Wo stehen Erzieherinnen mit ihrem Gehalt? - Ein Vergleich

In vielen Städten gehen die Kita-Angestellten auf die Straße, um höhere Löhne einzufordern.
In vielen Städten gehen die Kita-Angestellten auf die Straße, um höhere Löhne einzufordern.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Kita-Angestellte streiken für mehr Gehalt. Im Vergleich mit anderen Berufsgruppen im öffentlichen Dienst stehen sie aber gar nicht so schlecht da.

Essen.. Seit Montag haben die Gewerkschaften den Streik an kommunalen Kitas auf ganz Deutschland ausgeweitet. Sie fordern zehn Prozent mehr Gehalt. Aber wie viel Geld bekommen Erzieherinnen überhaupt? Und wie groß sind die Unterschiede zu anderen Berufsgruppen im öffentlichen Dienst? Ein Vergleich zeigt, dass es Krankenschwestern und Feuerwehrleuten nicht besser geht.

In öffentlichen Einrichtungen regelt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) die Gehälter nach Tätigkeit und Berufsjahren.

Viele pädagogische Fachkräfte arbeiten in Teilzeit

Erzieherinnen, die nach Tarif bezahlt werden, bekommen seit diesem März 2366 Euro brutto im Monat als Einstiegsgehalt. Nach einem Jahr erhöht sich die Summe auf 2590 Euro.

Kita-Streik Allerdings arbeiten laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2012 rund 60 Prozent der pädagogischen Fachkräfte in Kitas nur in Teilzeit, so dass sie die angegebenen Gehälter gar nicht erreichen können. Denn die gelten für eine 39-Stunden-Woche.

Feuerwehrmann bekommt weniger Geld als Erzieherin

Derzeit verdienen Kita-Angestellte, die in den Beruf einsteigen, nach Tarif besser als andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst wie etwa Krankenschwestern und Feuerwehrleute. Zum Vergleich: Eine Krankenschwester bekommt als Einstiegsgehalt nach Tarif 2337 Euro brutto im Monat. Nach einem Jahr Berufserfahrung sind es 2514 Euro.

Ein Feuerwehrmann steigt mit 2235 Euro brutto im Monat ein. Nach einem Jahr bekommt er 2467 Euro. Ein Müllwerker verdient 2012 Euro im ersten Berufsjahr - allerdings ohne die zusätzlichen Erschwerniszuschläge. Diese gibt es, wenn sich Arbeitnehmer einer besonderen Gefährdung aussetzen wie einer extremen Schmutz- oder Staubbelastung.

Einstiegsgehalt nach TVöD (brutto pro Monat):

  1. Erzieher/in, 2366 Euro
  2. Krankenpfleger/in, 2337 Euro
  3. Feuerwehrmann/frau, 2235 Euro
  4. Müllwerker/in (ohne Zuschläge), 2012 Euro

Verdienst nach einem Berufsjahr (brutto pro Monat):

  1. Erzieher/in, 2590 Euro
  2. Krankenpfleger/in, 2514 Euro
  3. Feuerwehrmann/frau, 2467 Euro
  4. Müllwerker/in (ohne Zuschläge), 2219 Euro

Verdienst nach fünf Berufsjahren (brutto pro Monat):

  1. Erzieher/in, 2768 Euro
  2. Krankenpfleger/in, 2668 Euro
  3. Feuerwehrmann/frau, 2585 Euro
  4. Müllwerker/in (ohne Zuschläge), 2278 Euro

Grundschullehrerin bekommt weit mehr als Erzieherin

Die Erziehungswissenschaftlerin Hilde von Balluseck argumentiert, dass das Anforderungsprofil einer Erzieherin inzwischen dem einer Grundschullehrerin gleiche. Die Gehälter dieser beiden Berufsgruppen unterscheiden sich jedoch deutlich. So bekommt eine angestellte Grundschullehrerin nach Tarif mindestens 2800 Euro und maximal 4200 Euro als Einstiegsgehalt. Die Summen variieren sehr stark von Bundesland zu Bundesland. In Nordrhein-Westfalen verdient ein 27 Jahre alter Berufseinsteiger, ledig, keine Kinder, 3206 Euro brutto im Monat.

Die tariflich festgelegten Gehälter orientieren sich auch an der Ausbildungszeit. Ein Lehrer blickt auf ein abgeschlossenes Studium zurück, während eine Erzieherin eine Ausbildung absolviert hat. Dadurch wird eine Erzieherin im Moment automatisch in eine niedrigere Entgeldgruppe eingestuft als eine Lehrerin. (mit Material von dpa)