Zigaretten-Absatz nach Schockbild-Einführung stark gesunken

Seit dem 20. Mai müssen Zigarettenschachteln mit Schockbildern versehen werden. Zuvor haben die Hersteller noch kräftig nach den alten Regeln produziert.
Seit dem 20. Mai müssen Zigarettenschachteln mit Schockbildern versehen werden. Zuvor haben die Hersteller noch kräftig nach den alten Regeln produziert.
Foto: dpa
  • Im dritten Quartal wurden in Deutschland 11,3 Prozent weniger Zigaretten versteuert
  • Pfeifentabak-Verkauf steigt gegenüber Vorquartal um mehr als 33 Prozent
  • Viele Raucher hatten sich wegen Schockbildern Tabakvorrat angelegt

Wiesbaden..  Nach der Einführung von Schockfotos und größeren Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln ist der Absatz von Tabakwaren gesunken. Im dritten Quartal wurden in Deutschland 11,3 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos (-21,9 Prozent) sowie die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selbstdrehen (-17,4 Prozent) gingen zurück. Dagegen stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal der Absatz von Pfeifentabak um 33,5 Prozent.

Noch kräftig nach alten Bestimmungen produziert

Die Statistiker erklärten den Rückgang mit der Verschärfung der Warnhinweise infolge der EU-Tabakrichtlinie, die in Deutschland seit dem 20. Mai gilt. Hersteller müssen daher ihre Produktion umstellen. Im ersten Quartal hatten sie noch kräftig Ware nach den alten Bestimmungen produziert, weil diese noch ein Jahr lang weiter verkauft werden darf.

In den Folgequartalen sei es nun zu einem Umkehreffekt gekommen, der im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal zu einem Rückgang beim Bezug von Steuerzeichen geführt habe. Insgesamt wurden im dritten Quartal bundesweit Tabakwaren im Verkaufswert von 6,3 Milliarden Euro versteuert. Das waren 10,9 Prozent weniger als im Vorjahr. (dpa)

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