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Billigbäcker

„Wir können nur Einzelhandel“

Billigbäcker Backwerk – „Wachstum kommt von den Snacks“
Backwerk baut zurzeit seine Läden um. Die Kunden sollen länger in der Filiale verweilen. Foto: Kai Kitschenberg/WAZ FotoPool

Schneider und Limmer produzieren auch nicht selber. „Wir können nur Einzelhandel“, sagt Schneider. Die Partner haben gemeinsam studiert, lange Jahre bei Roland Berger als Berater für den Einzelhandel gearbeitet. Das Brot, die Brötchen, die Plätzchen, all das kommt von industriellen Großbetrieben. „Fast alle sind langjährige Geschäftspartner“, sagt Schneider. Der eine könne Brot besser backen, der andere Plätzchen. „Sie finden niemanden, der alles gleichzeitig gut kann.“ Die meisten Produkte, die es in den Backwerken zu kaufen gebe, seien auch in der jeweiligen Region produziert worden. „Lange Transportwege lohnen sich nicht.“ Also keine Teigrohlinge aus China? „Nein“, sagt Schneider, „wenn Sie in einem unserer Ruhrgebietsläden ein Brot kaufen, dann kommt das mit großer Sicherheit aus Ratingen.“ Auch sei die Ware gentechnikfrei und jederzeit rückverfolgbar.

Made in Witten
Brötchenmarkt ist heiß umkämpft

Der Anteil der vorgefertigten Backwaren steigt. Mit Importen aus China oder Osteuropa will aber keiner etwas zu tun haben.

Die Backwaren werden fast fertig gebacken in den Filialen angeliefert. All das, war für die Frische wichtig sei, bekomme die Ware vor Ort, sagt Schneider. Und die Unternehmer entscheiden darüber, wie viel sie fertig backen. Dazu gehöre natürlich auch, den eigenen Umsatz genau zu beobachten, sagt Schneider. Wer das gut mache, das sogenannte Frischefenster der Ware kenne, sei natürlich erfolgreicher als andere Franchise-Partner – und könne mehr verdienen. Der Ausschuss soll bei gerade einmal zwei Prozent liegen, die Branche komme auf immerhin zehn Prozent.

Sechs Millionen Kunden im Monat

Zwar liege das unternehmerische Risiko bei den Franchise-Nehmern, aber: „Sie können sich sicher sein, dass wir niemanden allein lassen“, sagt Schneider. Das läge ja auch im Interesse von Backwerk. Kurzfristige Umsatzeinbußen – zum Beispiel durch Baustellen – würden durch den unternehmenseigenen Solidarfonds ausgeglichen, der sich durch Beiträge aller Franchise-Partner speise. Wenn sich Kundenströme dauerhaft zum Nachteil einer Filiale veränderten, müsse man allerdings auch über die Schließung eines Ladens nachdenken. Den Partnern werde dann ein anderer Standort angeboten, sagt Schneider.

Brot & Brötchen
Discounter kontra Handwerk

Aldi startete vergangene Woche und seit Montag duftet es auch in der Lidl-Filiale an der Möhnestraße nach frischem Brot: Die Discounter haben aufgerüstet, bieten nun frische Backwaren an, die vor Ort aus dem Ofen kommen. Damit stoßen die Discounter im heimischen Raum auf ein Gebiet vor, das bislang...

Sechs Millionen Kunden zählt Backwerk jeden Monat. Es sollen noch mehr werden – vor allem im Ausland will das Unternehmen weiter wachsen. Schon jetzt macht es gut zehn Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland, vor allem in Österreich. Aber auch in den Niederlanden, in der Schweiz, in Slowenien ist Backwerk bereits vor Ort. Bis Ende 2014 sollen es 60 Auslandsfilialen sein. 163 Millionen Euro wird Backwerk in diesem Jahr umsetzen, zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Sechs Millionen Brote, 75 Millionen Brötchen, 20 Millionen belegte Brötchen, 15 Millionen Kaffees – das ist die Bilanz eines Backwerk-Jahres.

Selbst in den Abendstunden ist der Laden am Porscheplatz noch gut gefüllt, schleppen die Kunden Brot und Brötchen aus der Vorzeigefiliale von Backwerk raus. Der Laden brummt – nur einen Steinwurf von der unscheinbaren Essener Konzernzentrale entfernt.

Sven Frohwein

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Kommentare
30.12.2012
17:38
Billigbäcker Backwerk – „Wachstum kommt von den Snacks“
von albertus28 | #2

In der Tat,die schlauen Knaben blicken voll durch,das Geld machen die beiden,
...denn den Knochenjob und das Risiko fürs eingebrachte Eigenkapital i.d.R. Kredit haben die Franchise-Partner.

30.12.2012
10:37
Billigbäcker Backwerk – „Wachstum kommt von den Snacks“
von melr | #1

Kein Wunder, dass diese Bäckereiform einen deutlichen Aufschwung zeigt. Die klassischen Bäcker können da mit ihren relativ alten Waren, die vor Stunden gebacken wurden, nicht mithalten.

Selbst die Bäckerei-Filialunternehmen kommen da nicht mit den laufend neu aufgebackenen Waren von Backwerk mit. Auch da liegt vieles relativ lange in den Auslagen, anstatt just-in-Time nachgebacken zu werden.

Eins ist aber negativ an der gesamten Branche: die Brötchen werden oft recht dunkel gebacken. Malzer scheint da der Branchenprimus zu sein. Um an deren Umsätze heran zu kommen, gehen die anderen Filialbäcker auch dazu über, die Brötchen recht dunkel zu backen, wie man unter der Hand sagte.

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