Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Hochtief

Zahlreiche Interessenten für Service-Geschäft von Hochtief

03.03.2013 | 13:11 Uhr
Zahlreiche Interessenten für Service-Geschäft von Hochtief
Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes kündigte an, dass sich das Unternehmen zukünftig mehr auf das Baugewerbe konzentrieren wird. Tausenden Beschäftigten des Service-Geschäftes droht der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Foto: Tim Schulz

Frankfurt.  Das Bauunternehmen Hochtief will profitabler werden. Dazu will das Unternehmen sein Service-Geschäft verkaufen. Das kündigte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes an. Vor allem bei ausländischen Bietern bestünde eine hohe Zahlungsbereitschaft. 5700 Mitarbeiter wären von dem Verkauf betroffen.

Der Verkauf seines Service-Geschäftes könnte dem Baukonzern Hochtief einem Magazinbericht zufolge bis zu 170 Millionen Euro einbringen. Ausländische Bieter seien bereit, einen "strategischen Aufpreis" zu zahlen, zitierte das Magazin "Wirtschaftswoche" einen Hochtief-Manager in einem Vorabbericht vom Samstag. Sie trieben den Preis hoch, hieß es weiter.

Interessiert sind dem Bericht zufolge offenbar der finnische Baukonzern YIT, die dänische ISS-Gruppe, aus Frankreich der Baukonzern Vinci sowie der Dienstleister Cofely, die österreichische Strabag. Als potenzielle inländische Käufer nennt das Magazin den Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger sowie die Familienunternehmen Dussmann, Klüh oder Piepenbrock. Aus dem Umfeld von Hochtief war für den Verkauf des Service-Geschäfts bereits mit zahlreichen Interessenten gerechnet worden.

Den Magazinbericht wollte der Essener Konzern nicht kommentieren. Vinci, YIT, die Cofely-Mutter GdF Suez und Strabag waren für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. Ein Sprecher von Bilfinger sagte, der Konzern verfolge seit Jahren eine Strategie, um durch Akquisitionen zu wachsen. "Alles weitere sind Spekulationen", ergänzte er.

Zurück zu den Wurzeln

Am Donnerstag hatte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes bei der Vorlage der Jahresbilanz 2012 angekündigt, das Unternehmen komplett umzukrempeln . Der Konzern solle sich wieder auf seine Wurzeln besinnen: den klassischen Baubereich. So soll das Unternehmen profitabler werden. Dazu will sich Hochtief von der Hälfte seines Europa-Geschäftes trennen. Außerdem wolle Hochtief auch weiterhin sein Flughafengeschäft veräußern, hatte der vom spanischen Großaktionär ACS entsandte Manager gesagt.

Lesen Sie auch:
Einigung über die Elbphilharmonie - Hochtief baut weiter

Stillstand herrschte fast eineinhalb Jahre auf der Elbphilharmonie-Baustelle. Die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief einigten sich nun auf die Fortführung des Projektes. Es sollte 2010 fertig sein und 77 Millionen Euro kosten. Mittlerweile liegen die Kosten bei mindestens 575 Millionen Euro.

Verdes hatte zudem den Verkauf des Bereiches Service Solutions angekündigt, der die Bewirtschaftung von Gebäuden übernimmt. Im vergangenen Jahr hatte die Servicesparte bei einer Leistung von 700 Millionen Euro einen Gewinn von lediglich 16 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu den Kunden der Sparte zählen unter anderem die Commerzbank, die Telekom sowie Lufthansa und Siemens. Von einem Verkauf dieses Geschäftes wären rund 5700 Mitarbeiter betroffen . Hochtief beschäftigt weltweit rund 80.000 Menschen. (reuters/dpa)



Kommentare
03.03.2013
14:31
Zahlreiche Interessenten für Service-Geschäft von Hochtief
von WattNuh | #1

So viel nun zu den Versprechungen "Hochtief werde nicht zerschlagen"! Deutsche Arbeiter sind gut beraten Versprechungen von sogenannten Finanzinvetsoren und international agierenden Grossbanken - grundsätzlich - nicht zu trauen. Solches Lumpengesindel wurde früher noch mit dem Knüppel vom Hof und aus dem Dorf gejagt! Heute kommen sie im feinen Anzug und mit wohlklingenden Titel daher - der Typus aber ist der gleiche!

Aus dem Ressort
Staatsanwälte wollen Thomas Middelhoff im Gefängnis sehen
Prozess
Drei Jahre und drei Monate Gefängnis für Thomas Middelhoff. So lange wollen die Ankläger den früheren Chef von Karstadt-Quelle in Haft sehen. Sie werfen dem 61-Jährigen vor, den Konzern mit privaten Kosten in Höhe von fast einer Million Euro geschädigt zu haben.
Apple-Chef Tim Cook: "Ich bin schwul und stolz darauf"
Coming-Out
Apple-Chef Tim Cook hat sich als homosexuell geoutet. "Ich bin stolz, schwul zu sein", schrieb der 53-Jährige in einem Beitrag für das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Businessweek". Viele Kollegen bei Apple wüssten das bereits, schrieb Cook. Er hoffe, dass sein Schritt anderen helfen könne.
Heißen soll Energie-Pilotquartier fürs Ruhrgebiet werden
Stadtentwicklung
Mülheim-Heißen soll Energie-Pilotquartier für das Ruhrgebiet werden. Die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr will im Viertel zwischen Bahnlinie und Hingbergstraße Erkenntnisse gewinnen, wie energetische Gebäudesanierungen vorangetrieben werden können. Das Vorhaben ist auf vier Monate angesetzt.
Lufthansa weiter vom Kurs ab - Prognose erneut kassiert
Luftfahrtunternehmen
Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Lufthansa ihr Gewinnziel für 2015 gekappt. Ob der Plan wenigstens für dieses Jahr aufgeht, hängt an den streikfreudigen Piloten. Deren zahlreiche Ausstände dieses Jahr hätten bisher rund 170 Millionen Euro gekostet.
Wut in der GDL - Weselsky "will nur sein Ego befriedigen"
Streik
Nicht alle Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft GDL wollen der harten Linie ihres Chefs Claus Weselsky folgen. In der Gewerkschaft herrsche ein Klima der Angst, sagen sie und fordern den streitbaren Gewerkschaftsboss auf, von seiner kompromisslosen Haltung im Tarifkonflikt mit der Bahn abzurücken.
Umfrage
Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet . Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?

Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet. Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?