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WAZ-Gruppe schließt Redaktion der Westfälischen Rundschau

15.01.2013 | 18:54 Uhr
WAZ-Gruppe schließt Redaktion der Westfälischen Rundschau
Die WAZ Mediengruppe streicht 120 Arbeitsplätze bei der "Westfälischen Rundschau".Foto: dapd

Dortmund.   Die WAZ-Gruppe schließt die Redaktion der Westfälischen Rundschau. Davon sind 120 Mitarbeiter betroffen. Der Titel WR soll aber am Markt erhalten bleiben. Die lokalen Inhalte werden künftig von der Westfalenpost aus der WAZ-Gruppe und benachbarten Verlagen geliefert.

Die WAZ-Gruppe zieht aus der Medienkrise Konsequenzen: Die Geschäftsführung hat entschieden, die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ (WR), die in Dortmund erscheint, zu schließen. Davon sind 120 Mitarbeiter betroffen. Der Titel WR soll aber am Markt erhalten bleiben. Die lokalen Inhalte werden künftig von der Westfalenpost aus der WAZ-Gruppe und benachbarten Verlagen geliefert. Den Mantel mit Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, den Vermischten- und Leben-Seiten steuert wie zum großen Teil heute schon die in Essen beheimatete Zentralredaktion für die WAZ-Titel in NRW bei.

Ein Sozialplan sieht Abfindungen vor

„Wir wissen, dass das für die Betroffenen und ihre Familien sehr hart ist, aber wir sehen im Interesse des gesamten Unternehmens leider keine andere Möglichkeit“, sagte WAZ-Geschäftsführer Manfred Braun. Der Arbeitsplatzabbau solle so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Ein Sozialplan sieht Abfindungen vor.

Die WR hat mit einer Auflage von 115 000 Exemplaren in den vergangenen fünf Jahren nach Verlagsangaben rund 50 Millionen Euro Verlust eingefahren. Die anderen drei WAZ-Titel in NRW – WAZ, NRZ und Westfalenpost – verkaufen zusammen täglich rund 640 000 Exemplare und schreiben schwarze Zahlen. „Angesichts des Anzeigen- und Auflagenrückgangs und der schlechten Geschäftsaussichten für 2013 mussten wir handeln“, sagte WAZ-Geschäftsführer Thomas Ziegler.

Kritik von Gewerkschaften und NRW-Regierung

Gewerkschaften, NRW-Regierung und SPD-Medienholding DDVG, Minderheitseigentümerin der WR, kritisierten die Entscheidung. Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) beklagte, dass Zeitungsvielfalt verloren gehe. Die WAZ-Gruppe wisse, sagte WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus, dass künftig weniger Pressevielfalt als heute herrsche. „Aber es ist mehr Pressevielfalt, als wenn man die WR einfach eingestellt hätte.“

Die DDVG, die 13 Prozent an der WR hält, warf der WAZ-Gruppe vor, den Schritt nicht mit ihr abgestimmt zu haben. Die WAZ-Gruppe widersprach: Die DDVG sei „über die Entscheidung hinsichtlich der WR informiert“ worden.



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