Westfalen will mit einer Stimme über seine Stärken sprechen

Arnsberg/Münster/Detmold..  Das kann nicht unwidersprochen bleiben. Im Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP) der Landesregierung taucht Westfalen nicht auf. Von den zwei Metropolregionen Ruhr und Rheinland ist die Rede. Nicht mehr. Wer glaubt, es handelt sich um eine sprachliche Ungenauigkeit, der irrt. Warum? Weil der LEP die mittel- und langfristigen strategischen Ziele zur räumlichen Entwicklung des Landes fest.

Tragende Innovationsregion in NRW

„Das darf so nicht sein“, sagt Hermann-Josef Droege, Vorsitzender des Regionalrates Arnsberg. „Wir müssen deutlich machen, dass Westfalen der eigentlich starke Teil des Bundeslandes ist. Westfalen ist anders als das Ruhrgebiet die tragende Innovationsregion. Wir wollen nicht die vergessene Region sein.“

Westfalen muss nach seiner Einschätzung künftig im LEP auftauchen, um Fördergelder aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf zu erhalten. „Wenn das nicht der Fall ist, wird es wie vorgesehen festgeschrieben und Westfalen findet nicht nur auf dem Papier nicht statt. Das geht nicht.“

Nur gemeinsam seien die Stärken der drei Regionen besser wahrnehmbar. „Ausländische Investoren ziehen nicht mit der Lupe durchs Land. Sie denken in größeren Zusammenhängen.“ 4,8 Millionen Erwerbstätige gibt es in Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und dem Münsterland. Demgegenüber stehen rund 6,3 Millionen Erwerbstätige in den Metropolregionen Ruhr und Rheinland.

Angesichts dieses Größenverhältnisses sehen die Vorsitzenden der Regionalräte und die Regierungspräsidenten das Risiko, dass internationale Konzerne auf der Suche nach Standorten die Stärken Westfalens übersehen könnten. Umso mehr gilt es aus ihrer Sicht, die gemeinsamen Vorzüge wie die erfolgreiche mittelständische Wirtschaft und die hohe Lebensqualität besser und selbstbewusst herauszustellen. Auch müsse sich Westfalen beim Breitbandausbau, der Verkehrsinfrastruktur und der Bildungslandschaft zusammenraufen.

Steuerungsgruppe gegründet

Eine Steuerungsgruppe soll die nachhaltige gemeinsame Nutzung vorhandener Potenziale forcieren. Der Regierungspräsident der Bezirksregierung Münster, Reinhard Klenke (CDU), formuliert das Ziel der Zusammenarbeit so: „Wir wollen laut und mit einer Stimme von den eigenen Stärken sprechen und gemeinsam das Gewicht der westfälischen Regionen zur Geltung bringen.“ Zum ersten Mal wollen die Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster am 11. März 2016 zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenkommen.