Warum Sparer derzeit jeden Tag ärmer werden
23.07.2012 | 19:33 Uhr 2012-07-23T19:33:00+0200
Essen. Die Aktienkurse gehen auf Talfahrt, der Euro schwächelt. Mehr und mehr zeichnen sich die Kosten der Krise ab. Deutschland würde ein Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion bis zu 83 Milliarden Euro kosten, sagen Experten. Aber auch den einfachen Sparer trifft es.
Was passiert, wenn Griechenland die Euro-Zone verlässt? Ein solches Szenario habe „längst seinen Schrecken verloren“, sagt Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in einer Mischung aus politischem Kalkül und gehörigem Zweckoptimismus. Doch an Europas Börsen dominierte am Montag die Angst vor einer Eskalation der Krise. Der Euro rutschte erstmals seit zwei Jahren wieder unter die Marke von 1,21 Dollar. Der Deutsche Aktienindex begab sich auf Talfahrt.
Warum gerät Griechenland gerade jetzt unter Druck?
Ab dem heutigen Dienstag wollen Vertreter der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) die Spar- und Reformanstrengungen des krisengeschüttelten Landes analysieren. Vom Bericht der sogenannten Troika hängt ab, ob Griechenland erneut auf Hilfsgelder hoffen kann.
Welche Rolle spielen die Börsen?
Als Stimmungsbarometer zeigen die Aktienmärkte, wie groß die Sorgen sind. Der deutsche Aktienmarkt (Dax) litt am Montag heftig unter der Angst vor einer Pleite Griechenlands und neuen Problemen in Spanien. Der Dax schloss mit minus 3,2 Prozent bei 6419 Zählern.
Wie wahrscheinlich ein Austritt Griechenlands?
Das lässt sich schwer beurteilen. Es scheint, als werde ein Staatsbankrott wahrscheinlicher – und damit auch ein Austritt des Landes aus dem Euro-Raum. Äußerungen führender Politiker der schwarz-gelben Koalition machten deutlich, dass auch in Deutschland kaum mehr Bereitschaft besteht, bei einem negativen Befund von IWF, EU und EZB weitere Hilfen freizugeben. Die EU-Kommission teilte offiziell mit: „Griechenland muss und wird Mitglied des Euro-Währungsraums bleiben.“ Wolfgang Gerke, der Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums in München, betont aber: „Ein Austritt ist schmerzhaft, aber notwendig.“
Was wären die Folgen eines Euro-Austritts?
Auch auf die Steuerzahler in Deutschland kämen erhebliche Kosten zu. Mit rund 45 Milliarden Euro steht Griechenland bei der Bundesrepublik in der Kreide. Das Geld wäre wohl weg. Die Europäische Zentralbank hat laut Schätzungen für 50 Milliarden Euro griechische Anleihen gekauft, für rund ein Viertel davon haftet Berlin. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Gesamtkosten eines Griechenland-Austritts für Deutschland mit 86 Milliarden Euro beziffert.
Welche Folgen gibt es für Sparer?
Schon jetzt sei ein Effekt der Schuldenkrise spürbar, sagt Finanzexperte Gerke und verweist auf die historisch niedrigen Zinsen. „Wir haben keine Inflation, aber Sparer und Versicherungsnehmer werden geschädigt, weil sie jeden Tag ärmer werden.“ Die Notenbanken hätten den Staaten einen Weg geebnet, sich „billig zu verschulden“. „Der Zins, den wir derzeit haben, ist die Subventionierung des Rettungsschirms“, sagt Gerke.
Droht ein Domino-Effekt, wenn Griechenland den Euro abgibt?
Auch der Druck auf schuldengeplagte Länder wie Spanien, Italien und Portugal dürfte sich massiv erhöhen. „Die Ansteckungsgefahr ist groß“, urteilt Gerke. „Aber die Gefahr des Nichtstuns ist viel größer.“
Was spricht für die Rückkehr der Drachme?
