Warnstreiks: 4,8 Millionen Briefe und 240 000 Pakete blieben liegen

Bonn..  Mit bundesweiten Warnstreiks hat die Gewerkschaft Verdi die Deutsche Post im Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten weiter unter Druck gesetzt. Auch beim Online-Händler Amazon wurde am Donnerstag erneut gestreikt. Nach vier Tagen Arbeitskampf beendete Verdi vorerst den Ausstand.

„Die Beschäftigten bei Amazon und der Deutschen Post wehren sich in beiden Fällen gegen Tarifflucht, das ist ein wichtiger und notwendiger Kampf“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Laut der Post wurden rund 4,8 Millionen Briefe und 240 000 Pakete nicht ausgeliefert. Die Zustellung soll nun am Samstag erfolgen.

Laut Verdi beteiligten sich am Donnerstag wieder 10 000 Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post in nahezu allen Bundesländern an den Ausständen, der Post zufolge waren es rund 5000 Mitarbeiter. Bis zum 14. April setzte Verdi deshalb die Warnstreiks aus, jetzt sei der Post-Vorstand gefragt, ein seriöses Angebot vorzulegen, so Verdi.

Bei Amazon legten Verdi zufolge am Donnerstag noch einmal rund 1600 Beschäftigte die Arbeit nieder, auch an den NRW-Standorten Rheinberg und Werne. Verdi will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen – zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt das ab und betont stets, dass die Ausfälle durch das europaweite Netz von 28 Standorten in sieben Ländern aufgefangen werden können. In dem Tarifkonflikt kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks.