Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Kartellstrafe

Wurstproduzent Tönnies muss 90.000 Euro Strafe zahlen

15.01.2013 | 11:53 Uhr
Wurstproduzent Tönnies muss 90.000 Euro Strafe zahlen
Der Rhedaer Wurstproduzent Tönnies muss wegen falscher Angaben in einem Fusionsverfahren 90.000 Euro Strafe an das Kartellamt zahlen.Foto: dapd

Bonn.  Das Bundeskartellamt geht gegen den Tönnies-Konzern vor: Der Fleischproduzent, dessen Chef Clemes Tönnies als Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 bekannt ist, hat bei einem Fusionsverfahren falsche Angaben gemacht. Das Bundeskartellamt verhängte dafür eine Strafe von 90.000 Euro.

Das Bundeskartellamt hat gegen den Rhedaer Fleischproduzenten Clemens Tönnies ein Bußgeld von 90.000 Euro verhängt. Der Unternehmer habe der Wettbewerbsbehörde bei der Anmeldung des Erwerbs des Schlachtunternehmens Tummel seine Mehrheitsbeteiligung an Deutschlands führendem SB-Wurst- und Wurstkonserven-Hersteller, der Mühlen-Gruppe (Böklunder, Redlefsen) verschwiegen, begründete das Kartellamt am Dienstag die Strafe.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagte: "Das Bundeskartellamt kann es nicht zulassen, dass eine Anmeldung unrichtige oder unvollständige Angaben enthält." Sonst bestehe die Gefahr, dass die Behörde aufgrund falscher Informationen entscheide.

Tönnies legte gegen Fusionsverbot Beschwerde ein

Das Bundeskartellamt war erst im Laufe des Fusionskontrollverfahrens auf die Verbindung von Tönnies zur Mühlen-Gruppe gestoßen. Der Zusammenschluss wurde danach wegen der zu erwartenden Verstärkung marktbeherrschender Stellungen der Tönnies-Gruppe untersagt. Doch ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig, da Tönnies Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt hat.

Hintergrund
Machtkampf im Reich von Schalke-Boss Tönnies

Steuerermittlungen der Staatsanwaltschaft, Streit in der Familie: Die Anwälte von Fleisch-Unternehmer und Schalke-Boss Clemens Tönnies haben viel zu tun. Es geht auch darum, wer die Macht hat im Fleisch-Imperium der Familie Tönnies.

Im Bußgeldverfahren habe sich Tönnies zu einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung bereiterklärt, erklärte die Behörde. Das Bundeskartellamt habe den für diese Ordnungswidrigkeit vorgesehenen Bußgeldrahmen von 100.000 Euro daher nicht voll ausgeschöpft. (dapd)



Kommentare
15.01.2013
13:02
Wurstproduzent Tönnies muss 90.000 Euro Strafe zahlen
von heindaddel | #1

Der DFB sollte doch auch mal den Wahrheitsgehalt der Schalker Angaben überprüfen.Wie der Herr,sos Gscherr.

Aus dem Ressort
Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW
WIRTSCHAFT
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.
Telefonanschlüsse vertauscht - Telekom verursacht Kabelsalat
Telefonnetz
Panne bei der Telekom: In Dinslaken wurden bei der Installation von neuen Verteilerkästen einige Anschlusskabel falsch verbunden. Die Folge: Einige Telefonleitungen sind tot, Kunden telefonieren mit der Nummer des Nachbarn und surfen eventuell auch auf dessen Kosten im Internet.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.
Lokführer wollen bis zum 2. November nicht streiken
Tarifstreit
Was passiert hinter den Kulissen? Noch wollen weder Bahn noch Lokführer-Gewerkschaft GDL verraten, ob sich im Tarifstreit bereits irgendeine Form der Annäherung anbahnt. Bis einschließlich zum 2. November jedenfalls werden die Lokführer die Arbeit nicht niederlegen - sagte nun ein Sprecher.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?