Was drauf steht, muss auch drin sein

Luxemburg..  Die Verpackung eines Lebensmittels darf den Verbraucher nicht über die Zutaten in die Irre führen. Der Hersteller dürfe nicht den Eindruck erwecken, dass eine Zutat vorhanden sei, die tatsächlich fehle. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Verfahren um einen Früchtetee des Herstellers Teekanne geurteilt (C 195/14).

Nach Ansicht der Richter reicht es nicht, dass in der Zutatenliste alle Bestandteile genannt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) hatte Teekanne verklagt, weil die Packung des Früchtetees „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer“ Bilder von Himbeeren und Vanille zeigte, obwohl der Tee keine der beiden Früchte und auch keine natürlichen Aromen davon enthielt.

Für Vzbv-Chef Klaus Müller reicht die Bedeutung des Urteils über den Früchtetee-Streit hinaus, es sei „ein längst überfälliges Signal für die Lebensmittelwirtschaft.“ Die Entscheidung des EuGH sei wegweisend. Laut EU-Richtlinie darf die Etikettierung Verbraucher nicht über die Zusammensetzung eines Produkts in die Irre führen. Nach Ansicht der Verbraucherorganisation Foodwatch sind solche „Werbelügen“ aber nach wie vor alltäglich: „Irreführung und Verbrauchertäuschung sind im Supermarkt leider die Regel und nicht die Ausnahme.“

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