Wichtiger Logistikstandort

Der Dortmunder Containerhafen ist einer der größten Binnenhäfen in Europa. Tausende Container werden hier auf LKW verladen bzw in Schiffe gehoben. Die Anlage liegt unmittelbar im Dortmunder Hafen.Foto:Ralf Rottmann
Der Dortmunder Containerhafen ist einer der größten Binnenhäfen in Europa. Tausende Container werden hier auf LKW verladen bzw in Schiffe gehoben. Die Anlage liegt unmittelbar im Dortmunder Hafen.Foto:Ralf Rottmann
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Was wir bereits wissen
Der Dortmunder Containerhafen ist einer der größten Binnenhäfen in Europa. Eine Warendrehscheibe nicht nur für das Ruhrgebiet, sondern bis nach Südwestfalen hinein

Dortmund..  Von weitem sehen sie aus wie Spielzeug-Bausteine. Rechteckige Klötze, aufgestapelt. Rot, grün, gelb, blau, orange. Farbtupfer in der Landschaft der nordwestlichen Innenstadt von Dortmund. Mit Spielzeug haben sie allerdings wenig zu tun. Schon wegen der Dimensionen. Zwölf Meter lang und bis zu 30 Tonnen schwer sind die Seecontainer. Das Container-Terminal Dortmund, kurz: CTD, ist zum Herzstück des Dortmunder Hafens geworden und macht ihn zu einem wichtigen Logistikstandort: Eine Warendrehscheibe nicht nur für das Ruhrgebiet, sondern bis nach Südwestfalen hinein.

Den Pulsschlag im Hafengebiet geben unüberhörbar die drei Portalkräne im CTD vor. Mit ihrem piependen Alarmsignal als unablässiges Intervall. Eine Warnung: Vorsicht, schweres Gerät im Einsatz; nicht im Weg stehen. Die drei rund 25 Meter hohen Kräne fahren auf ihren Schienen dort auf und ab, wo sich drei Verkehrsadern treffen: Der Kanalhafen der Binnenschiffer, die Gleise des Bahnnetzes und die Warteflächen der Lkw, die im Sekundentakt das Terminal anfahren und verlassen.

Ununterbrochen hieven die Kräne Container aus einem Schiffsbauch auf einen Sattelauflieger. Oder umgekehrt. Wie etwa bei der „De Valk“, einem grauen Containerschiff. Vom Dortmunder Hafen geht es über den Dortmund-Ems-Kanal zum großen Tor in die weite Welt, nach Rotterdam. Den gleichen Wasserweg hat die „Gladiator“ vor sich. Sie wird am Kai gegenüber mit Stahl- und Eisenschrott beladen. Allerdings von einem Bagger. Jedes Mal, wenn der Greifer sich öffnet und das verbogene Material in den Laderaum fallen lässt, weht eine kleine, rostrote Staubwolke davon. Die Luft trägt den metallischen Geruch: Im Dortmunder Hafen riecht es nach Industrie, nach Arbeit – nicht nach Fisch oder weitem Meer.

30 Millionen Euro investiert

„Der Hafen soll das größte Industriegebiet in Dortmund bleiben“, gibt Uwe Büscher, der Vorstand der Dortmund Hafen AG, als Perspektive aus. Und aktuell wird auch schwer daran gearbeitet: an einer neuen „Anlage für den kombinierten Verkehr“, einem zusätzlichen Verladeterminal, einem zusätzlichen Containerkran. Mit 300 Tonnen ein echtes Schwergewicht. Auch die Investitionskosten wiegen schwer: rund 30 Millionen Euro. Ende dieses Jahres soll die Anlage, deren Bau mit Bundesmitteln gefördert wird, fertig sein und zu Beginn des nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen. Dann schafft der Dortmunder Hafen noch einmal „150 000 Ladeeinheiten pro Jahr mehr“, wie Uwe Büscher erklärt. Was fast eine Verdoppelung des bisherigen Umschlags mit 190 000 Containern entspricht. „Durch die Globalisierung wird der kombinierte Verkehr weiter wachsen“, ist sich Büscher sicher, der Prognosen für den Dortmunder Hafen nennt, die von 400 000 Ladeeinheiten bis zum Jahr 2025 ausgehen.

Holzumschlag steigt

Der Dortmunder Hafen hat sich damit seit seiner Einweihung 1899 gewandelt, hat sich – letztlich erfolgreich – den jeweils neuen Erfordernissen angepasst, den Strukturwandel mitgemacht. Ursprünglich diente der Hafen der Montanindustrie als Tor zur Nordsee: Für die Einfuhr von Eisenerz für die Stahlindustrie und den Export von Kohle in alle Welt. Mit dem Sterben der Zechen und Schließung der Stahlhütten verlor der Hafen seine eigentliche Aufgabe – und fand eine neue. Als Massenumschlagplatz, Hauptgüter: Container, Baustoffe, Eisen- und Stahl(-Schrott), Mineralöle und, immer noch, Koks und Kohle. Dazu, mit steigender Tendenz, Holz (2014: 25 600 Tonnen), etwa für die Papierfabrik Stora Enso in Hagen. Der Hafen heute: ein trimodales Logistikzentrum, der die drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw verknüpft.

Mit elf Kilometern Uferlänge und zehn Becken ist der Dortmunder Hafen „der größte Kanalhafen Europas“, sagt Uwe Büscher. Und ist sich sicher: „Diesen Rang wird uns auf absehbare Zeit auch keiner streitig machen.“ Auch keine mögliche Cargobeamer-Anlage am Hagener Hengsteysee. Wenn die denn überhaupt kommt. Im Dortmunder Hafen stapeln sich die Container derweil weiter. Bis zu 4000 Stück. Rot, grün, gelb, blau, orange. Wie übergroße Spielzeug-Bausteine.