Das aktuelle Wetter NRW 16°C
RWE

"Westnetz" - RWE stärkt den Standort Dortmund

18.09.2012 | 00:00 Uhr
"Westnetz" - RWE stärkt den Standort Dortmund
Planung, Bau und Betreuung der RWE-Verteilnetze sind ab 1. Januar Aufgabe der Westnetz.Foto: Bodo GOEKE

Dortmund.   Dortmund hat im RWE-Konzern den Zuschlag für den Sitz der neuen Netzgesellschaft „Westnetz“ bekommen. Am 1. Januar kommenden Jahres nimmt die neue Gesellschaft mit dann 4300 Mitarbeitern den Betrieb auf. Es geht ums Verteilnetzgeschäft bei Strom, Gas und Wasser.

Es ist eine für den Standort Dortmund ausgesprochen gute Nachricht in unruhigen Zeiten beim Energiekonzern RWE: Die neue Netzgesellschaft „Westnetz“ mit rund 4300 Mitarbeitern wird ihren Betrieb am 1. Januar vom Hauptsitz Dortmund aus starten.

Seit zwei Jahren war klar, dass der Energieriese auch sein „reguliertes“ Verteilnetzgeschäft für Strom, Gas, und Wasser in eine neue Gesellschaft ausgliedern würde. Offen war aber bis jetzt, wo der strategisch bedeutsame Sitz sein würde. Es soll gar die Überlegung gegeben haben, den Sitz ins Ausland nach Prag zu verlagern.

Zur Entflechtung verpflichtet

Überhaupt notwendig wurde die Gründung der neuen Gesellschaft aufgrund einer Auflage der Bundesnetzagentur. Die schreibt den Energiekonzernen vor, die Netze vom Restgeschäft zu trennen, wenn sie weiter die Kosten für Bau und Betrieb erstattet haben wollen. Das Ziel dabei ist ein fairer, sogenannter diskriminierungsfreier Zugang zum Netz für alle.

Ohne diese „unbundling“ genannte Entflechtung wären RWE also die garantierten Netznutzungsentgelte verloren gegangen. Ein immerhin sicheres, weil eben reguliertes Geschäft, dass künftig die Dortmunder „Westnetz“ mitsamt den Regionalstandorten wie Arnsberg und Recklinghausen übernehmen wird. Laut RWE sollen alle Standorte erhalten bleiben.

Westnetz wird auch das Geschäft der Rhein-Ruhr-Netzgesellschaft mit Sitz in Siegen übernehmen. Also auch dort neue Netze planen, die vorhandenen unterhalten und vermarkten sowie technische Dienste anbieten.

Am Standort Siegen wird künftig die kleinere Gesellschaft RWE-Netzservice ihren Sitz haben. Sie soll Netzdienstleistungen am Markt anbieten, die nicht unter die Regulierung fallen, auch über das alte RWE-Gebiet hinaus. Aufgaben sind etwa die Betreuung von Großkunden oder Netzanschlüsse für Blockheizkraftwerke oder Ähnliches anbieten.

Dritte neue Gesellschaft wird RWE-Metering, die sich um das Geschäft rund um intelligente Zählertechnik kümmern werden. Sitz wird Mülheim an der Ruhr, wo bereits ein „Zählertest“ läuft.

Auch Zukunft für Siegen

Mit den Umstrukturierungen im Essener Konzern und dem damit verbundenen Personalabbau habe die Gründung von Westnetz nichts zu tun, sagte ein Sprecher der zuständigen RWE Deutschland AG gegenüber der WR. „Wer heute in Siegen arbeitet, wird auch morgen dort arbeiten.“ Und auch für Dortmund gelte, dass RWE darauf bedacht sei, den Mitarbeitern unnötige Autobahnkilometer zu ersparen. In welchem Gebäude die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben werden, steht noch nicht fest. Im RWE-Tower in der City wird es nicht sein. Dortmund sei aus Sicht des Konzerns eine gute Entscheidung, weil es in der Mitte des Netzgebietes liege. Für den Traditionsstandort bedeutet dies durchaus eine Stärkung im großen RWE-Konzern. Finanzchef der neuen Gesellschaft soll nach WR-Informationen Achim Schröder werden, bisher Geschäftsführer bei Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz – und gebürtiger Dortmunder.

Aktuell sind am Standort Dortmund in den RWE-Gesellschaften Effizienz, Innogy, Vertrieb und Westfalen Weser Ems (WWE) 2725 Mitarbeiter beschäftigt – eingerechnet sind hier auch die Beschäftigten des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.

1272 (Stand 12/2011) davon sind Dortmunder.

Die WWE hat an allen Standorten zusammen rund 1500 Beschäftigte und ihren Hauptsitz noch in Dortmund. Die WWE wird aufgelöst.

Von Jens Helmecke



Kommentare
Aus dem Ressort
Studie belegt: Kinder sind froh, wenn Eltern Arbeit haben
Kinder-Studie
Mutter muss ins Büro, Vater muss ins Büro – und die Kinder kommen in die Kita. Alltag in Deutschland, der den Eltern nicht selten ein schlechtes Gewissen vermittelt. Nun hat eine Studie gezeigt, dass Kinder gut damit klar kommen, wenn die Eltern einen Job haben.
Start für Kraftwerk in Hamm auf unbestimmte Zeit verschoben
RWE
Auch sechs Jahre nach der ursprünglich geplanten Inbetriebnahme ziehen sich die Probleme beim Bau des Steinkohlekraftwerk in Hamm hin. Jetzt erklärte RWE, die Inbetriebnahme sei auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wie Bürger einem Hertie-Kaufhaus neues Leben einhauchten
Einzelhandel
Es gibt sie überall im Revier: die großzügig dimensionierten Kaufhäuser in den Innenstädten, in denen früher Hertie und davor Karstadt residierte. Viele dieser Gebäude stehen seit Jahren leer. Was tun mit den Immobilien? In Gelsenkirchen-Buer nahmen die Nachbarn die Sache selbst in die Hand.
Branche debattiert hitzig um umstrittenen Fahrdienst Uber
Taxigewerbe
Der Fahrdienst Uber bringt die Taxi-Branche gegen neue Anbieter auf die Barrikaden. Der Limousinen-Service Blacklane will in der aufgeheizten Stimmung die Wogen glätten und lud in Berlin zum Dialog. Das Frankfurter Landgericht hatte eine einstweilige Verfügung gegen Uber jüngst wieder aufgehoben.
Was hinter dem lebenslangen Umtauschrecht bei Ikea steckt
Ikea-Garantie
Der Möbelriese hält das Risiko für überschaubar, die Mitbewerber lässt es kalt: Ikea bleibt bei seinem Versprechen, Kunden ein lebenslanges Rückgaberecht einzuräumen. Produkte, die nach dem 25. August gekauft wurden, können Jahre später zurückgegeben werden - auch gebraucht. Doch es gibt Hürden.
Umfrage
Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

 
Fotos und Videos