase“ setzt die ArGeZ ein juristisches Positionspapier, das die kartellrechtlichen Grenzen aufzeigt, entgegen.