Volkswagen will Minikraftwerke anbieten
06.09.2009 | 15:09 Uhr 2009-09-06T15:09:00+0200
Frankfurt/Main. VW will für den Ökostromanbieter Lichtblick demnächst gasbetriebene Minikraftwerke bauen. Die kleinen Anlagen sollen in Tausenden Kellern normaler Wohngebäude installiert werden und bis zu zwei Atomkraftwerke ersetzen.
Stromproduktion im eigenen Keller: Der Autokonzern Volkswagen will einem «Spiegel»-Bericht zufolge für den Ökostromanbieter Lichtblick demnächst gasbetriebene Minikraftwerke bauen. Die kleinen Anlagen sollen in Tausenden Kellern normaler Wohngebäude installiert werden und bis zu zwei Atomkraftwerke ersetzen, schreibt das Nachrichtenmagazin. Ein entsprechender Exklusivvertrag soll in der neuen Woche unterschrieben werden.
Bei den Aggregaten handelt es um Erdgasmotoren aus dem VW Golf, die im Werk Salzgitter gebaut werden. Vieles, was man zur Herstellung von Minikraftwerken brauche, sei auch in hochmodernen Autos vorhanden, sagte Werksleiter Rudolf Krebs. Laut «Spiegel» haben die Motoren einen Wirkungsgrad von 94 Prozent, während Atomkraftwerke auf 30 bis 40 Prozent kommen.
Die neuen Minikraftwerke sollen in den Kellern Wärme für Heizungen und Warmwasser bereitstellen. Gleichzeitig können die Anlagen gewaltige Mengen Strom in das öffentliche Netz einspeisen, wie das Magazin berichtet. Dies solle dann passieren, wenn am Markt ein hoher Strombedarf bestehe. Wegen der schnellen Reaktionszeiten könnten Zehntausende Anlagen blitzschnell zusammengeschaltet werden. So könnten mindestens zwei große Atom- oder Stromkraftwerke ersetzt werden. In Salzgitter sollen pro Jahr mindestens 10.000 Kraftwerke vom Band laufen.
Lichtblick wirbt mit sauberer Energie
VW hat bereits Erfahrungen bei der Energieerzeugung. So betreibt der Konzern an den Standorten Wolfsburg, Kassel, Hannover, Emden und Mlada Bolesláv Heizkraftwerke und versorgt seine Werke mit Strom.
Lichtblick ist nach eigenen Angaben mit über 500.000 Kunden der größte von den Energiekonzernen unabhängige Energieversorger in Deutschland. Das Unternehmen wirbt mit sauberer Energie. Bei VW und Lichtblick waren am Sonntag keine Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen. (ap)

09:35
Jede Effizienzsteigerung ist sinnvoll.
Der dezentrale Ansatz erlaubt ohne die Investitionen und Umstände der Fernwärmeleitungen die Abwärmenutzung überhaupt erst.
Trotzdem: Gas ist fossil.
Die Anlagen brauchen einen Amortisierungszeitraum.
Man wird also klar machen müssen, dass in 20 Jahren noch Gas da ist -und dann wird es wohl, gelinde gesagt, knapp sein,
oder diesen Zeitraum durch Subventionen verkürzen.
Na, wer das wohl bezahlt ?
Zumindest wird es wohl billiger, als die 2,70 Euro pro kwh Atomstrom.
Wer das wohl bezahlt ?
23:58
Eine tolle Idee von VW. Wer wartet diese tausenden von Motoren. Ein normaler Verbrennungsmotor (Bezin oder Gas) braucht spätestens alle 20000 - 30000Km einen Ölwechsel. Umgerechnet auf Laufzeiten der Strommotoren, was ist dann der Zeitabstand zwischen den Wartungsintervallen?
Von den Zündkerzen, Kühlung usw ist gar nicht zu reden.
Aber das wichtigste Argument ist:
Macht uns doch noch noch abhängiger von den Russen! Spätestens dann sind wir erpressbar, wenn sie mal wieder den Gashahn abdrehen!!
18:46
# 2 Wissen007
Wer denkt sich diesen Blödsinn aus?
Warum war wohl kein Firmensprecher bereit, so etwas zu kommentieren?
Wahrscheinlich kommt das als ungezieltes Gerücht direkt von Sigmar der blaue Umwelterzengel Gabriel.
18:21
@holmark
Die Antwort auf den Segen für die Umwelt ist einfach: CO2 freie Energierzeugung (Kernenergie) wird durch eine Energieerzeugung mit CO2-Ausstoß ersetzt. Bravo kann ich da den Entwicklern der Minikraftwerke nur sagen.
18:17
Ob das für die Umwelt ein Segen sein wird, muss man noch prüfen. Ansonsten ist jeder Weg weg von Großeinheiten, Konzernen und ähnlichem nur auf Machtspielchen Beruhendem sicher richtig.
18:16
Ein wunderbarer Bericht für die Verdummung der Menschheit. Ein Wirkungsgrad von 94% ist nur erreichbar, wenn gleichzeitig Strom erzeugt wird und die Abwärme für die Heizung genutzt wird. Wenn ich diese Anlage im Keller hätte, würde ich in den Monaten Juni, Juli und August 2009 keinen Strom erzeugen dürfen. Ich habe nämlich keine Heizung benötigt!
Außerdem möchte ich fragen, wer diese Anlagen wartet. Eine Fernbedienung durch den Lastverteiler ist zwar technisch möglich, aber wohl nicht vorgesehen. Außerdem finde ich es nicht so schön, wenn morgens um 4 Uhr die Anlage in Betrieb geht und parallel dazu meine Wohnung beheizt wird.
Und bitte, wenn das Erdgas wieder den doppelten Preis hat, wer soll den Strom bezahlen? Demnächst haben wir dann auch eine Kopplung des Strompreises an den Erdölpreis. Wer denkt sich eigentlich nur diesen Blödsinn aus?
17:15
Verdammt coole Sache! Aber das werden sich sicherlich wieder nur Leute leisten können, die sowieso genug Geld haben!
Wie immer!
Aber prinzipiell eine super Sache!