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US-Notenbank

Zinsen steigen langsam

19.02.2010 | 18:12 Uhr
Zinsen steigen langsam

Was hat die US-Notenbank beschlossen?

Die Notenbank Fed hatte wegen der Finanzkrise die Leitzinsen schrittweise fast auf null gesenkt. Nun hat sie erstmals seit vier Jahren den Diskont, zu dem sich Banken kurzfristig über Nacht Geld leihen können, von 0,5 auf 0,75 Prozent erhöht.

Die US-Notenbank Fed hat den Diskont leicht erhöht. Was bedeutet das für Sparer und Anleger in Deutschland?

Steigen nun die Zinsen?

Gemach. Es wird wohl noch einige Monate dauern, bis die Fed alle ihre Leitzinsen anhebt – und bis ihr Europas Zentralbank auf diesem Weg folgt. Insofern ist der überraschende Beschluss der US-Notenbank noch nicht das Ende niedriger Zinsen, sondern nur der Anfang vom Ende.

Warum bleiben die Zinsen zunächst niedrig?

Die Arbeitslosigkeit steigt, Löhne und Preise hingegen ziehen nur langsam an. Deshalb haben die Notenbanken keine Eile, die Zinsschraube fester zu ziehen. Zudem müssen sie beim Ausstieg aus der Politik des offenen Geldbeutels extrem vorsichtig vorgehen, weil noch immer viele Banken – und sogar einige Staaten – auf billiges Geld angewiesen sind, um nicht in finanzielle Not zu geraten.

Was ändert sich für Sparer und Kreditnehmer?

Kurzfristig noch wenig, weil die behutsame Anhebung des Diskontsatzes noch keine Zins-Rallye auslöst. Kreditnehmer müssen damit rechnen, dass sich die Konditionen langsam, aber stetig verteuern. Sparer können hoffen, dass sie mehr Zinsen bekommen.

Was sind die Folgen für Anleger und Verbraucher?

Der Devisenmarkt hat direkt reagiert, der Dollar ist gestiegen. Die Erwartung, dass die USA bereit sind, die zentralen Zinsen anzuheben, macht Investments in US-Papiere etwas attraktiver. Unterdessen muss der deutsche Urlauber in Florida damit rechnen, dass die Jeans dort für ihn nicht mehr so billig ist, wie sie es durch den starken Euro lange war. Die USA bleiben aber weiterhin ein recht günstiges Reiseland.

Detlef Fechtner

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