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Gehaltsdebatte

Was Sparkassen-Chefs in NRW-Städten verdienen

03.01.2013 | 18:46 Uhr
Was Sparkassen-Chefs in NRW-Städten verdienen
Vor einigen Jahren war es noch ein großes Geheimnis, wie der Gehaltszettel eines Sparkassen-Chefs aussieht.Foto: Caroline Seidel / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Selbst kleinere Sparkassen in NRW zahlen ihren Chefs mehr als die Kanzlerin verdient. Das Durchschnittseinkommen der Vorstandschefs der NRW-Sparkassen beträgt 318.799 Euro. Einige kommunale Kreditinstitute weigern sich noch, das Chefgehalt zu veröffentlichen – so auch die Sparkasse Duisburg.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nicht nur sich selbst, sondern auch den Sparkassen eine Gehaltsdebatte beschert. Das Interesse an der Frage, was Sparkassen-Chefs verdienen, ist blitzartig gestiegen. „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“, hatte Steinbrück gesagt und dafür viel Kritik einstecken müssen. Geht es allerdings um die nackten Zahlen, lässt sich Steinbrücks These problemlos belegen – zumindest dann, wenn der „Sparkassendirektor“ als Vorstandschef interpretiert wird.

Selbst kleinere Sparkassen zahlen ihren Chefs mehr als die Kanzlerin verdient. Angela Merkel kommt mit Kanzlerbesoldung und Abgeordnetenbezügen auf knapp 300.000 Euro im Jahr. Ähnlich gut verdienen auch die Chefs der Sparkassen in Bottrop, Unna und Lünen. Deutlich höher fällt das Gehalt in Städten wie Dortmund, Bochum oder Essen aus.

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Das Durchschnittseinkommen der Vorstandschefs der NRW-Sparkassen beträgt laut Handelsblatt-Online 318.799 Euro. Spitzenverdiener sei Alexander Wüerst von der Kreissparkasse Köln mit einem Jahreseinkommen in Höhe von 756.000 Euro im Jahr 2011. Auffallend sei, dass bei den Sparkassen die Verdienstunterschiede zwischen dem Vorstandschef und den einfachen Mitgliedern deutlich geringer sind als in der freien Wirtschaft.

Transparenz bei Vorstandsmitgliedern gefordert

Vor einigen Jahren war es noch ein großes Geheimnis, wie der Gehaltszettel eines Sparkassen-Chefs aussieht. Seit Anfang 2010 gilt in NRW ein Transparenzgesetz, mit dem die Politik mehr Offenheit in den kommunalen Unternehmen bewirken will. Das Regelwerk wird auch als „Anti-Klüngel-Gesetz“ bezeichnet. Es sieht unter anderem vor, dass Stadtwerke, Sparkassen oder andere kommunale Betriebe die Höhe der Bezüge für jedes einzelne Vorstandsmitglied veröffentlichen müssen.

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wünscht sich ein höheres Gehalt für Bundeskanzler: "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin." Eine Aussage, mit der Steinbrück auch für Kopfschütteln sorgte. Aber wieviel verdienen die Sparkassen-Chefs denn nun?

Einige kommunale Kreditinstitute weigern sich aber noch, das Chefgehalt zu veröffentlichen – so auch die Sparkasse Duisburg. Das Handelsblatt vermutet, dass Sparkassen-Chef Hans-Werner Tomalak 470.000 Euro im Jahr erhält. Ob die Zahl stimmt, ließ ein Sparkassen-Sprecher offen. Die Verschwiegenheit begründet das Kreditinstitut mit Vorschriften aus dem Handelsgesetzbuch (HGB), die im Widerspruch zum NRW-Transparenzgesetz stünden. „Wir verhalten uns nach aktueller Rechtslage“, heißt es bei der Sparkasse Duisburg. „Bundesrecht steht über dem Landesrecht.“

Was bekommt der Präsident?

Gegenstand von Spekulationen war in der Vergangenheit auch das Gehalt von Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. Als der frühere bayerische Finanzminister an die Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wechselte, wurde vermutet, er könne mit einem Jahresgehalt in Höhe von einer Million Euro rechnen. Das sei „zu hoch gegriffen“, heißt es beim DSGV. Die genaue Vergütung bleibt aber Geschäftsgeheimnis der Sparkassen.

Immerhin: Zumindest bei neuen Verträgen für Sparkassen-Chefs in NRW ist es mittlerweile üblich, dass die Veröffentlichung des Gehalts vereinbart wird. So dürfte das Transparenzgesetz zumindest Stück für Stück Wirkung entfalten.

Ulf Meinke



Kommentare
05.01.2013
15:09
Duisburg gibt keine Auskunft.
von Optio | #5

In Duisburg ist seit der Abwahl Sauerlands alles streng geheim. Von der Aufklärung des Loveparadunglücks hört man auch nichts mehr. Naja, Duisburg hat ja wieder einen roten OB und gut ist.

05.01.2013
00:32
Ekelhaft ...
von stefanw2468 | #4

Ich empfinde diese gegenseitige Bereicherung (ich vermeide bewußt den Begriff "Verdienst") mancher Zeitgenossen untereinander nicht nur als widerlich, sondern zudem als unsere Demokratie gefährdend.

Ich begrüße es, wenn Journalisten in verantwortlicher Weise ab und zu darüber berichten.

04.01.2013
11:12
Was Sparkassen-Chefs in NRW-Städten verdienen
von tuecking | #3

www.oeffentlicher-dienst.info
dort kann man mal sehen, was im oeffentlichen dienst verdient wird und wie dort die gehälter bemessen werden, einschließlich der sparkassen, die ebenfalls ihre "normalen" mitarbeiter nach dem tvöd bezahlen. da sind gehälter von leuten dabei, die mehr verantwortung haben als ein sparkassendirektor, aber nur ein bruchteil dieser kaste erhalten. die frage muss doch lauten, ob diese exorbitant hohen bankergehälter sein müssen und ob sie einfach nicht zu hoch sind. die bestechlichkeitsklausel, die immer vorgebracht wird, zählt nicht mehr. auch spitzengehälter lassen sich bestechen und korrumpieren oder sind immer noch hinter noch mehr geld her, siehe steinbrück.

03.01.2013
22:23
Vielleicht betonen Sie an exponierter Stelle noch einmal, dass Sparkassen KÖRPERSCHAFTEN DES ÖFFENTLICHEN RECHTS sind,
von PressefreiheitistVerantwortung | #2

und die Angestellten wie Angestellte des öffentlichen Dienstes behandelt und entlohnt werden - und dann bekommt der Steinbrück-Vergelich des öffentlichen Kanzlergehalts mit dem eines öffentlichen Provinz-Geldfürsten eine ganz andere Dimension.
Eine Entschuldigung wäre die Sache übrigens auch wert!

03.01.2013
22:05
na also - geht doch!
von PressefreiheitistVerantwortung | #1

Warum eigentlich nicht gleich so - und dann noch ein bisschen weniger Stille Post - und immer daran denken - wenn Sie überbordend in den Meinungsprozess eingreifen in Richtung einer kandidatin und zu lasten eines andere - dann tragen sie auch dieses Maß an Verantwortung später.

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