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Verizon-Beteiligung

Vodafone verkauft US-Geschäft für 130 Milliarden Dollar

02.09.2013 | 21:05 Uhr
Vodafone verkauft US-Geschäft für 130 Milliarden Dollar
Vodafone-Konzernchef Vittorio Colao (Mitte) hat allen Grund zum Lachen: Der Verkauf des US-Geschäfts an den bisherigen Partner Verizon spült Milliarden in die Kassen des Mobilfunkunternehmens.Foto: rtr

London/New York.  Die drittgrößte Übernahme aller Zeiten ist perfekt: Für 130 Milliarden Dollar verkauft Vodafone sein US-Mobilfunkgeschäft an den bisherigen Partner Verizon. Damit lösen die Konzerne ihre unglückliche, aber hochprofitable Zusammenarbeit beim amerikanischen Mobilfunk-Marktführer Verizon Wireless.

Es ist einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte: Vodafone verkauft seine Beteiligung am US-Mobilfunkriesen Verizon Wireless für 130 Milliarden US-Dollar. Der Anteil der Briten von 45 Prozent geht damit für umgerechnet 98,5 Milliarden Euro an den Mutterkonzern Verizon, wie beide Unternehmen am Montagabend nach Börsenschluss mitteilten.

Verizon sichert sich mit dem Kauf des Vodafone-Anteils den größten Mobilfunkanbieter der USA komplett. Wenn die zuständigen Behörden zustimmen, soll die Übernahme im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Verizon will den Kauf mit Hilfe eines Kredits über mehr als 60 Milliarden Dollar stemmen. Dieser soll unter anderem von der Bank of America, Barclays und JPMorgan kommen. Vodafone bekommt das Geld für seinen Anteil in Aktien und bar. An dem Geldsegen will der Konzern auch seine Aktionäre beteiligen.

Trennung von einem der wertvollsten Konzernteile

Mit dem Verkauf seines US-Geschäfts trennt sich der britische Mobilfunkriese von einem seiner wertvollsten Konzernteile. Die Briten schlagen seit einiger Zeit Sparten los, die sie nicht vollständig kontrollieren. Allerdings braucht Vodafone auch dringend Geld, um das Europageschäft auf Vordermann zu bringen. Hier ist Vodafone wegen der starken Konkurrenz unter anderem durch die Deutsche Telekom einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt.

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Der Mobilfunkriese Vodafone verkauft eine seiner wertvollsten Beteiligungen. Der Ausstieg spült den Briten dringend benötigtes Kapital in die Kasse. Denn Vodafone steht vor der Herausforderung, dem Europa-Geschäft auf die Sprünge zu helfen.

Konzernchef Vittorio Colao holt deshalb zum Befreiungsschlag aus und setzt auf die Verbindung von Mobilfunk und Kabelnetzen, um so ein Paket von Mobilfunk, Festnetz, Internet und Fernsehen anbieten zu können. Dafür plant Colao Zukäufe von Kabelnetzbetreibern. So kaufte er in Großbritannien bereits den Glasfasernetzbetreiber Cable & Wireless für rund eine Milliarde Pfund.

Vodafone kann eine ordentliche Kapitalspritze gut gebrauchen

Auf dem wichtigen deutschen Markt will Colao Kabel Deutschland übernehmen. Er bietet 87 Euro je Aktie. Sollte die Übernahme gelingen, müsste er knapp elf Milliarden Euro auf den Tisch legen. Vodafone könnte also eine ordentliche Kapitalspritze wie aus dem Verkauf der Verizon-Wireless-Anteile gut gebrauchen.

Verizon wiederum hatte in der Vergangenheit schon mehrfach Interesse angemeldet, die volle Kontrolle über die Mobilfunktochter zu übernehmen. Das US-Unternehmen hat nun wieder freie Hand, um Verizon Wireless für den zunehmend härteren Kampf auf dem US-Mobilfunkmarkt zu rüsten. Im April sollen Vodafone und Verizon bereits über den Mega-Deal gesprochen haben. Doch zu diesem Zeitpunkt lagen die Preisvorstellungen der beiden Partner wohl noch weit auseinander.

Die nun erzielte Vereinbarung hatte sich schon seit einigen Tagen abgezeichnet und die Vodafone-Aktie beflügelt. Die Papiere schlossen am Montag mit einem Plus von 3,37 Prozent auf dem höchsten Stand seit mehr als zwölf Jahren. (dpa/rtr)



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