Viele Firmen zahlen mehr Weihnachtsgeld
22.11.2010 | 07:36 Uhr 2010-11-22T07:36:00+0100
An Rhein und Ruhr.Das Wirtschaftswachstum schlägt sich in manchen Branchen bereits in einer kräftigen Erhöhung des Weihnachtsgeldes wieder. DerWesten zeigt, wer profitiert.
Ein bisschen ist es beim Weihnachtsgeld so wie mit dem Nikolaus: Für die Einen gibt es Geschenke, die Anderen bekommen eins mit der Rute, respektive gehen leer aus.
Die gute Nachricht in diesem Jahr: In keinem einzigen Branchentarifvertrag wurden nach Angaben der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung Weihnachtsgeldkürzungen vorgenommen. Vorsichtig optimistisch äußert sich deshalb ihr Experte für Tarifpolitik, Reinhard Bispinck, der in 23 Branchen die Vertragswerke auf weihnachtgeldliche Regelungen hin untersucht hat. Ja, so sagt er, wenn die sogenannte „Jahressonderzahlung“ als Indiz für eine wirtschaftliche Genesung herbeigezogen wird, dann seien die Unternehmen in Deutschland momentan auf dem aufsteigenden Ast.
Rund 62 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fallen Bispincks Angaben nach in den Geltungsbereich eines Tarifvertrags. Wiederum 90 Prozent dieser tariflichen Verträge, so der Analyst, schrieben ein 13. Gehalt fest. „Die Mehrheit aller Arbeitnehmer in NRW wird – in welcher Form auch immer – eine Weihnachtsprämie erhalten“, schätzt auch Christian Nohr, Essener Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Wer ein Recht auf Weihnachtsgeld hat
Obwohl das meist im November überwiesene Weihnachtsgeld eine grundsätzlich freiwillige Leistung der Arbeitgeber ist, können auch nicht tariflich Beschäftigte einen arbeitsgerichtlich einklagbaren Anspruch darauf haben. Und zwar, wenn, wie Nohr erläutert, einer von drei Fällen zutrifft. Erstens: Ein 13. Monatsgehalt ist im Arbeitsvertrag fest verankert. Zweitens: Weihnachtsgeld muss im Sinne der „betrieblichen Übung“ gezahlt werden, nämlich weil der Chef die Sondervergütung in den drei Jahren zuvor vorbehaltlos in gleicher Höhe zum gleichen Termin überwiesen hat. Oder drittens: Es gibt eine sogenannte „Gesamtzusage“ von den Personalverantwortlichen, ein 13. Entgelt gewähren zu wollen.
Keinen Grund zur Beschwerde haben 2010 die Stahlarbeiter. Weil sie in diesem Jahr zwei Gehaltserhöhungen erhielten – im Januar um zwei und im Oktober um weitere 3,6 Prozent – wird auch ihr Weihnachtsgeld um 5,7 Prozent höher ausfallen als 2009, mehr Extra bekommt keiner. Thyssen-Krupp beispielsweise zahlt seinen Mitarbeitern bis zu 110 Prozent des durchschnittlichen Monatslohns als 13. Gehalt.
Der Chemiezweig ist laut Böckler-Experte Bispinck einer von sieben Tarifbereichen, in denen die Höhe des Weihnachtsgeldes in diesem Jahr stagniert. Der Grund: Die Branche hatte ihre Tarifverträge inmitten der Krise ohne prozentuale Aufschläge auf den Monatslohn abgeschlossen. Beklagen können sich die Beschäftigten aber trotzdem nicht, immerhin haben sie Anspruch auf 95 Prozent Weihnachtsbonus. Der Großteil der 5500 Mitarbeiter in der Düsseldorfer Henkel-Zentrale etwa bekommt diesen Satz. Der Essener Evonik-Konzern beschäftigt viele seiner 25 000 deutschlandweit tätigen Mitarbeiter in der Chemiesparte und lässt verlauten, Weihnachtsgeld in Höhe von 50 bis 100 Prozent auszuschütten – je nach Geschäftsbereich.
