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Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen

21.05.2012 | 18:23 Uhr
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin reiht sich in die Schar der Euro-Kritiker ein.Foto: rtr

Essen.  Thilo Sarrazins Buch ist 464 Seiten stark - und ein einziger Bluff. Denn Sarrazin empfiehlt nicht die Rückkehr zur D-Mark. Er fordert nicht einmal, die Griechen aus dem Euro zu werfen. Letztendlich will er nur eines: Die Stabilitätskriterien der gemeinsamen Währung sollen eingehalten werden. Das will auch die Kanzlerin. Ein Kommentar.

Am Dienstag stellt Thilo Sarrazin sein neues Buch in Berlin vor. Und man muss wohl sagen, diese 464 Seiten sind ein einziger Bluff . Sarrazin empfiehlt den Deutschen nicht die Rückkehr zur D-Mark und er fordert nicht einmal, die Griechen aus dem Euro zu werfen. Im Grunde wäre Sarrazin zufrieden mit dem Euro, wenn nur die Stabilitätskriterien eingehalten würden. Damit, so absurd das auf den ersten Blick auch klingen mag, kämpft Sarrazin den Kampf der Bundesregierung.

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Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat ein neues Buch geschrieben.

Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat ein neues Buch geschrieben. "Europa braucht den Euro nicht" heißt es und lässt die Emotionen erneut hochkochen. Werden Sie es lesen?

 

Denn genau das, die Einhaltung der Spielregeln, ist Angela Merkels Thema. Morgen wird sie sich auf dem Euro-Gipfel dagegen wehren, dass Euro-Bonds eingeführt werden , die solide und unsolide wirtschaftende Länder in einem Topf stecken. Und sie wird versuchen zu verhindern, dass die Europäische Zentralbank direkt ganze Länder stützt, was mit deren politischer Unabhängigkeit nicht zu vereinbaren ist.

Sicher ist Europa mehr als seine institutionelle Hülle, die „EU“. Und sicher ist Europa mehr als seine Währung, der Euro. Aber genau dieses „mehr“ enthält die Währung. Der Euro ist nicht nur Geld, sondern eine kulturell und historisch begründete Feststellung. Sie heißt: Wir gehören zusammen. Und eines haben diejenigen, die mit einer Abschaffung des Euro liebäugeln, noch nicht geschafft: Zu erklären, wie dieses so schmerzhaft erkämpfte, kluge Wir-Bekenntnis ein solches Misstrauensvotum überstehen sollte.

Ulrich Reitz


Kommentare
22.05.2012
21:45
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von Vulcanodos | #32

Wer wie Herr Reitz den Eurobonds und der Vergemeinschaftung der Schulden zu Lasten der BRD das Wort redet, wie auch Rot-Grün, schadet uns Deutschen. Dies ist selbstzerstörerisch und grenzt an Selbstverstümmelung. Die ********* gönnen sich nach wie vor 14 Renten im Jahr, gehen früher inRente, damit wir länger arbeiten müssen.

22.05.2012
20:02
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von Herbert57 | #31

Der Euro hat unbestritten Wohlstand in Deutschland gebracht.
Aber nur für Banken und Dax-Konzerne und ihre Vorstände und Aufsichtsräte.
Für Arbeiter,Angestellte und Rentner aber nicht.
Die Löhne wurden halbiert und bei den Preisen wurde die D-Mark einfach
durch das Euro-Symbol ausgetauscht.
Eine Enteignung der Massen.
Das haben andere Europa-Länder nicht mitgemacht und stehen jetzt
unter der Knute der internationalen Finanzwirtschaft.
Das System stinkt.

1 Antwort
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von kuba4711 | #31-1

Ihre Analyse ist falsch!
Die Menschen haben nicht wegen der Einführung der Währung "Euro" an Lebensqualität und Lebensstandard verloren!
Es waren die im Zuge der Euro -Einführung -auch von Rosa/Grün initiierten -Begleit -Programme ,wie Hartz und Agenda -Politik!

22.05.2012
19:22
Der Bluff des Ulrich Reitz
von kuba4711 | #30

besteht mit seiner Festlegung ,dass es Madame Merkel und Herrn Sarrazin lediglich um die Einhaltung der europäischen "Spielregeln "ginge , darin ,dass Herr Reitz natürlich damit unterstellt die Regierung Merkel halte sich an Spielregeln
Wo der Herr Reitz recht hat ,da hat er recht!
Jedoch muss man auch fragen welche Spielregeln dies sind
Auf keinen Fall handelt Madame Kanzler nach europäischen Spielregeln.
Madame Kanzler selbst hat ja schon des Öfteren kund getan, um welche Spielregeln sie sich Gedanken macht
Es sind die Spielregeln des deregulierten Finanzmarktes.
Dafür will die ehemalige FDJ -Funktionärin sogar die deutsche Demokratie "marktkonform" gestalten
Und damit erweist sich Herr Reitz zum wiederholten Male als gekonnter Vorbeter neoliberaler Finanzmarkt -Prinzipien
So liebe Journalisten auf- noch nicht - etablierten Chef -Sesseln konserviert man sich seinen journalistischen Platz an der Sonne des Chef-Redakteur - Sessels in der real herrschenden Diktatur der Finanz -Märkte

22.05.2012
17:41
berndsteinberg | #28
von dummmberger | #29

Der Vergleich ist eine absolute Beleidigung für Schlingensief.

