Viele Frauen wollen keine Quotenfrauen sein
31.01.2011 | 19:41 Uhr 2011-01-31T19:41:00+0100Männer dominieren nach wie vor die Vorstandsetagen der großen Unternehmen. Fünf Argumente gegen eine gesetzliche Frauenquote.
Jede Quotensetzung ist willkürlich, es sei denn, sie läge bei 50 Prozent. Eine hälftige Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten fordern aber nicht einmal die Befürworter und das aus gutem Grund: Dann würde nämlich jede Neubesetzung zur Farce. In einem 20-köpfigen Aufsichtsrat, der mit zehn Frauen und zehn Männern besetzt ist, käme beim Ausscheiden eines Mitglieds grundsätzlich entweder eine Frau oder ein Mann infrage. Hinzu käme der Proporz zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Im Zweifel müsste etwa eine Frau aus der Gewerkschaft den Posten erhalten. Ob sie tatsächlich die geeignetste Kandidatin wäre, spielte keine Rolle mehr.
Eine Quote für alle ignoriert, wie unterschiedlich die Wirtschaftszweige sind. Der Telekom fällt es im Zweifel leichter, Führungsposten mit Frauen zu besetzen als dem Stahlkonzern Thyssen-Krupp. Mögen Frauen an den Unis auch in der Mehrzahl sein – in die Ingenieursfächer zieht es sie noch immer selten. In einem Industriekonzern, der von der Produktion lebt, ist das aber von Vorteil.
Die Quotenbefürworter wollen für alle Frauen sprechen, das tun sie aber nicht. Denn viele wollen keine Quotenfrauen sein. Dafür sind sie zu stolz und zu selbstbewusst, eine Bevorzugung empfänden sie als Abqualifizierung. Ihre Haltung muss man nicht teilen, aber respektieren. Wer für sich in Anspruch nimmt, die Rechte aller Frauen zu verteidigen, bevormundet diese keinesfalls kleine Gruppe. Die Frauen, die heute von den Unis kommen und bessere Abschlüsse haben als ihre – zudem unterzähligen – Kommilitonen, werden Karriere machen – mit und ohne Quote.
Es muss intelligentere Mittel geben als plumpe Quoten. Es stimmt ja, dass zu wenige Frauen in den Chefetagen sitzen. Was aufhören muss, ist das Zuschanzen von Aufsichtsratsmandaten unter Männern – auf der Arbeitnehmer- wie der Arbeitgeberseite. Noch sind es viel zu oft die alten Patriarchen, die sich selbst oder ihre langjährigen Getreuen in den Aufsichtsrat hieven. Würde der Gesetzgeber das etwa mit Wartezeiten unterbinden, kämen automatisch mehr Frauen zum Zuge.
Verfassungsrechtlich wäre es bedenklich, wenn der Staat Privatunternehmen Vorschriften bei der Besetzung ihrer Spitzenpositionen macht. Zwar fordert das Grundgesetz, der Staat möge auf Gleichberechtigung von Mann und Frau hinwirken. Doch dem steht das Diskriminierungsverbot eines wegen seines Geschlechts abgelehnten Bewerbers sowie die Handlungsfreiheit privater Personen, hier der Anteilseigner des Unternehmens, gegenüber.

11:29
Gesetzliche Geschlechterquoten widersprechen den Grundprinzipien der Marktwirtschaft insbesondere dem Recht auf Vertragsfreiheit. Sie stellen eine staatliche Diskriminierung dar und vertragen sich deshalb nicht mit einer liberalen, der individuellen Freiheit verpflichteten Gesellschaftsordnung. Solche volkspädagogischen Maßnahmen passen eher zu totalitär-kollektivistischen Ideologien.
Eigentlich sollte ein Blick in Artikel 3 Abs. 3 des Grundgesetzes reichen, um dies zu verstehen.
11:06
Eine Quotenregelung ist völlig überflüssig, albern und kontraproduktiv.
Überall wo es jetzt bereits derartige Quotenregelungen - wie im öffentlichen Dienst - gibt, bekommen unqualifizierte Frauen Job, die ihnen nicht zustehen, aber man muss ja irgendwie die Quote erfüllen.
Genau das würde auch in der Wirtschaft passieren.
Frauen sollen sich einfach ein wenig mehr anstrengen, mehr um ihre Karriere kümmern und nicht so viel lamentieren, dann klappt das auch mit der Karriere!
11:05
Es gibt nichts schlimmeres als die sogenannten Quotenfrauen. Hier steht immer der Verdacht im Raum, nur wegen der Quote genommen worden zu sein und nicht wegen der Qualifikation. Wer am besten fachlich qualifiziert ist sollte den Job bekommen. Als Frau würde ich mich weigern als Quotenfrau zu gelten. Ich habe mich immer geweigert Frauen zu wählen, nur weil es eine Quote gab.
10:27
Ich kenne die Biographien der Vorstände und aufsichtsräte von Thyssen-Krupp nicht, wage aber zu bezweifeln, dass sie alle aus dem Ingenieur-Bereich kommen. Fakt ist doch, dass viele Posten aufgrund von Beziehungen besetzt werden, längst nicht nach Leistung und Kompetenz. Mann unterscheidet sich von Frau in der Weise, dass Präsenz mehr zählt als Leistung. Frauen müssen leisten, während Männer anwesend sind, und zwar unbegrenzt, weil ihre Frauen zuhause die Kinder versorgen.
Die Quote ist einfach deshalb erforderlich, damit es in den Köpfen der Männer mal klick macht und sie realisieren, welcher Resourcen sie sich selbst berauben, indem sie auf Frauen verzichten. Doch man handelt lieber nach dem Motto: Störe meine Kreise nicht.
Bereits vor 10 Jahren gab es Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft zu dieser Problematik, und was hat sich getan? Nichts! Das nenne ich mal innovationsfreudig und leistungsfähig! Toll! Folglich kann es nur über die Quote gehen, sonst wachen die Herren nicht auf.