Warum sich die VW-Tochter Audi mehr mit China vernetzen will

Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und damit einen neuen Rekord aufgestellt. In Neckarsulm geht der A8 vom Band.
Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und damit einen neuen Rekord aufgestellt. In Neckarsulm geht der A8 vom Band.
Foto: Ronald Wittek/dpa
Was wir bereits wissen
Audi macht Tempo bei der Digitalisierung: Im größten Automarkt der Welt - China - setzt der Hersteller auf Kooperationen. Der frühere VW-Patriarch Piëch ließ sich bei der Hauptversammlung nicht blicken.

Neckarsulm/Ingolstadt.. Die VW-Tochter Audi treibt die Vernetzung im Auto in China voran. Dabei arbeitet der Oberklasse-Hersteller künftig mit dem führenden chinesischen Suchmaschinen-Anbieter Baidu zusammen, wie Vorstandschef Rupert Stadler am Freitag bei der Hauptversammlung in Neckarsulm mitteilte.

Volkswagen Neben der Einrichtung einer entsprechenden Funktion für das Mobiltelefon, die zusammen mit dem Smartphone-Konzern Huawei erstellt wird, soll die Baidu-Kooperation die gemeinsame Entwicklung von Kartendaten umfassen. Stadler sagte, die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung seien sehr vielfältig: "Künftig können Sie vom Auto-Cockpit aus Ihr Leben und Arbeiten steuern."

2014 seien erst sieben Prozent der Geräte weltweit miteinander vernetzt gewesen. "In fünf Jahren sollen es bereits 25 Prozent sein."

Audi will auch 2015 wieder einen Absatzrekord schaffen

Audi peilt 2015 erneut einen Absatzrekord an, bekräftigte der Vorstandschef. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hätten die Standorte in Neckarsulm und Ingolstadt deshalb schon 34 Sonderschichten gefahren. In den nächsten fünf Jahren soll die Modellpalette von derzeit 52 auf etwa 60 Fahrzeuge erweitert werden.

Porsche Die Premium-Tochter im VW-Konzern hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und damit einen Rekord erreicht. Vertreter der Audi-Kleinaktionäre beklagten in der Aussprache aber die ihrer Ansicht nach zu niedrige Ausschüttung an die Anteilseigner.

Ferdinand Piëch nicht bei Hauptversammlung

Der langjährige Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch war bei der Hauptversammlung nicht anwesend. Er und seine Frau Ursula hatten im April ihre Sitze im Aufsichtsrat des Konzerns und auch bei der VW-Tochter aufgegeben. Über die Nachfolge ist noch nicht entschieden.

Audi-Chefaufseher ist weiter VW-Chef Martin Winterkorn. Volkswagen hält fast 100 Prozent des Aktienkapitals von Audi - der Streubesitz beträgt lediglich 0,45 Prozent. (dpa)