Es sei der falsche Weg, Milliardensummen in Rettungspakete zu stecken, ohne die Probleme auf Dauer zu lösen, argumentiert Gerke. „Griechenland ist mit dem Euro zu teuer und wird mit der Drachme konkurrenzfähiger, insbesondere im Tourismus.“ Der Übergang zum Euro sei aber „ein extrem schmerzhafter“ Prozess. „Der Kurs der Drachme wird erst einmal sinken. Es braucht eine Zeit, bis sich das Verhältnis zum Euro einpendelt.“ Letztlich werde Griechenland durch die Abkehr vom Euro wieder wettbewerbsfähiger. „Die Griechen werden viel stärker auf ihre eigenen Produkte setzen, auch beim Konsum im Inland.“

08:02
Vielleicht sollte alle im Euro bleiben und nur Deutschland sollte aussteigen und eine Währungsunion mit der Schweiz eingehen. Dann könnten die anderen machen was sie wollen: z. B. noch ein paar Pleiteländer aufnehmen und sich weiter verschulden und wir bieten zusammen mit CH den wenigen Reichen aus diesen Ländern "Steuerschlupflöcher" an wenn es mal mit unserem Export nicht mehr so klappen sollte (was ich bezweifle). Ich bin es einfach leid mit anzusehen wie die verantwortungslose Politikblase mit meinem sauer verdienten Geld um sich wirft. Und leider zieht sich das durch alle etablierten Parteien. Heißt für mich: "Beim nächsten Mal nicht oder extrem wählen." Will ich eigentlich nicht aber erscheint mir derzeit "alternativlos".
00:45
Das Lustige ist, dass der Gläubiger der Kredite, die die EZB vergibt, die EZB selbst ist!
Notenbanken sind keine Geschäftsbanken. Für die EZB gelten andere Maßstäbe und Richtlinien, die offenen Forderungen der EZB zahlt die EZB selbst!!!!!!!!
22:53
weil sie von ihrer "Spar"-Kasse 1 % Zinsen bekommen, aber 14 % zahlen müssen...
20:50
Tja, weisse, meine Uromma und mein Uroppa ham damals in Weimar allet verlorn. Warn "Milliardäre" und hatten fast nix mehr zum fr.....en davon gehabt. Dat war für meine Omma und mein Oppa, den Erwin Kasulske, aus Essen-Borbeck, dann irgendwann ma klar, datse beim Adolf nix mehr auffe Versprechen vonne Politik mehr gegeben ham und bissken auf den ollen Hjalmar Schacht hatten se auchn Auge drauf geworfen. Weisse, nachdem der nämlich die Biege beie Reichsbank gemacht hatte, hatter schon wat dazu gesacht, dat Deutschland nich ma mehr dat Hemd am A.... hat!!! Damit sind se damals verdammt gut durche harte Zeit nach 45 durch gekommen, weisse und ham inne 50er nen recht guten Start hingelecht, ne. Und ich sach ma so: "Zur richtichen Zeit bissken wat in Gold und Silber investiert und nix is mit "täglich ärmer!!!" Weisse dat is wenne mal wat auffe Alten hörs und nich auffe Politika, ey!!!
18:40
Seit zwei Jahren wird davor gewarnt, dass wir das Geld, welches wir durch Hilfskredite oder Anleihenaufkäufe nach Griechenland transferieren, nie wiedersehen werden. Griechenland ist zahlungsunfähig, faktisch pleite. Trotzdem wurde immer weiter Geld in dieses Fass ohne Boden gepumpt.
Wer so dämlich ist, für den sind 86 Milliarden Euro Verlust eine gerechte Strafe. Ich bin fast dafür, zur kollektiven Bestrafung die Mehrwertsteuer als Verlustausgleich zu erhöhen. Dann würde der deutsche Michel beim täglichen Einkauf daran erinnert werden, wohin der naive Europa-Fanatismus geführt hat.
17:47
Es macht keinen Sinn, bei der zurzeit hohen Verschuldung Deutschlands weiterhin Geld nach Griechenland zu transferieren. Es gab dort nach den Berichten keine wirklich wirksamen Fortschritte. Es macht keinen Sinn ständig weiter Geld zu transferieren, nur damit Griechenland seinen Lebensstandard, den es nicht selber erwirtschaftet halten kann.
Das ist zwar schlimm für die Griechen. Es ist moralisch aber auch nicht legitim nur Griechenland einen höheren Lebensstil zu finanzieren, während viele andere Länder mit deutlich weniger auskommen müssen. Und fürs Militär ist ja in Griechenland auch noch Geld da.