Viele Deutsche arbeiten für Hungerlöhne
29.12.2011 | 13:14 Uhr 2011-12-29T13:14:00+0100
Berlin. In Deutschland arbeiten viele Arbeitnehmer zu Tariflöhnen, die weit unter dem Mindestlohn liegen. Selbst Fachkräfte kommen teilweise nicht über sieben Euro hinaus. Besonders wenig verdienen etwa Konditoren und Friseure.
Trotz eines Tarifvertrages wird in einigen Branchen in Deutschland ein Stundenlohn von weniger als 6,50 Euro gezahlt. Vor allem gering qualifizierte Beschäftigte in Gartenbau und Landwirtschaft sowie in Handwerks- und Dienstleistungsbranchen kämen auf niedrige Tarifverdienste, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Grundlage einer Auswertung von 600 Flächentarifverträgen mit. Im Ernährungsgewerbe etwa beginne der Tarifverdienst im Konditorenhandwerk in Bayern bei 5,26 Euro und im Fleischerhandwerk in Sachsen bei 6,00 Euro pro Stunde. Selbst Fachkräfte kommen teilweise nicht über sieben Euro hinaus: Der tarifliche Anfangsverdienst für Bäcker und Konditorengesellen betrage in Mecklenburg-Vorpommern 6,97 Euro und für Friseurgesellinnen in Schleswig-Holstein 7,00 Euro.
Tariflöhne bleiben deutlich unter dem Mindestlohn
Die von den Gewerkschaften in diesen Branchen vereinbarten Tarifverdienste bleiben deutlich hinter deren Forderungen nach einem allgemeinen Mindestlohn von 8,50 Euro zurück. Gewerkschafter sehen sich dort nach Einschätzung des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung einem Zwiespalt ausgesetzt. „Gewerkschafter stehen in solchen Branchen bei Tarifverhandlungen immer wieder vor der Alternative, niedrigen Tarifen zuzustimmen oder ganz auf eine tarifliche Regulierung der Arbeitsbedingungen zu verzichten“, erklärte jüngst der Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.
Als Erfolg verbuchen die Gewerkschaften, dass die Zahl der tariflichen Vergütungsgruppen mit Stundenlöhnen unter 8,50 Euro gesunken ist. Im September 2011 sahen laut WSI-Tarifarchiv 13 Prozent der mehr als 4700 untersuchten Vergütungsgruppen aus 41 Branchen Stundenlöhne von weniger als 8,50 Euro vor. Im März 2010 habe dieser Anteil noch 16 Prozent betragen. (rtr)

13:53
Im Oktober 2011 habe ich mir den Spaß gemacht ( in meinem Urlaub ) mich bei einer ZAF zu bewerben und wurde auch prompt eingeladen. Ich sollte als Kassierer ( Stundenlohn Tarif 12,50 €uronen ) arbeiten kommen. Bei dem Vorstellungsgespräch wurde ich gefragt, was denn mein Stundenbruttolohn so wäre. Ich antwortete 2400€uro Brutto bis 2800€uro. Er wollte das Gespräch beenden, da meinte ich nur, meine Schmerzgrenze liegt bei 1900€uro Brutto. Aber nicht weniger. Dann hieß es auf einmal, wir als ZAF bezahlen für ungelernte Hilfskräfte 7,79€uro Brutto und ansonsten das, was die Firmen bereit sind zu bezahlen. Ich schaute den wie ein VW Käfer, nur nicht so schnell und meinte, sie können doch aus meinem Lebenslauf entnehmen, daß ich gelernter EHZ ( Einzelhandelskaufmann ) bin und dementsprechend auch bezahlt werden möchte. Der GF, der das Vorstellungsgespräch führte meinte nur, in der Anfangszeit gibt es nur die 7,79€uro und nicht mehr.
Ich verabschiedete mich, denn so eine Vearschung und Aubeutung muß ich mir nicht bieten lassen.
Ganz ehrlich, wer ALG II bezieht und arbeiten will, sollte schon mindestens auf 9€uro bis 10€uro Stundenlohn beziehen. Denn ansonsten kommt man nicht aus dem ALG II heraus, die Jokecenter,deren Leistungsabteilungen berechnen das dann falsch ( was zur Zeit ca. 30% der Klagen vor dem SG ausmachen, 50% Klagen wegen zu niedrig angesetzter KDU = Kosten der Unterkunft und 20% gegen unberechtigte Sanktionen ).Und weil diese Leute noch mit ALG II aufstocken, werden sie noch immer als Sozialschmarotzer hingestellt.
