Viel Zufriedenheit und auch Kritik

Essen..  Es war eine Premiere für Thyssen-Krupp. Erstmals in der Firmengeschichte gab es eine Befragung fast aller Mitarbeiter des Konzerns – ein Großprojekt mit hohem organisatorischen Aufwand: Knapp 140 000 Mitarbeiter konnten sich äußern, 105 000 haben tatsächlich teilgenommen. Somit galt es, rund 7,9 Millionen Antworten in 28 Sprachen auszuwerten. Etwa 1,5 Millionen Euro hat sich Thyssen-Krupp die Befragung mithilfe der Beratungsfirma Towers Watson kosten lassen.

„Es ist wichtig, was die Beschäftigten über die Firma und den Konzernumbau denken“, sagt Personalvorstand Oliver Burkhard zur Begründung. „Nur wenn die Mitarbeiter vom Kurs überzeugt sind und mitziehen, können wir dauerhaft erfolgreich sein.“ Im Gespräch mit dieser Zeitung zieht Burkhard eine gemischte Bilanz. „Wir haben viele gute Ergebnisse verzeichnet“, sagt er, „können uns aber auch an der einen oder anderen Stelle noch verbessern“.

Optimistisch stimmt Burkhard, dass sich 91 Prozent der Mitarbeiter nach eigener Darstellung „über das normale Maß hinaus“ anstrengen wollen, um dem Unternehmen zum Erfolg zu verhelfen. „Und 76 Prozent der Mitarbeiter würden Thyssen-Krupp als Arbeitgeber weiterempfehlen. Das sind sehr gute Werte.“ 80 Prozent der Mitarbeiter sagen auch: „Ich bin von der Qualität der Produkte und Dienstleistungen meines Unternehmens überzeugt.“

Nachdenklichkeit löst bei Burkhard allerdings folgender Befund aus: „Lediglich 61 Prozent der Beschäftigten sagen: ,Ich vertraue den Entscheidungen des Vorstands beziehungsweise der Geschäftsführung meines Unternehmens.’ Mit diesem Ergebnis sind wir noch nicht zufrieden.“

Hinzu kommt, dass gerade einmal 60 Prozent der Mitarbeiter zustimmen können, wenn es heißt: „Unser Leitbild gibt mir eine Orientierung bei meiner täglichen Arbeit.“ Kaum mehr Beschäftigte – nämlich 66 Prozent der Mitarbeiter – sagen: „Ich bin fest von den Geschäftszielen meines Unternehmens überzeugt.“ Burkhards Schlussfolgerung: „Unsere Mitarbeiter sind bereit für Veränderungen, möchten aber einiges noch besser erklärt bekommen.“ Und: „Auch unser Leitbild müssen wir als Führungskräfte noch besser umsetzen.“

Das Zusammenspiel innerhalb des Unternehmens könnte offenbar ebenfalls noch verbessert werden, schließlich sagen gerade einmal 63 Prozent der befragten Mitarbeiter: „Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen, Teams oder Schichten funktioniert bei uns gut.“