Wohnungswirtschaft fordert neues Wohnungsbauprogramm

Biundesweit fehlen eine halbe Million Wohnungen, die Wohnungswirtschaft schlägt Alarm. Auch im Ruhrgebiet hinke der Neubau dem Bedarf hinterher. Zugleich mangele es an Unterkünften für Flüchtlinge.
Biundesweit fehlen eine halbe Million Wohnungen, die Wohnungswirtschaft schlägt Alarm. Auch im Ruhrgebiet hinke der Neubau dem Bedarf hinterher. Zugleich mangele es an Unterkünften für Flüchtlinge.
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Was wir bereits wissen
Unternehmen: Es fehlen bundesweit trotz Neubauten rund 500 .000 Wohnungen. Auch an Rhein und Ruhr sei der Bedarf höher als die Zahl der Neubauten.

Berlin.. Die Wohnungswirtschaft schlägt Alarm. Obwohl in diesem Jahr die Zahl der Neubauten weiter steigt, fehlen bundesweit derzeit rund 500 .000 Wohnungen. „Die Marktsituation ist aus dem Ruder gelaufen. Angebot und Nachfrage sind nicht mehr deckungsgleich. Mit jedem Jahr verschärft sich die Mangelsituation“, mahnte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko in Berlin. Allerdings gebe es beim Bedarf regional große Unterschiede.

Während in den 14 größten deutschen Städten rund 57.200 Wohnungen jährlich gebraucht würden, seien zuletzt nur rund 37.200 gebaut worden. In Düsseldorf wurden 2013 nur 1367 Wohnungen erstellt, während der Bedarf auf 1600 beziffert wird. In Essen müssten jährlich 1010 Wohnungen entstehen, doch es waren nur 728, in Dortmund lag die Zahl der neuen Wohnungen bei 1207 statt der notwendigen 1740, so Gedaschko. In den neuen Bundesländern stünden wiederum zahlreiche Wohnungen leer, Tendenz steigend. Es drohe „eine zweite Leerstandswelle“, mahnte Gedaschko.

Mieterbund GdW-Unternehmen wollen 2015 12,4 Milliarden investieren

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen forderte der GdW-Präsident die Bundesregierung auf, ein neues Wohnungsbauprogramm für Zuwanderer aufzulegen. „Der Bund muss für eine Entspannung am Wohnungsmarkt sorgen, damit es nicht zu einem Gegeneinander von Wohnungssuchenden kommt.“ Gedaschko schlägt den Bau von 100. 000 Wohnungen in den nächsten fünf Jahren vor. „Dies würde den Bund und die Länder jeweils 300 Millionen Euro pro Jahr kosten“, rechnete Gedaschko vor. „Ein solches Programm ist unabdingbar, um die angespannte Situation aufzulösen.“

Die rund 3000 Mitgliedsunternehmen der GdW, zu denen viele kommunale Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften zählen, wollen in diesem Jahr rund 12,4 Milliarden Euro investieren - und damit 13,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp ein Drittel fließt mit 4,7 Milliarden Euro in Neubauten, der Rest in die Pflege der bestehenden rund sechs Millionen Wohnungen. Die meisten neuen Wohnungen der GdW-Unternehmen entstanden im vergangenen Jahr in Hamburg mit 1213 Wohneinheiten, gefolgt von Stuttgart (1047), Köln (882) und Berlin (798). In diesem Jahr sollen bundesweit 20.427 neue Wohnungen entstehen und damit 39 Prozent mehr als im Vorjahr. "Wir erwarten für 2015 einen kräftigen Aufschwung, doch er reicht bei weitem nicht, um den Neubaubedarf zu decken."