„Wer heute nicht innovativ ist, hat morgen schon verloren“

Düsseldorf..  Selten hat man Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertreter so einmütig nebeneinander sitzen gesehen. Die IG Metall in NRW und der Arbeitgeberverband Metall wollen die Digitalisierung der Produktion im Land gemeinsam mitgestalten. Industrie 4.0 werde die Arbeit erneut verändern, sagte Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff bei der Vorstellung einer Erklärung beider Verbände. „Sie wird nicht schwerer, aber anspruchsvoller. Wir wollen den Menschen die Angst nehmen, die diese Veränderung mit sich bringt.“

IG Metall und Arbeitgebervertreter haben dazu auch einige Forderungen an die Koalition in Düsseldorf. „Wir begrüßen, dass die Landesregierung das Thema für sich erkannt hat“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler. Sie müsse künftig die Rahmenbedingungen schaffen, damit der industrielle Wandel in NRW gelinge. Kirchhoff sieht in der Industrie 4.0 auch eine Chance, verloren gegangenes Terrain wieder gutzumachen. NRW hinke oft hinterher, etwa bei der Zahl der Unternehmensneugründungen. Beim Thema Digitalisierung müsse man deshalb eine Vorreiterrolle spielen. Dazu seien aber zusätzliche Mittel nötig, appellierte Kirchhoff an die Politik, mehr Geld beispielsweise für den Breitbandausbau zur Verfügung zu stellen. Eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet sei standortentscheidend.

Für Gewerkschafter Giesler sind darüber hinaus noch weitere Punkte entscheidend, etwa die Flexibilisierung der Arbeitszeit, die Weiterentwicklung von Bildung und Ausbildung und klare Regelungen für einen Arbeitnehmer-Datenschutz. Zudem müsse gewährleistet sein, dass auch Un- und Angelernte in einer digitalisierten Wirtschaftswelt nicht abgehängt werden, so Giesler. Auch er riet Unternehmen, in neue Produktionsprozesse zu investieren: „Wer heute nicht innovativ ist, hat morgen schon verloren.“