Im Einzelhandel ist eine Jahressonderzahlung von 62,5 Prozent des Monatsgehalts festgesetzt. Die Beschäftigten des insolventen Kaufhausriesen Karstadt verzichten dieses Jahr jedoch darauf – im Austausch für eine Arbeitsplatzgarantie bis August 2012.
Der Metalltarifvertrag gilt beispielsweise für den Alpener Landwirtschaftsgerätehersteller Lemken, der entsprechend eine Prämie von 55 Prozent an seine Mitarbeiter ausschüttet.
Die Beschäftigten der Energieriesen RWE und Eon sind im Rahmen jeweils hauseigener Tarifverträge angestellt, die ein 13. Monatsgehalt von 100 Prozent vorsehen.
Einen identischen Satz bekommen die Angestellten der Deutschen Bahn. Weniger spendabel zeigen sich die Firmen im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe: Mit 30 bis 40 Prozent liegen die Zahlungen unter dem Durchschnitt der branchenübergreifend üblichen Sätze.
Gänzlich ohne vorgezogene Bescherung auskommen müssen zum wiederholten Male die Gebäudereiniger. Ihr Tarifvertrag sieht kein Weihnachtsgeld vor – dabei könnten gerade sie es gut gebrauchen. „Der Bonus ist für diejenigen besonders wichtig, die sonst keine großen Sprünge machen können“, so Arbeitsrechtler Nohr. „Das Geld brauchen sie für Geschenke.“
Was in diesem Jahr letztendlich unter der geschmückten Tanne liegt, wird – entsprechend dem Weihnachtsbonus – bei den Einen wohl mehr, bei den Anderen weniger üppig ausfallen.

13:38
@ Etarak:
Sie haben Unrecht. Die Kurzarbeit hatte keinen EInfluss auf die tarifliche Sonderzahlung, weil sich diese auf das tarifliche Grundgehalt bezieht - dieses blieb unverändert.
10:29
Sicherlich ist es richtig, das Weihnachtsgeld ist im Vergleich zum letzten Jahr höher ausgefallen. Jedoch sollte folgendes berücksichtigt werden: Im Jahr 2009 wurde Kurzarbeit im großem Stil gefahren. Die Einkommen der Stahlarbeiter sind in diesem Zeitraum um durchschnittlich Netto 10 % gesunken. Grundlage für das Weihnachtsgeld sind die Einkünfte der vorangegangen Verdienstmonate. Also wurde allgemein weniger verdient und resultierend auch weniger Weihnachtsgeld gezahlt. Hier wird, warum auch immer „Augenwischerei“ betrieben.
14:32
arroganter Vogel = schnarcher !
es soll Arbeitnehmer geben die nicht mal eben von Firma zu Fa. hoppen können !
14:20
weihnachtsgeld, was ist das? na ja egal jetzt. seis jedem vergönnt, ders bekommt;) (nein bin kein alg2 mensch) frohes fest! und haltet bisschen euros zurück, wird **kalt** (2deutig) im land
13:47
Erhöht die WAZ auch Ihr Weihnachtsgeld? Wahrscheinlich nicht, sonst wäre es schon in der Überschrift vermerkt gewesen...dabei könnten wir es so gut gebrauchen!
13:40
Weihnachtsgeld ? Urlaubsgeld? Gehaltserhöhungen?
Bei uns nicht. Aber schon seid Jahren nicht.
13:07
@lowbas
kann leider nicht schnarchen - muss für dein h4 schuften!
12:09
WAS FÜR´N GELD ????
was ist das weihnachtsgeld...kenn ich nicht...gibt es nicht...also hört auf mit den verfrühten aprilscherzen !!!
11:53
@Schnarcher2 zu ABN
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Und wenn man das Gelesen dann auch noch begreift bringt das noch weiter nach vorne. Darum - schnarchen sie ruhig weiter.
11:36
@ ABN
Wenn sie das Spielchen schon seit 30 Jahren mitmachen hätten Sie vielleicht bereits nach 5-10 Jahren Ihre Konsequenzen ziehen können!?