Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Übernahme

Vodafone bangt um Kabel-Deutschland-Deal

09.09.2013 | 14:51 Uhr
Vodafone bangt um Kabel-Deutschland-Deal
Vodafone macht Druck bei der geplanten Übernahme der Aktien-Mehrheit bei Kabel Deutschland.Foto: afp

Düsseldorf.   Der britische Telekom-Konzern Vodafone erhöht im Kampf um die Übernahme von Kabel Deutschland den Druck auf die Aktionäre des größten deutschen Kabelnetzbetreibers. Die Briten drohen damit, die Übernahme abzublasen und setzen den Anteilseignern ein Ultimatum bis Mittwoch.

Die geplante Übernahme von Kabel Deutschland gerät für Vodafone zur Zitterpartie: Einem Pressebericht zufolge wollen einige Kabel-Investoren ihre Aktien vorerst nicht verkaufen. Der britische Mobilfunkanbieter könnte dabei scheitern, die Schwelle von 75 Prozent der Kabel-Papiere zu erreichen, schrieb die "Financial Times" (Montagausgabe). "Einige der Kabel-Anteilseigner glauben, dass die Andienungsquote unterhalb dieser Hürde liegen wird", zitiert die Zeitung ungenannte Aktionäre. Vor allem sogenannte Index-Tracker-Investoren, die den Verlauf eines Aktienindizes in ihrem Portfolio nachbilden, wollten die Titel erst so spät wie möglich verkaufen.

Vodafone rief alle noch unentschlossenen Investoren zum Verkauf auf. Sollte die Hürde von drei Viertel der Anteile verfehlt werden, sei eine Verlängerung der Annahmefrist ausgeschlossen, teilte der Konzern mit. Das ist brisant, da die Uhr tickt - die Kaufofferte läuft nur noch bis Mittwochmitternacht. Anleger reagierten verunsichert und trennten sich von Kabel-Aktien: Die Titel verloren gut ein Prozent auf 84,80 Euro.

Vodafone bietet 84,50 Euro für jede Kabel-Deutschland-Aktie

Bislang haben die Briten erst wenige Aktionäre des Kabel-Marktführers auf ihre Seite gezogen. Bis zum Börsenschluss am 6. September seien erst 7,6 Prozent der Kabel-Deutschland-Titel angedient worden, erklärte Vodafone. Zusammen mit den Aktien, die der britische Mobilfunkriese bereits vorher kaufte, beläuft sich der Anteil derzeit damit auf 11,9 Prozent. Der geringe Zuspruch ist bei solchen Offerten nicht ungewöhnlich - üblicherweise trennen sich die meisten Aktionäre erst am Ende der Frist von ihren Papieren.

Die Briten bieten 84,50 Euro in bar für jeden Kabel-Deutschland-Anteilsschein. Dazu kommen 2,50 Euro Dividende, die Kabel Deutschland für das Geschäftsjahr 2012/13 versprochen, aber noch nicht ausgezahlt hat. Die Offerte ist damit 7,7 Milliarden Euro schwer - einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen 10,7 Milliarden Euro wert. Das Geld dafür beschafft sich Vodafone-Chef Vittorio Colao durch den Ausstieg aus dem US-Mobilfunk-Jointventure Verizon Wireless - Partner Verizon überweist dafür 130 Milliarden Dollar nach London. Vodafone will durch den Kabel-Deal in Deutschland ein Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz schaffen und Marktführer Telekom in die Zange nehmen. (rtr)



Kommentare
Aus dem Ressort
Opel schafft 400 neue Jobs - im Werk Eisenach
Opel
Das Werk in Bochum wird in den nächsten Tagen stillgelegt, doch woanders entstehen neue Jobs: Opel führt in Eisenach die dritte Schicht wieder ein, 400 neue Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. In Eisenach werden die Kleinwagen-Modelle Corsa und Adam produziert.
Zeit läuft für Burger-King-Betreiber - Löhne bald fällig
Burger King
Burger-King-Betreiber Yi-Ko läuft die Zeit davon. Der Franchise-Nehmer muss bald die Löhne und Gehälter für seine 3000 Beschäftigten zahlen. Da Yi-Ko derzeit aber kein Geld einnimmt, dürfte das schwierig werden. Das Unternehmen ringt weiterhin um eine Einigung mit Burger King.
Die Angst vor Google - EU prüft Auflagen für Online-Riesen
Google
Wer in Europa etwas im Internet sucht, setzt häufig auf Google. Zu oft, meinen manche. Google ist zu mächtig, fürchtet die EU-Kommission. Seit Jahren prüft die Brüsseler Behörde Auflagen für den Online-Riesen. Nun mischt sich das Europaparlament ein und löst damit Sorgen in den USA aus.
Herbstbelebung drückt Arbeitslosenzahl auf 2,72 Millionen
Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November um 16.000 auf 2.717.000 gesunken. Das sind 89.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent.
Amazon engagiert weniger Weihnachtsaushilfen als 2013
Amazon
Scharen von Saisonkräften arbeiten alljährlich während des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts beim Versandhändler Amazon. Obwohl weitere Streiks der Gewerkschaft Verdi drohen, hat der Branchen-Riese diesmal sogar weniger Aushilfen als im Vorjahr eingeplant.
Umfrage
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Sonntagsarbeit engere Grenzen gesetzt. Wie finden Sie das?
 
Fotos und Videos