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Gen-Saatgut

Monsanto gibt Deutschland als Markt für Gen-Saatgut vorerst auf

13.11.2013 | 06:25 Uhr
Monsanto gibt Deutschland als Markt für Gen-Saatgut vorerst auf
Ursula Lüttmer-Ouazane, Monsanto-Managerin in Deutschland, sieht große Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschland und den USA.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool

Essen.   In den USA sind gentechnisch veränderte Pflanzen längst alltäglich. Das wirkt sich auch in Deutschland aus, sagt Ursula Lüttmer-Ouazane, deutsche Geschäftsführerin des US-Branchenriesen Monsanto: „In Deutschland werden keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, aber wir leben längst damit.“

Monsanto ist der größte Saatguthersteller der Welt und gilt als mächtiger Akteur im Geschäft mit Nahrungsmitteln fast überall auf dem Globus. Der börsennotierte US-Konzern beschäftigt weltweit mehr als 22.000 Beschäftigte, in Deutschland knapp 140 Mitarbeiter. Die Deutschland-Zentrale von Monsanto befindet sich in Düsseldorf.

Zu den Kunden in Deutschland zählen rund 16 Großhändler, über die das Saatgut und die Pflanzenschutzmittel von Monsanto bei den Landwirten ankommen. Besonders wichtig auf dem deutschen Markt sind für den US-Konzern Mais- und Rapssaatgut. Umsatzzahlen zu Deutschland veröffentlicht das Unternehmen nicht.

Ursula Lüttmer-Ouazane (54), Geschäftsführerin von Monsanto in Deutschland, ist unter anderem für den Bereich Kommunikation zuständig. Im Interview mit DerWesten spricht sie über den Strategieschwenk des US-Unternehmens in Deutschland. „In Deutschland werden keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, aber wir leben längst damit“, sagt die Monsanto-Managerin.

Gerade genveränderte Pflanzen bescheren Monsanto gute Geschäfte, insbesondere in den USA und Südamerika. In Deutschland aber kämpfen Sie mit Gegenwind. Ihr genverändertes Saatgut ist verboten. Sind Sie frustriert?

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Ursula Lüttmer-Ouazane: Nein, insbesondere deshalb nicht, da wir weit mehr als 99 Prozent unseres Umsatzes in Europa mit konventionellem Saatgut und Pflanzenschutzmitteln generieren. Trotzdem werden wir vor allem als Biotechnologiefirma und nicht als Pflanzenzüchter wahrgenommen. An diesem Bild wollen wir arbeiten.

Vor wenigen Monaten haben Sie einen Strategieschwenk für Europa und Deutschland verkündet. Sie haben mehrere Anträge auf Genpflanzen-Anbau in der EU zurückgezogen, aber nicht alle. An der Zulassung von MON810 wollen Sie festhalten. Ist das nicht halbherzig?

Lüttmer-Ouazane: Für MON810 haben wir bereits 1998 eine Zulassung in der EU erhalten. In Ländern wie Spanien, Portugal, Rumänien, Slowakei und Tschechien werden MON810-Sorten erfolgreich angebaut. Die Vorteile von MON810 liegen auf der Hand: Die Pflanze mit MON810 ist gegen den Maiszünsler, einen weit verbreiteten Schädling, resistent. Damit steigt der Ertrag der Landwirte, während der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sinkt.

Viele Farmer in den USA bauen fast nur noch gentechnisch veränderte Pflanzen an. Warum ist das in Deutschland anders?

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Lüttmer-Ouazane: Es gibt große Mentalitätsunterschiede. In den USA lautet die Strategie: In der Forschung probieren wir etwas aus und korrigieren, wenn es nicht in Ordnung ist. In Deutschland dominiert eher das Vorsorgeprinzip. Für die Wissenschaft ist das problematisch. Denn in der Forschung geht es darum, einen nächsten Schritt zu gehen, ohne ganz genau zu wissen, wie der übernächste aussieht.

Was soll so problematisch daran sein, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken zu bedenken?  Welche langfristigen Folgen genveränderte Pflanzen mit sich bringen, ist längst nicht vollständig erforscht.

Lüttmer-Ouazane: Seit 30 Jahren wird gentechnisch verbessertes Saatgut getestet, zugelassen und kommerziell angebaut. Niemals hat ein Mensch dabei Schaden genommen. Im Gegenteil: Die Gesellschaft profitiert, weil mehr Nahrungsmittel produziert und dabei zum Beispiel weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen.

Spielt Monsanto Gott, wenn der Konzern durch genetische Veränderungen in die Natur eingreift?

Lüttmer-Ouazane: Monsanto spielt nicht Gott. Wir sind ganz normale Pflanzenzüchter. Seit Jahrtausenden greift der Mensch in die Natur ein. Auch unser Wald ist schon lange eine vom Menschen entwickelte Kulturlandschaft. Jeder Züchter nimmt bestehendes Material und verändert es.

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Kommentare
14.11.2013
11:29
Monsanto gibt Deutschland als Markt für Gen-Saatgut vorerst auf
von drohne1 | #15

Ich hätte ja gerne mal gewusst :wieviel hat Monsanto für den Werbebeitrag gezahlthat.
Sie haben es zwar vorerst aufgegeben in Deutschland ihre...
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1 Antwort
Monsanto gibt Deutschland als Markt für Gen-Saatgut vorerst auf
von Gesen | #15-1

ja, die warten nur auf das Freihandelsabkommen, um sich dann auf den europäischen Markt zu stürzen, ohne dass wir uns dann noch groß wehren können. Die europäische Unterschriftenaktion gegen Monsanto hat die über 1. Mio erforderlichen Unterschriften gebracht, aber die finden schon einen Weg. Und jetzt sich als normalen Saatguthersteller bezeichnen, ist auch eine Untertreibung, in den USA wurden Landwirte mit hohen Strafen belegt und zum Aufgeben gezwungen, und dass nur, weil sie ihr eigenes Saatgut verwenden wollten und nicht das von Monsanto....die und Cargill sind die größten in den USA und hier...die Vielfalt unserer Nahrung ist in Gefahr....und ich will kein Maishähnchen, Maisschwein, Maisbrot, Maisjoghurt, usw. haben....schaut Euch mal alle beim Einkaufen genau um, was alles mit genmanipuliertem Mais produziert wird, es wird Euch schlecht werden!!

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Monsanto gibt Deutschland als Markt für Gen-Saatgut vorerst auf
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2013-11-13 06:25
Gentechnik, Genforschung, Deutschland
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