Wie der Wald zum Stück Holz wird

Brilon..  Die grüne Politik in Düsseldorf schmeckt nicht. Schnell ist Ferdinand Funke aus Finnentrop, stellvertretender Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, mitten im Wald. Ob die Stilllegung von Waldflächen oder die Biodiversitätsstrategie aus dem Hause von Umweltminister Johannes Remmel: „Das bedrückt uns.“

Warum? „Weil wir nicht eingebunden werden“, schimpft der 66-Jährige, „weil über unsere Köpfe entschieden wird.“ Ihm selbst gehören 55 Hektar Wald, „ich bin ein kleiner Waldbesitzer.“

Wie wir aufs Thema kommen? An diesem Freitag feiern die erstmals von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgerichteten Waldtage bundesweit im Sauerland Premiere. „Die Waldtage in Brilon-Madfeld sind eine gute Gelegenheit“, freut sich Funke, „einmal die Bedeutung des Waldes für die Region darzustellen.“

Und wie. Nicht nur mit Reden und auf Papieren. Im Fokus stehen auf dem 30 000 Quadratmeter großen Ausstellungsgelände innovative Technik und Verfahren für die Bewirtschaftung. „Das Angebot richtet sich schwerpunktmäßig an private Waldbesitzer, insbesondere an Landwirte mit Waldbesitz und kommunale Waldbesitzer“, sagt DLG-Projektleiter Reiner Hoffmann, „aber auch für die zahlreichen Brennholzselbstwerber bietet die Veranstaltung ein reichhaltiges Informationsangebot.“

Effiziente Waldbewirtschaftung

Das Spektrum umfasst die professionelle Holzernte, die Lagerung, den Transport, die Holzverarbeitung und die Energiegewinnung aus Holz. Dazu gehören Vorführungen modernster Technik. „Die Besucher“, sagt Hoffmann, „können sich ein anschauliches Bild über die Möglichkeiten einer leistungsfähigen und effizienten Waldbewirtschaftung machen.“ Das verspricht Christoph Kraas, Vorsitzender des Forstunternehmerverbandes NRW aus Arnsberg auch: „Wir wollen den Gästen vermitteln, wer wir Unternehmer sind, denn das Holz wird noch nicht zum Sägewerk gebeamt.“

Förstern, Waldbauern und Sägewerkern ist wohl bekannt. Sie beschäftigen sich in dem parallel stattfindenden traditionellen Waldsymposium mit Fragen wie: Nadelholz und Artenschutz (k)ein Widerspruch? Kommunalwald als Dienstleister? Zur Erinnerung: Die Stadt Brilon ist mit 77,5 Quadratkilometern bundesweit Deutschlands größte kommunale Waldbesitzerin. Und: Womit verdient der Waldbauer sein Geld?

Dass es bei der Fichte derzeit nicht schlecht aussieht, weiß Funke. „In den Jahren 2002/2003 gab es für einen Festmeter der Qualität 2b, das sind 80 Jahre alte Bäume, etwa 50 Euro, heute sind es 100 Euro. Da kann man nicht meckern.“ Ganz anders sehe es bei den Erträgen für das Laubholz aus: „45 Euro pro Festmeter für Palettenholz. Nicht mehr.“

Frage nach der Baumartenmischung

Dass in Zeiten des Klimawandels reine Fichtenbestände wenig Zukunft haben, ist Waldbauern bewusst. „Nur welche Baumartenmischung sollte der Wald enthalten?“, fragt Waldbauer Eberhard Freiherr von Wrede aus Sundern-Amecke. „Je nach Standort sollte er aus betriebswirtschaftlicher Sicht nadelholzbetont sein.“

In seinem Betrieb auf den Kyrillflächen sieht das so aus: 50 Prozent Douglasie, 20 Prozent Fichte, 10 Prozent sonstiges Nadelholz, 20 Prozent Laubholz. Dabei stellt sich die Frage, wie Naturschutz und ertragsorientierte Bewirtschaftung in Einklang gebracht werden können. Siehe Anfang.