( Es gibt und gab ja hier im Kommentaren Bereich schon solche Aussagen, die sollten sich erst mal mit dem SGB II beschäftigen, bevor sie weiter hier so ein Müll von sich geben )
Wären die Löhne gestiegen wie die Inflationen, so hätten wir heute kaum Aufstocker und die Binnenwirtschaft würde erblühen. Aber dank Schröder und seine Gesellen haben wir den größten Niedriglohnsektor, den die EU jemals gesehen hat. Und das war der größte Fehler. Hätten die Gewerkschaften damals ihr Recht wahr gemacht, gegen das ALG II zu demonstrieren in Berlin vor dem Reichstagsgebäude, so hätten sie noch was ändern können, genauso wie zu seiner Zeit, die FDP, CSU/CDU sich quer stellen können, das diese Reformierung niemals statt gefunden hätte- Haben sie aber nicht und jetzt wird hier Rentner gegen Teilzeitjobber / 400 €uro Jobber gehetzt,
Teilzeitjobber / 400 €uro jobber gegen ALG II Bezieher ( obwohl diese ja auch mit beziehen ) usw.
Die Löhne müssten nach dem heutigen Stand der Inflationen schon bei fast 3000 €uro Brutto an aufwärts gehen, um nicht vom Staat ( 4 Köpfige Familie ) zu leben.
Das tun sie aber nicht und dieser Mindestlohn von 8,50 oder 7.79 €uro ist nur eine Farce und hilft niemanden.
Hätte, Wenn und Aber und der Hund nicht geschissen hätte......Nicht die Politik sollte die Löhne einfordern, wir als Arbeitnehmer haben diese einzufordern, denn unsere Premiumsozialschmarotzer geht das am **** vorbei, ob es einen Mindestlohn gibt oder nicht. Die lachen sich scheckig, wenn ihre Farce ihrer Politclownsschow vorbei ist.
17:08
lieber bei Hartz-IV bleiben, als billige ugly-Jobs verrichten. Das können die schlicht Gestrickten machen.
schönes Silvester. In einer Kirche hier jibbet übrigens freies Buffet an Silvester. Tupperware mitnehmen und wieder sind ein paar Tage gerettet.
14:15
Daniel Cohn-Bendit:
"Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch"
14:06
Nicht vergessen:
Die "Unternehmer" die diese Löhne zahlen profitieren von der Zwangs-Subvention durch SGB II (Hartz IV Aufstockung). Weit über 60 Mrd. Euro wurden dafür bisher raus gehauen!
Und woher kommt das Geld? Über die Arbeitslosenversicherung / AfA von den Arbeitnehmern, deren Jobs von den "Billig-Machern" in der laufenden Abwärtsspirale kaputt gemacht werden.
Was man auch sieht:
Arbeiten für das, was die normalen Menschen benötigen, was die Gesellschaft ausmacht und zusammenhält - das lohnt sich nicht! macht keine zweistelligen Kapitalrenditen, hat kein zweistelliges Wachstumspotential, deswegen wird dort nicht investiert, und möglichst nichts bezahlt... (Uuups: Auch ein "gesunder" Urwalt wächst unter besten Bedingungen nur so um 1..2 %!?)
Dann: Alles Gute für 2012!
11:41
Das hat die SPD/Grüne regierung damals doch mit der Wirtschaft ausgekungelt...und die derzeit am Ruder sitzenden Pausenclowns erfreuen sich dran!
10:46
solange diese mischpoke in berlin regiert wird sich in deutschland über haupt nichts ändern meine gröste sorge ist das sich auch bei der nächsten wahl der selbe mist weiter geht
Meine Befürchtung ist, dass es eine große Koalition gibt, Mutti weiter regieren darf und die SPD zustimmend nickt. Da geht der selbe Mist auch wieder weiter.
@rentnergangxxl: bitte verwende Großbuchstaben; bei längerem Text bekomme ich Augenkrebs
10:14
@rodzina
OK, es gab auch Ausnahmen.
http://www.zeit.de/1990/33/oskar-der-macher
irgendwie sinnvoll nachvollziehen?
Man hat das Gefühl, du entfernst dich immer weiter vom Thema....
01:54
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23:36
sind völlig irrelevante Nebenschauplätze. Es sind doch die Unternehmen, die laut Krawall machen, weil ihnen angeblich die Fachkräfte ausgehen! Nur selber ausbilden und Fachkräfte anständig bezahlen, dass wollen die Herren Unternehmer nicht. Und deshalb schreien sie (wieder) nach Zuwanderung.
Würden unsere Politiker nicht allzu enge "freundschaftliche" Bindungen zu diesen Herrschaften pflegen, könnten sie in der Richtung mal Tacheles reden. Und angemessene Mindestlöhne festlegen. Und Strafsteuern bei Verstössen erheben. Und und und.
Aber in diesen schmuddeligen Kreisen (siehe z.B. Schloss Bellevue) bringt man ja nur sein eigenes Schäfchen ins Trockene, und das Wahlvolk bleibt im Regen stehen. Und die Gewerkschaften? Hilfe! Die versuchen doch nur, in eben diesen Kreisen so gut es geht mitzumischen! Also echt...
Schon mal mitbekommen, daß es mehr Lehrstellenangebote als Bewerber gibt. Was soll der unsinnige Satz das die Herren Unternehmer nicht ausbilden wollen?
22:01
@rodzina
mal anhören
Deutschlandradio Kultur 26.09.2011
Schattenseiten der "bunten Republik"
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1562965/