Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Ende des Bargelds

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen.
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert das Ende des Bargelds – vor allem zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und Drogenhandel.

Berlin.. Bald keine Münzen und Geldscheine mehr? Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger jedenfalls hat sich für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. „Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus“, sagte Bofinger dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Denken Sie nur daran, wie viel Zeit verloren geht, wenn Leute vor Ihnen an der Ladenkasse nach Kleingeld suchen und die Kassiererin nach Wechselgeld.“

Auch Harvard-Professor Ken Rogoff plädierte dafür, Bargeld als Zahlungsmittel allmählich auslaufen zu lassen. Bofinger argumentierte, ohne Geldscheine könnten die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden. Fast ein Drittel des Euro-Bargeldumlaufs bestehe aus 500-Euro-Noten, so Bofinger. „Fürs Einkaufen braucht die niemand, damit wickeln lichtscheue Gestalten ihre Geschäfte ab.“

Notenbank in Dänemark will bald keine Banknoten mehr drucken

Die Notenbank Dänemarks hatte angekündigt, dass sie von Ende 2016 an mangels Nachfrage keine neuen Banknoten mehr drucken will. Sollte es danach noch einen Bedarf an neuen Geldscheinen geben, solle ein externer Dienstleister den Druck übernehmen. Bofinger forderte die Bundesregierung auf, auf internationaler Ebene für eine Abschaffung des Bargelds zu werben.

Es stimme zwar, dass Schwarzarbeiter oder Kriminelle auf andere Währungen – etwa den Dollar – umsteigen könnten, räumte Bofinger ein. „Aber jede größere Menge an fremden Währungen wäre dann ein Hinweis für Polizei und Finanzämter, noch einmal genauer hinzuschauen.“ Seiner Einschätzung zufolge wäre es auf jeden Fall gut, wenn der Euroraum, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Schweiz gleichzeitig auf das Bargeld verzichten würden. (dpa)