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Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll

07.11.2012 | 13:08 Uhr
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
Eine neue Datenbank soll nach dem Willen des Bundeskartellamtes die Spritpreise transparenter machen.

Berlin.   Das Bundeskartellamt macht ernst: Ab kommendem Jahr sollen die aktuellen Spritpreise der 14.000 Tankstellen im Land in Echtzeit von einer zentralen Datenbank abrufbar sein. Autofahrer könnten sie dann auf ihrem Smartphone. abrufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Projekt.

Autofahrer sollen in Zukunft vor der Fahrt zur Tankstelle Spritpreise verlässlich vergleichen können. Dazu soll beim Bundeskartellamt eine sogenannte Markttransparenzstelle geschaffen werden, an welche die 14.000 Tankstellen im Land Preise und Preisänderungen melden müssen. Der Bundestag will am Donnerstag in Berlin ein entsprechendes Gesetz beschließen. Ziel ist es, den Wettbewerb unter den Ölkonzernen zu beleben.

Welche Aufgaben hat die neue Markttransparenzstelle?

Tankstellen sollen ab kommendem Jahr in Echtzeit Preise und Preisänderungen an das Bundeskartellamt übermitteln. Bei der Transparenzstelle werden diese Informationen in einer Datenbank erfasst. Neben mehr Wettbewerb soll dies auch dafür sorgen, dass die Wettbewerbshüter etwaige unzulässige Preisstrategien der Mineralölkonzerne aufdecken können. Nach dem Willen der Regierung soll das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten. Der genaue Start der Transparenzstelle ist allerdings noch offen.

Neben der Transparenzstelle für den Tankstellenmarkt ist noch eine weitere vorgesehen, welche die Preisbildung auf dem Markt für Strom und Gas überwachen soll - allerdings nur auf der Stufe des Großhandels. Ziel ist es auch hier, etwaige Wettbewerbsverstöße oder Marktmanipulationen aufdecken zu können.

Wo können Autofahrer künftig die Spritpreise der Transparenzstelle abrufen?

Künftig werden Spritpreis-Vergleichsportale im Internet, Programme für Smartphones oder auch Navigationsgeräte in Autos auf die Daten zugreifen können. Die Preisdaten kommen damit nicht direkt vom Bundeskartellamt zu den Verbrauchern, sondern indirekt über private Verbraucherinformationsdienste, welche Preisvergleichsseiten oder Smartphone-Apps betreiben. Diese rufen die Daten der Markttransparenzstelle ab. Dann können sich Endverbraucher am Computer zu Hause oder per Handy über die Spritpreise an Tankstellen in ihrer Nähe informieren.

Zwar gibt es ähnliche Angebote auch schon bisher. Dort werden die Preise aber in der Regel von Tankstellenkunden eingestellt und sind oft nicht aktuell. Die Daten der Transparenzstelle werden ungleich verlässlicher sein und haben eine Art offiziellen Charakter.

Werden Benzin und Diesel mit der Markttransparenzstelle billiger?

Deutlich sinken dürften die Spritpreise auch mit Einführung der Transparenzstelle nicht , da diese sich neben Rohstoff- und Beschaffungskosten sowie der Gewinnspanne der Ölkonzerne auch zu einem erheblichen Teil auch aus staatlich festgelegten Steuern zusammensetzen. Allerdings könnten sich Branchenexperten zufolge die teils massiven Preisausschläge an den Tankstellen etwas einebnen, die es auch im Verlauf einzelner Tage geben kann. Für Autofahrer rechnet es sich zudem fraglos, beim Tanken immer die günstigste Tankstelle in der Nähe anzusteuern. (afp)


Kommentare
09.11.2012
15:27
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von enrico701 | #9

Da fühlt man sich wirklich vom Staat veralbert, wo der doch selbst den größten Anteil einkassiert, solch einen künstlichen Aufwand zu betreiben, von einem Bundeskartellamt!
Ein Teil der Verbraucher hält schon lange ein Auge auf günstiges Tanken, aber was nützt das? Etliche Firmen die Ihre Mitarbeiter tausende von Kilometern mit Firmenwagen fahren lassen sind irgendwie mit den großen blauen Tankstellen verheiratet, da sollte das Amt mal nachhaken!

