Zu diesen Uhrzeiten erhöhen Tankstellen ihre Preise

Wer in den Abendstunden tankt, spart am meisten. Doch auch die Marke ist entscheidend, sagt der ADAC.
Wer in den Abendstunden tankt, spart am meisten. Doch auch die Marke ist entscheidend, sagt der ADAC.
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Was wir bereits wissen
Der Automobilclub ADAC untersuchte die Strategien der fünf großen Anbieter in Deutschland. Autofahrer können vor allem in den Abendstunden sparen. Aber auch ein Blick auf den Anbieter lohnt.

Essen.. Wer beim Tanken besonders aufs Geld achtet, muss in den frühen Abendstunden tanken. Eine Erkenntnis, die nicht erst nach der gerade vorgestellten Untersuchung des ADAC feststeht. Trotzdem fördert die Erhebung Erstaunliches zutage: Sie gibt nämlich detailliert Auskunft darüber, welcher Anbieter wann und in welchem Maße an der Preisschraube dreht. Autofahrer können allein durch die Wahl der Tankstellenmarke so im Schnitt bis zu fünf Cent pro Liter bei Super E10 und bis zu 5,5 Cent pro Liter Diesel sparen.

Spritpreise Der ADAC wertete dazu in den Monaten März, April und Mai die Preise aus, die die Anbieter der sogenannten Markttransparenzstelle für Kraftstoffe übermittelt haben. Diese war im September 2013 zunächst probeweise gestartet und erfasst seitdem die Preise aller Tankstellen in Deutschland. Seitdem können Verbraucher beispielsweise über ihr Handy die Kurse an der Zapfsäule in Echtzeit abrufen. Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber sind nämlich per Gesetz dazu verpflichtet, ihre Preise an die zum Bundeskartellamt gehörende Transparenzstelle zu übertragen.

Größte Preisdifferenz in den späten Abendstunden

Der Automobilclub nahm für seine Untersuchung die Preise der großen Markenanbieter, Aral, Esso, Jet, Shell und Total unter die Lupe. Ein Ergebnis: „Während Aral und Shell bereits um 20 Uhr wieder mit der Preisanhebung beginnen, kann man bei Total und vor allem bei Jet noch länger günstig tanken. Dort steigen die Preise erst um 22 Uhr bzw. um 23 Uhr“, resümierte der ADAC.

Laut ADAC-Analyse steige der Preis für Super E10 nachts bei Jet im Schnitt um 8,8 Cent und für Diesel um 8,5 Cent. Deutlich größer sei die Differenz etwa bei Shell. Der Mineralölkonzern erhöhe die Preise für Benzin um 14 Cent und für Diesel um 14,6 Cent. Bei den Esso-Kraftstoffen belaufe sich die Differenz immerhin auf 13 Cent.

Laut ADAC bestehe die größte Preisdifferenz zwischen den Anbietern in den späten Abendstunden: „So liegt etwa um 22.30 Uhr der Durchschnittspreis von Shell-Benzin um mehr als 15 Cent über dem Vergleichspreis von Jet“, so der Automobilclub. Bei Diesel betrage die Preisdifferenz sogar 16 Cent. Auch in der Ganztagesbetrachtung gebe es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kraftstoff-Marken.

Wenig Spielraum für Tankstellen in der Stadt

Laut ADAC-Sprecher Andreas Hölzel resultieren die Preisdifferenzen auch aus der unterschiedlichen Größe und der unterschiedlichen räumlichen Verteilung der Tankstellennetze. „Ein Tankstellenbetreiber auf dem Land kann bei der Preisgestaltung ganz anders agieren als einer in der Großstadt, dem die Konkurrenz im Nacken sitzt“, sagt Hölzel. Gerade Jet-Stationen befänden sich oftmals in innerstädtischen, wettbewerbsintensiven Standorten mit hohem Absatz. Das lasse wenig Spielraum für große Preisdifferenzen.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, die festgestellten Preisunterschiede konsequent zu nutzen. Die Preiskurven seien im gesamten Untersuchungszeitraum sehr stabil und regelmäßig verlaufen und böten deshalb ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit.