VW garantiert Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bis 2014
16.02.2010 | 17:06 Uhr 2010-02-16T17:06:00+0100
Hannover VW hat die Jobgarantie seiner Angestellten um drei Jahre verlängert. Bis 2014 können rund 100.000 Mitarbeiter nicht aus betriebsbedingten Gründen entlassen werden. Die Beschäftigungssicherung ist ein Teil des neuen Zukunftstarifvertrags von VW und IG-Metall.
Rund 100.000 VW-Beschäftigte in Deutschland sind bis Ende 2014 vor betriebsbedingten Entlassungen geschützt. Volkswagen und die IG Metall verlängerten am Dienstag die ursprünglich nur bis 2011 laufende Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung um drei Jahre. Die Jobgarantie gelte für die Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke, der VW-Standorte in Sachsen und von Volkswagen Financial Services, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine am Dienstag in Hannover.
Beitrag zur Produktionssteigerung
Auf Verhandlungen über eine Verlängerung der Jobgarantie hatten sich beide Seiten im September beim letzten VW-Lohn-Abschluss verständigt. Der erneuerte Zukunftstarifvertrag sieht weiterhin eine Produktivitätssteigerung von zehn Prozent pro Jahr vor. „Für ein Klima, in dem Produktionsfortschritte gedeihen, brauchen wir die Beschäftigungssicherung“, sagte VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm. Die Produktivitätsfortschritte wolle man zum Teil über die Konstruktion der Fahrzeuge erreichen. Die nicht direkt produzierenden Unternehmensbereiche stünden bei der Effizienzsteigerung um zehn Prozent „genauso unter Beobachtung.“
Die Beteiligung der Beschäftigten an Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung sei deren Beitrag zum Kompromiss, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Meine. Dieser Beitrag sei möglich, „weil die VW-Beschäftigten keine Angst haben müssen, durch Steigerung der Produktivität ihre eigenen Arbeitsplätze wegzurationalisieren“. Zur Beschäftigungssicherung an den drei VW-Standorten in Sachsen wurden Meine zufolge zunächst Eckpunkte vereinbart. Zuständig für die drei Werke in Zwickau, Chemnitz und Dresden seien der IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen und die sächsischen Metallarbeitgeber. Diese wollten bis zum 8. März eine gleichwertige Regelung zur Beschäftigungssicherung vereinbaren.
Übernahme der Auszubildenden zugesicherte
Der VW-Zukunftstarifvertrag sieht ferner die Übernahme der Auszubildenden vor. Dadurch biete man jedes Jahr rund 1400 jungen Menschen gute Perspektiven, betonte Meine.In dem Tarifabkommen wurde auch die Einrichtung eines zweiten Innovationsfonds vereinbart. Dieser Fonds, der jährlich mit einem Volumen von 20 Millionen Euro ausgestattet wird, soll der Entwicklung neuer Produkte nahe der automobilen Wertschöpfungskette dienen. Als Beispiel nannte Meine die bereits aufgenommene Produktion von Blockheizkraftwerken auf Basis von VW-Motoren in Salzgitter. Bestehen bleiben soll ein mit der gleichen Summe ausgestatteter Innovationsfonds für die Kernproduktion von VW.
Der IG-Metall-Bezirksleiter sah keinen Zusammenhang zwischen dem neuen VW-Zukunftsvertrag und den Verhandlungen seiner Gewerkschaft mit den Metallarbeitgebern über Beschäftigungssicherung. „Die zeitliche Parallelität hat niemand geplant“, sagte er. Den jetzt verlängerten VW-Zukunftstarifvertrag hatten Unternehmen und Gewerkschaft im Jahr 2006 abgeschlossen. Er ersetzte seinerzeit den VW-Tarifvertrag über die Vier-Tage-Woche, mit dem 1994 die Arbeitszeit bei Volkswagen stark verkürzt worden war. (apn)

0mitdiskutieren