09.11.2012
12:12
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von ExWalsumer | #8

Die günstigste Tankestelle in der nähe kennt man auch so. Bei uns steht man vor der Star schlange und trotzdem existieren die beiden ARAL und die teure freie Tankstelle immernoch. Die meisten nehmen also schon das günstigste Angebot an, aber am Preis ändert sich nix. Diese Auskunftsdatenbank macht erst sinn, wenn die Tankstellenbetreiber für die nächsten 7 Tage angeben müßten wann sie welchen Preis wie lange verlangen.

08.11.2012
11:37
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von 04klicker | #7

Was waren das noch Zeiten, als der Tankwart für Preisänderungen auf die Leiter musste. Bei der heutigen Änderungsgeschwindigkeit würde mancher gar nicht mehr runter kommen von seiner Leiter.

Wenn da mal wieder etwas mehr Ruhe einkehrt, Preise auch über die Minute hinaus Bestand haben, dann kann ich mir auch ohne Smartphone und App die günstigste Tankstelle suchen - und wenn ich da ankomme, gilt der zuvor ermittelte Preis noch - toll!

Allein dafür lohnt sich eine Meldepflicht.

08.11.2012
07:25
Kein Aktionismus
von bernd-der-baer | #6

Der kleine, aber feine Unterschied: Bei den jetzigen Apps (hab auch so eine installiert) basiert das ganze auf der Mitarbeit der tankenden Kunden. Es gibt viele Tankstellen, die dort nicht erfasst sind. Zukünftig sollen alle Tankstellen verpflichtet werden, die Preise sofort an eine Zentralstelle weiterzuleiten. So ist man immer und überall (auch auf dem Lande) auf dem aktuellsten Stand.

07.11.2012
21:58
Apps gibt es schon
von di_ko | #5

Derartige Programme (Apps) gibt es bereits. Sie funktionieren hervorragend. So preiswert habe ich noch nie getankt! Daher ist das wirklich kompletter Aktionismus.

07.11.2012
18:55
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von Pucky2 | #4

Wilder Aktionismus, um die Wähler zu verdummen.

Entweder der Staat bricht endlich das Oligopol der Ölmultis, oder es ändert sich gar nichts.
Aber die Steuern werden ja prozentual auf den Spritpreis draufgeschlagen, so dass Papa Staat an den Wucherpreisen sehr gut mitverdient.

Auch wenn durch die Engeriepreise die Preise allgemein anziehen, verdient der Staat noch mal extra, nicht nur an der Tankstelle. Umsatzsteuer gibt es überall!

07.11.2012
18:26
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von Fritz.Haarmann | #3


Absoluter Schwachsinn so etwas.
Ich habe kein Smartphone.

07.11.2012
17:45
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von knickerbocker | #2

Garnichst
Blinder Aktionismus um zu Zeigen,guckt wir machen doch etwas.

1 Antwort
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von knickerbocker | #2-1

gar nichts

07.11.2012
14:28
Was die Spritpreis-Datenbank den Kunden bringen soll
von urmel123 | #1

Ich glaube, das wird dazu führen, dass die Preise demnächst länger stabil bleiben, als bisher.
Früher gab es die Preisänderungen in dieser Häufigkeit nicht. Dann gab es die ersten Webseiten, wo jeder aktuelle Spritpreise verschiedender Tankstellen eintragen konnte, mit dem Ziel, dem Autofahrer zu ermöglichen, die günstigste Tankstelle in der Nähe zu finden.
Als sich das herumgesprochen hatte und genügend Leute bereit waren, dazu beizutragen und die Preise einzutragen, ging es los, dass die Preise mehrmals täglich geändert wurden und diese Portale somit unzuverlässig und schließlich unbrauchbar wurden. Ich kann mich irren, aber ich sehe da einen Zusammenhang.
Wenn die Preise jetzt seitens der Tankstellen übermittelt werden müssen, sind sie natürlich immer aktuell einsehbar und es gibt keinen Grund mehr, sie in der bisherigen Häufigkeit zu ändern.
Allerdings wird es wohl auch keine großen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Tankstellen mehr geben. Es geht in Richtung Einheitspreis.

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