Warum China den Euro-Ländern helfen will
14.09.2011 | 12:57 Uhr 2011-09-14T12:57:00+0200Berlin. China will die kriselnden Euro-Staaten unterstützen. Chinas Ministerpräsident kündigte Investitionen in der Euro-Zone an. Im Gegenzug stellte er aber Bedingungen. DerWesten erklärt, warum China Interesse an einem starken Euro hat.
Im Kampf gegen die Schuldenkrise können die Euro-Länder auf frisches Geld aus China zählen. Ministerpräsident Wen Jiabao bot am Mittwoch an, „eine helfende Hand auszustrecken“. Nachfolgend Fragen und Antworten, welche Interessen die Volksrepublik damit verfolgt.
Warum will China angeschlagenen Euro-Ländern helfen?
Die Europäische Union ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Exportweltmeisters. Die 27 Länder kauften 2010 chinesische Waren im Wert von 282 Milliarden Euro - 18,9 Prozent mehr als 2009. China hat deshalb ein großes Interesse an stabilen Verhältnissen bei seinem wichtigsten Kunden.
Kann und will sich China das leisten?
Ja. Mit 3,2 Billionen Dollar (rund 2,35 Billionen Euro) besitzt die Volksrepublik die mit Abstand größten Devisenreserven der Welt. Ein Teil davon ist bereits in Euro-Wertpapieren wie Staatsanleihen angelegt, um die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren. Die Regierung in Peking veröffentlicht zwar keine Daten. Experten schätzen aber, dass inzwischen ein Viertel der Devisenreserven in Euro-Papieren stecken und zwei Drittel in Dollar-Anlagen. Weitet sich die Schuldenkrise in der Währungsunion aus, droht auch der Euro erheblich an Wert zu verlieren - und damit auch Chinas Euro-Investitionen.
Gibt es auch kritische Stimmen in China?
Bedenken kommen vor allem aus der Zentralbank. Deren Berater Li Daokui warnt davor, größere Summen in europäische Staatsanleihen zu stecken. Auch Yu Yongding, ein ehemaliger Notenbank-Berater, warnt vor der Anhäufung immer größerer Devisenreserven.
Fordert China Gegenleistungen?
Ja. China möchte von der EU den Status als Marktwirtschaft erhalten. Das würde automatisch den Abbau von Handelshemmnissen bedeuten, über die sich der Exportweltmeister seit langem beklagt. China erhofft sich auch ein Ende des seit dem Massaker gegen die Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 geltenden EU-Waffenembargos.
Steht China trotz der Krise zu den Investitionen in Europa?
China hat seit Ausbruch der Krise vor mehr als einem Jahr immer wieder sein Vertrauen in die Währungsunion betont. „Wir haben es zigmal gesagt, dass China bereit ist zu helfen“, betonte Ministerpräsident Wen Jiabao am Mittwoch. „Wir werden dort weiter investieren.“ Bei Worten hat es Peking nicht belassen. Die Volksrepublik hat für viele Milliarden Staatsanleihen von angeschlagenen Euro-Ländern gekauft, während sich private Investoren aus Sorge vor einem Zahlungsausfall entweder zurückhalten oder exorbitante Zinsen verlangen.
Kauft China nur Wertpapiere auf?
Nein, China sichert seine Interessen auf ganz unterschiedliche Weise. Griechischen Reedern wurde ein Kredit über zehn Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Hintergrund: Ein Großteil der internationalen Handelsflotte fährt unter griechischer Flagge, viele der Tanker und Schiffe werden in China gebaut. Auch in Ungarn - das zwar nicht zur Euro-Zone gehört, aber ebenfalls mit einer Schuldenkrise kämpft - engagieren sich die Chinesen. Der Technologiekonzern Huawei baut dort sein weltweit zweitgrößtes Logistikzentrum, während die chinesische Fluggesellschaft HNA Group nach der ungarischen Malev greift und die China Railway Construction Corporation das Schienennetz des osteuropäischen Landes modernisieren soll.
Gibt es Kritik an der Shoppingtour Chinas?
Amnesty International befürchtet, dass Menschenrechtsfragen in den Hintergrund gedrückt werden. „Es ist zu befürchten, dass Kritik an den Menschenrechten in Zukunft noch leiser geübt wird“, sagt AI-China-Experte Dirk Pleiter. „Geraten einzelne EU-Länder in Abhängigkeit von China, wird es schwerer, innerhalb der EU eine einheitliche Linie gegenüber der Volksrepublik zu formulieren, Probleme klar anzusprechen und auch Konflikte auszutragen.“ (rtr)

10:47
Zur Not frisst der Teufel Kapitalismus auch Kommunistische Fliegen.
10:46
Warum China den Euro-Ländern helfen will. Müsste richtig lauten: Warum China die Euro-Länder kaufen will.
09:00
Kapitalisten können nicht mit Geld umgehen. Darum müssen mutmaßliche Kommunisten helfen.
21:24
Und Deutschland zahlt noch jedes Jahr für China damit diese Ihre Wirtschaft entwickeln können.
Es wird immer schlimmer!
19:26
In der Aufregung die Chinesen mit den Japanern verwechselt, das Szenario bleibt!
ARME EU
ARMES DEUTSCHLAND
19:24
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19:14
Das machen die Chinesen nartürlich nur aus lauter Nächstenliebe...
18:11
Die Chinesen mögen ja soviele Devisen und Kohle auf ihren Regierungskonten haben, wie sie wollen.
Aber deshalb muss ich ja nicht zwangsläufig dieses menschenverachtende und diktatorische Regieme um Premier Jiabao in irgendeiner Weise als richtig empfinden.
17:28
Den Chinesen geht nun der Hintern auf Grundeis. Ihre Billionen an Dollar- und Euro-Anlagen könnten drastisch an Wert verlieren - wovon man ausgehen kann - und wenn die Wirtschaft in den USA und in der EU in eine Rezession gerät - was zu erwarten ist - dann steht auch in China die Produktion still, weil niemand mehr Zulieferteile benötigt. Global crash nenen des die Experten auf Tagungen wie dem WEF - oder?
Da ist die Hilfe für die angeschlagenen Handelspartner noch die sinnvollste Alternative. Dumm nur, dass bei etlichen Staaten die Karre so weit im Dreck steckt, dass man nicht mehr helfen kann.
17:22
#19
Sehr richtig, die 1,3 Milliarden Menschen können nur streng regiert werden, eine Demokratie wie hier hat dort keine Chance!
China ist die Weltmacht des Kapitals, klingt wie Hohn ist aber so!
Amerika ist schon längst finanziert von China und Europa wird folgen!
Egal ob dort nun sogenannte Kapitalkommunisten regieren, sie machen das äußerst geschickt und
sind nicht aufzuhalten!