Wechselkunden machen Druck auf Stromriesen
16.02.2010 | 12:17 Uhr 2010-02-16T12:17:00+0100Essen.Beim Strom gucken die Kunden aufs Geld - und sind durchaus bereit zum Wechsel, wenn die Konkurrenz günstigere Tarife anbietet. Das ergibt eine aktuelle Studie. Billigstromanbieter wachsen also und auch die Ökostrombranche wittert Morgenluft.
Die jüngsten Strompreiserhöhungen haben die vier großen Energieversorger in eine Vertrauenskrise gestürzt. Jeder zweite Kunde von RWE, Eon, EnBW oder Vattenfall schwankt oder ist bereit, den Anbieter zu wechseln. Das ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Infratest. Befragt wurden 1000 Privathaushalte.
Der Preis zählt
Die Marktforscher raten den Konzernstrategen: Wer bei der Image- und Kundenpflege schludert, den bestraft der Markt. Denn so wechselfaul, wie gerne behauptet, ist der deutsche Stromverbraucher gar nicht, sagt Infratest-Mitarbeiter Apostolos Apergis.
Auch mit der Kundentreue, über die sich etwa die Autobranche freut, scheint es bei Stromverbrauchern nicht weit her zu sein. Laut Infratest haben in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 20 Prozent der Privathaushalte ihren Energielieferanten gekündigt. Generell hält es über die Hälfte der Befragten für unwichtig, von welchem Anbieter sie Strom beziehen. „Was zählt, ist der Preis“, sagt Apergis.
Die vier großen Stromkonzerne sind zugleich die großen Verlierer. Danach verloren RWE, Eon & Co in den vergangenen zwei Jahren Stammkunden vor allem an kleine überregionale Versorger, die mit Billigtarifen locken, sowie an die Anbieter von Ökostrom wie etwa Lichtblick oder Naturstrom. Beide Versorgergruppen, also Billig- und Ökostromanbieter, beliefern nur 15 Prozent der Stromkunden in Deutschland. Doch sie sind die einzigen, die in den vergangenen zwei Jahren einen Nettozuwachs an Kunden aufweisen konnten.
Blick aufs Geld
Ökologische Kriterien spielen bei der Mehrzahl der Kunden eine eher untergeordnete Rolle. Zwar geben fast alle Befragten (92 Prozent) an, dass es für sie wichtig sei, aus welcher Quelle der Strom erzeugt werde. Doch für zwei Drittel war der maßgebliche Grund des Lieferantenwechsels die Aussicht, dadurch Geld zu sparen. Eine echte Glaubensfrage ist dagegen die Atomenergie: 50 Prozent lehnen einen Tarif ab, der Kernenergie enthält. 48 Prozent stören sich daran nicht.
Ökostromkunden indes wechseln aus Überzeugung, weniger aus Kostengründen. „In dieser Versorgergruppe steckt noch viel Potenzial, dort sind zugleich die treuesten Kunden“, sagt Apergis. Billigstromanbietern prophezeit er eine hohe Fluktuation: „Viele Kunden hüpfen von einem günstigen Tarif zum nächsten.“ Doch Sorgen müssten sich vor allem die großen überregionalen Anbieter sowie Stadtwerke machen. Denn sie haben mit dem Vertrauen auch die Kundenbindung eingebüßt, folgert Infratest.
Die Bundesnetzagentur sieht die Stromverbraucher in Deutschland dennoch immer noch als Wechselmuffel. 2008 hätten 2,1 Millionen Privatkunden den Lieferanten gewechselt, das sind fünf Prozent der Haushalte. 2006 seien es gerade einmal rund 680 000 Kündigungen gewesen, 2007 schon 1,47 Millionen.

02:41
klar doch, ich wechsel um nächstes jahr auf den jetzigen stand meiner rechnung von heute zu sein.
also verschiebe ich die sache nur.
22:16
@sauerländer
Wenn es mal beim Heftchen und Gewinnspiel bliebe.
Sonderprämien von 1500€ bis 6000€ für langjährig
Beschäftigte im Jahr ist ja wohl ne Hausnummer.
18:28
Wenn die Herren an der Spitze der Konzerne meinen, sie könnten die Altkunden vergraulen, indem sie nur den Neukunden Vorteile anbieten, dann muss man mitspielen und den Anbieter wechseln.
Das gilt nicht nur bei den Stromriesen sondern auch bei den Telefongesellschaften, die den Altkunden nur mangelhafte Technik ( Trommeln ist schneller;-)) zu Höchstpreisen verkaufen (Telekom), sich aber nicht scheuen, Hochglanzreklame mit schnellen DSL Techniken in den Briefkasten des Kunden zu werfen, der das Angebot, da nicht brauchbar, weiter in Müll transportiert.
Das ist durchdachtes Spitzenmanagement!
17:26
schafft den ganzen regenerativen mist ab, dann ist strom auch wieder bezahlbar.
11:51
Man muss ich natürlich den neuen Anbieter genau ansehen und nicht nur auf den Preis schauen.
Wir haben auch gewechselt, und der Ökoanbieter war sogar noch günstiger als RWE beim Normaltarif.
Mich nervte einfach die Atomlobby und das Rauswerfen von Kundengeldern durch kostenlos verteilte Magazine, Gewinnspiele etc. Das muss ich von meinem Stromgeld nicht bezahlen!
10:58
Im Januar habe ich den Anbieter gewechselt. Im Februar hat dieser auch den Preis erhöht. Dennoch ist er billiger als mein alter Anbieter. Doch habe ich nun eine Preisgarantie von 12 Monaten. Der Wechsel klappt, aber die bekommen es bei Rheinpower nicht auf die Reihe, dass ich mich einloggen kann. Jeder erzählt was anderes. Ich schätze, nächstes Jahr geht es wieder zum alten Anbieter.
10:31
@1 : Also so reibungslos läuft das alles ja nicht. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Es hat bei mir 5 Monate gedauert und einiges Schriftverkehr mit sich gebracht.
09:17
Ich kann nur jedem Stromkunden raten die Anbieter
zu vergleichen und sofort zu wechseln anstatt
teure Abzocker weiter zu unterstützen.
08:52
Der Druck ist so groß geworden, dass ich heute morgen im Frühstücksfernsehen mal wieder die Nachricht über anstehende Strompreiserhöhungen hören musste.
07:35
Äh, die Strombörse ist in Leipzig !