Weniger Anbaufläche für Zuckerrüben in NRW

2014 gab es „die beste Rübenernte aller Zeiten“.
2014 gab es „die beste Rübenernte aller Zeiten“.
Foto: dpa
Rheinische Bauern rechnen nach Rekordjahr mit 15 Prozent Reduzierung.

Am Niederrhein.. Das schöne Wetter gestern kam den Rüberbauern der Region gerade recht: Die Landwirte nutzen jeden Sonnenstrahl und jeden trockenen Meter Acker, um die Aussaat wieder voranzubringen. In den vergangenen Wochen hatte die Witterung nicht mitgespielt. Rüben sehen mit ihren Knollen später zwar robust aus, sind aber ganz schön zimperlich. Fürs Aussäen müssen mindestens 10 Grad Celsius in der Luft am Tage und acht im Boden her, auf zuviel Feuchtigkeit reagieren die Pflanzen empfindlich. Selbst auf den Mitte März gesäten Parzellen lässt sich noch kein Hälmchen blicken.

2014 war das anders. Da hatte die Aussaat schon zwei Wochen früher als sonst begonnen. Am Ende das Jahres stand „die beste Rübenernte aller Zeiten“, wie das Statistische Landesamt feststellte. 4,71 Mio Tonnen wurden in NRW von den Äckern geholt, durchschnittlich 87,3 je Hektar. Das hatte es so noch nicht gegeben.

Zu groß zum Ernten

Der Fachdienst LIZ berichtete, dass im Rheinland mitunter die Rodemaschinen streikten. Rüben mit Gewichten von bis zu 12 Kilo vermochten sie nicht mehr zu fassen. Am Niederrhein hatte die Zuckerfabrik in Kalkar-Appeldorn bis in den Winter hin viel zu tun. Ende November war mancherorts noch ein Viertel der Rüben nicht geerntet.

Die vergangene Rekordernte hat Folgen für dieses Jahr. Weil über die Quote hinaus Zucker produziert wurde und dieser auch nicht vollständig vermarktbar war, wird es in diesem Jahr weniger Anbaufläche geben. „Viele Landwirte machen von der Möglichkeit Gebrauch, Erntemengen aus dem Vorjahr aufs laufende Jahr vorzutragen“, heißt es beim Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV). Dort geht man davon aus, dass die Anbaufläche 15% kleiner ausfällt. 2014 hatte sie im Rheinland 44 000 Hektar betragen.

Aufmerksam macht der RLV auf den tiefgreifenden Strukturwandel, den es erst seit 50er-Jahren in der deutschen Zuckerindustrie gegeben hat. Von den einst 61 Unternehmen sind heute nur noch vier mit 20 Fabriken übrig (insgesamt 3,6 Mrd Euro Umsatz, 5000 Beschäftigte). Südzucker, Nordzucker, Pfeifer & langen und die niederländische Suiker Unie GmbH bestimmen die deutsche Zuckerwirtschaft.

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