22.05.2012
17:31
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von berndsteinberg | #28

Sarrazin ist in der Politik das, was Schlingensief in der Kunst war: ein unangenehmer Provokateur, der durch seine Thesen verkrustete Strukturen aufbricht und zu neuem Denken auffordert. Der wütende Aufschrei der politischen und publizistischen Klasse beweist dies.

22.05.2012
16:19
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von Neutraler-100 | #27

Wie Steinbrück tickt, hat er in diesem Satz, bei Jauch, zusammengefasst.

Vor dem Hintergrund der Katastrophen des 20. Jahrhunderts habe Deutschland eine europapolitische Verantwortung, die EU zu stabilisieren.

Er sollte sich fragen: Wie denken unsere EU Partner über diese Anmaßung?
Glaubt er ernsthaft unsere Nachbarstaaten würden sich europapolitisch von Deutschland stabilisieren lassen?

Dieser Satz ist Größenwahn pur. Großmachtdenken..

22.05.2012
16:13
Sarrazin sollte das Bundesverdienstkreuz bekommen !
von predoc | #26

denn er ist offenbar so ziemlich der Einzige der ganz sagt: alles Betrug was dem Deutschen gesagt wird. Dass nach erscheinen des neuen Buchs von Sarrazin gleich zur Hexenjagd aufgerufen wurde ist doch keine Sensation.Das war zu erwarten.Schliesslich wollte man vermeiden dass diese Wahrheiten an die Oeffentlichkeit kommen.

22.05.2012
16:12
Sarrazin trifft ins Schwarze !
von predoc | #25

Und nur deshalb schlägt ihm diese Welle an Diskreditierung entgegen. Da fühlen sich viele Politiker und Organisationen auf die Zehen getreten. Aber im Interesse Deutschlands muss man zu Handeln beginnen. Und das kann nur heissen, sich auf den Vertrag von Maastricht zurückziehen. Die EU wird Europa und den Euro sonst an die Wand fahren !

22.05.2012
14:42
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von Syndikus | #24

Wenn man den Euro unter Einhaltung der Stabilitätskriterien und unter Durchsetzung des geltenden EU-Rechts (insb.: Verbot der Vergemeinschaftung von Schulden) beibehalten könnte, würde das sicherlich die meisten Deutschen und die Europäer allgemein erfreuen. Aber der Euro ist nicht der Kern Europas, auch wenn sie das hier so darstellen, Herr Reitz. Auch vor seiner Einführung hatten die Europäer bereits ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit (sonst würden z.B. die Engländer heute nicht mehr dazu gehören, oder?) Und die Abschaffung des Euros hätte auch nicht zwangsläufig zur Folge, dass wir wieder damit anfangen, englische Kriegsschiffe im Nordostatlantik zu versenken - wie es uns manche Euroretter gezielt vorgauckeln. Die EU kann nur funktionieren, wenn die ihr zugrunde liegenden Verträge eingehalten werden. Es ist besser, chronische Vertragsverletzer zeitweise aus dem Euroraum zu suspendieren, als die Rechtsstaatlichkeit des Euroraumes permanent zu untergraben.

22.05.2012
14:26
Warum Merkel und Sarrazin für das gleiche Ziel kämpfen
von dummmberger | #23

Das Problem ist nicht Sarrazin.
Das Problem sind die Menschen, die ihn zum neuen Messias erhöhen.
Dabei macht Sarrazin seit Jahren immer dasselbe. Er nennt ein paar Fakten und garniert sie mit ein paar populistischen Sprüchen.
Nur die Frage, was er damit bezweckt, ist nicht eindeutig zu beantworten.

Er beschreibt hier Fehler, die bei und seit der Einführung des Euro gemacht wurden.
Aber was folgt daraus?
Die Frage, ob es uns ohne Euro besser oder schlechter gehen würde, ist so einfach nicht zu beantworten.
Die Frage, ob es jetzt sinnvoll wäre, aus dem Euro auszusteigen, beantwortet er genau wie die Regierenden: Es wäre ein Riesenfehler.
Auch einen Austritt Griechenlands propagiert er nicht, fordert lediglich die Möglichkeit eines Austritts.
Dass die Folgen eines solchen Austritts dieselben zahlen müsten, die auch den Rettungsschirm finanzieren, weiß er als Finanzfachmann natürlich auch.

Also was bleibt?
Viel Lärm um nichts.

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